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KWO prüfen wegen Widerstands andere Erschliessung des Triftstausees

Keystone-SDA

Die Kraftwerke Oberhasli prüfen, ob sie den geplanten Stausee an der Trift anstatt vom Gadmental vom Aaretal her erschliessen können. Grund dafür ist ein Streit mit der Gemeinde Innertkirchen, zu der Gadmen gehört. Dort ist dem Projekt Widerstand erwachsen.

(Keystone-SDA) Die Kraftwerke Oberhasli (KWO) planen seit 2014 den Neubau eines Speichersees mit Kraftwerk am Triftsee, der sich zum Beginn der Nullerjahre durch das Abschmelzen des Triftgletschers gebildet hatte.

Das Projekt ist Teil der strategischen Ausbauvorhaben der Wasserkraft des Bundes und im Stromgesetz verankert. Ende 2025 einigten sich die KWO mit dem Kanton Bern und Umweltverbänden auf Ausgleichsmassnahmen zum Schutz von Biodiversität und Landschaft. Die Umweltverbände sicherten im Gegenzug zu, auf Beschwerden zu verzichten.

Böses Blut im Oberland

Dieser Kompromiss sorgt nun in verschiedenen Oberländer Gemeinden für böses Blut. Sie fühlen sich übergangen und nicht gehört. In Innertkirchen fühlt man sich vom Kanton Bern Bern übertölpelt, weil sich dieser legal 13 Quadratkilometer herrenloses Land beim Steingletscher einverleibte, um es den KWO fast zum Nulltarif als ökologische Ausgleichsfläche zuzuschlagen.

Die Gemeinde sieht ihren Handlungsspielraum beschnitten und wehrt sich gegen die geplanten Schutzflächen. Sie kritisiert zudem die Entschädigung.

Die KWO wiederum sprechen in ihrer Mitteilung vom Donnerstag von einem «blockierten Dialog». Man habe die Standortgemeinde und die Bevölkerung im Gadmental informiert und aufgrund von geäusserten Bedenken die Projektpläne mehrfach angepasst.

Zudem habe sich das Unternehmen zu freiwilligen gesellschaftlichen und touristischen Ausgleichsmassnahmen in der Höhe von sieben Millionen Franken bekannt.

Die Gemeinde habe diese Vorschläge abgelehnt und vor Weihnachten «die Gespräche mit der KWO abgebrochen», wie es in er Mitteilung heisst. In Innertkirchen heisst es hingegen, der Dialog sei sistiert worden, bis offene Fragen geklärt seien.

Kehrtwende nach blockierten Gesprächen

Weil die Gespräche mit der Gemeinde Innertkirchen blockiert sind, prüfen die Kraftwerke Oberhasli nun eine andere Erschliessungsvariante für den geplanten Stausee, wie das Energieunternehmen am Donnerstag mitteilte. Statt vom Gadmental aus soll der Stausee vom Aaretal, also von Guttanner Seite her, durch unbewohntes Gebiet erschlossen werden.

Die Erschliessung von Gadmenseite her wäre kürzer. Die Variante vom Aaretal her bietet laut KWO jedoch höhere Planungssicherheit und sei mit der Grimselstrasse logistisch gut erschlossen. Ein erster Austausch mit dem Gemeinderat von Guttannen und den Landeigentümern fand laut KWO am Mittwochabend statt.

Das Energieunternehmen sieht sich verpflichtet, «dieses regional und national wichtige Winterspeicherprojekt an der Trift zu realisieren, insbesondere auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit in der Schweiz».

Ein bis zwei Jahre Verzögerung

In einem nächsten Schritt tätigen die KWO nun ökologische und geologische Abklärungen sowie Erhebungen auf dem betroffenen Gebiet, auf dem Deponien und Installationsflächen zu stehen kommen sollen. Die KWO haben diese Fläche bereits für Bauvorhaben in den 1970er- und 2000er-Jahren genutzt.

Der alternative Zugang für den Stollen zur Trift im Aaretal wäre auf der Höhe Bärfallen oberhalb der Ortschaft Guttannen Richtung Grimsel. Vom Ausgangspunkt würde der Stollen unterirdisch Richtung Trift führen. Die Länge sämtlicher Erschliessungsstollen betrüge insgesamt rund 8 Kilometer, 3 Kilometer mehr als im Gadmental.

Für die Variante Aaretal müssen nun zusätzliche Erhebungen gemacht und die Projektplanung angepasst werden. Die KWO rechnen hierfür mit einem Aufwand von ein bis zwei Jahren.

«Konstruktiver Schritt»

Die Gemeinde Innertkirchen begrüsste in einer Mitteilung vom Donnerstag, dass eine Lösung im Aaretal in unbewohntem Gebiet und ausserhalb der Landwirtschaftszone geprüfte werde.

Die Bedeutung des Trifprojekts für die Stromversorgungssicherheit anerkennt die Gemeinde. Gleichzeitig sei es aber ihre Aufgabe, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten. Die Abklärung einer alternativen Erschliessung wertet Innertkirchen als konstruktiven Schritt. Dadurch könnten die Immissionen durch die Baustellentätigkeit im besiedelten Gebiet minimiert werden.

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