French-Open: Hoffnung für Hingis
Beim French Open mussten zwei Hauptfavoritinnen bereits am Montag die Koffer packen. Amélie Mauresmo/Fr verlor 5:7, 5:7 gegen die Deutsche Jana Kandarr, und die Amerikanerin Venus Williams unterlag der Österreicherin Barbara Schett 4:6, 4:6. Freude hat daran sicher Martina Hingis, die ohne eigenes Zutun zwei Haupt-Gegnerinnen verlor.
Aus Schweizer Sicht verlief der Auftakt enttäuschend. Emmanuelle Gagliardi (WTA 85) war gegen die um 54 Positionen besser klassierte Anne Kremer (Lux) beim 0:6, 4:6 auf verlorenem Posten, Marc Rosset war gegen den Belgier Olivier Rochus 2:6, 6:2, 3:6 im Rückstand, als die Partie wegen Dunkelheit vertagt werden musste.
Mit Rosset, Martina Hingis, Patty Schnyder, Miroslava Vavrinec, Roger Federer und Michel Kratochvil stehen noch alle sechs verbliebenen Schweizer im Einsatz.
Venus Williams hilflos
Beim Williams-Clan hat man offenbar immer noch nicht eingesehen dass Matchpraxis durch kein Training zu ersetzen ist. Venus hatte nach ihrem Out in Berlin keine Partie mehr bestritten und sich stattdessen in den USA vorbereitet.
Gegen Schett, die auf Sand auch nur zwei Partien gewonnen und zweimal gegen Patty Schnyder verloren hatte, fehlte ihr häufig das Timing und die «shot selection», die Wahl des richtigen Schlages zur richtigen Zeit, war oft falsch. «Meine Grundschläge funktionierten nicht und ich hätte mehr ans Netz vorrücken sollen», liess sich die äusserst wortkarge Williamsbezüglich Taktik lediglich entlocken.
Tag für Hingis und die noch Jüngeren
Freude an den Geschehnissen hatte sicher Martina Hingis, die ohne eigenes Zutun zwei Hauptgegnerinnen verlor. Zudem sind die Chancen, längerfristig an der Weltranglistenspitze zu verbleiben, für die Ostschweizerin schlagartig gestiegen. Denn Williams hat in den kommenden Monaten mit den Titeln in Wimbledon und Flushing Meadows derart viele Punkte zu verteidigen, dass sie ihr Konto kaum äufnen kann.
Zehnte Auftakt-Niederlage für Gagliardi
Für Gagliardi, die kurz vor Einbruch der Dunkelheit überraschend auf dem Court Central spielen konnte, war es die zehnte Auftakt-Niederlage bei einem Grand-Slam-Turnier. Erst in der letzten Spielphase zeigte die Fedcup-Spielerin, wieso sie zuletzt in Rom Kim Clijsters bezwungen hatte. Sie holte von 2:5 auf 4:5 auf und hatte sogar noch zwei Bälle zum Ausgleich, ehe Kremer den dritten Sieg im vierten Duell sicher stellte. In den letzten drei Begegnungen gegen Kremer hat Gagliardi total nur sieben Games gewonnen.
swissinfo und Agenturen
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