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«Klima-Koalition» fordert unnachgiebige Schweizer Haltung

Weltweit machen Bürger-Organisationen Druck, dass in Bonn dem Begehren des US-Präsidenten nicht nachgegeben wird. www.greenpeace.ch

Die Schweizer Regierung soll sich beim Klima-Gipfel in der zweiten Juli-Hälfte in Bonn für die Rettung des Kyoto-Protokolls einsetzen. Dies fordert eine Koalition aus 40 schweizerischen Kirchen, Umwelt- und Entwicklungs-Organisationen.

In einem Brief an den Bundesrat begrüsst die Oekumenische Arbeitsgemeinschaft Kirche und Umwelt (OeKU) die bisherige Schweizer Verhandlungsposition und erwartet, dass sie beibehalten wird. Sie vertrage keine Abschwächung, auch wenn US-Präsident George W. Bush das Kyoto-Protokoll für unrealistisch halte.

Keine Kompromisse in Bonn

An der Weltklima-Konferenz vom 16. bis 27. Juli in Bonn dürfe die Schweizer Delegation faulen Kompromissen keine Hand bieten, forderte zudem Rosmarie Bär, Koordinatorin für Entwicklungspolitik bei der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke, am Donnerstag (05.07.) in Bern.

Der eingereichte Brief knüpfe an die Petition «Klimawandel – handeln wir jetzt» an. Diese hatten praktisch die gleichen 40 Organisationen im Frühjahr 1997 mit 66’000 Unterschriften eingereicht, wie Bär sagte.

Verbrechen gegen die Menschheit

Christoph Stückelberger, Zentralsekretär von «Brot für alle», ging mit US-Präsident Bush hart ins Gericht: Sich der Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu widersetzen komme angesichts der Gefährdung ganzer Inselgruppen und Millionen von Menschen Verbrechen gegen die Menschheit und die Menschlichkeit gleich.

Auch in der Schweiz gebe es Kreise, die sich ins Fahrwasser von Bush begeben hätten, gab Bär weiter zu Bedenken. Diesen Bestrebungen müsse konsequent entgegen getreten werden. In diesem Zusammenhang wurde an der Medienkonferenz begrüsst, dass der Bundesrat am CO2-Gesetz festhalten will.

Darin ist eine Reduktion der CO2-Emissionen gegenüber 1990 von 10% bis 2004 vorgesehen. Bei einem Verfehlen des Zieles kann der Bundesrat eine Abgabe beschliessen. Bär forderte zugleich bis 2010 eine Senkung des CO2-Ausstosses um mindestens 20%. Auch solle das Programm «EnergieSchweiz» ausgebaut und das Steuersystem ökologisiert werden.

Ende Juni hatte der Bundesrat mitgeteilt, die Schweiz wolle mit allen Kräften helfen, das Protokoll von Kyoto umzusetzen. Entsprechend habe er die Bonner Delegation instruiert.

swissinfo und Agenturen

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