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«Nur» 50 Stunden pro Woche arbeiten

Mit Demonstrationen haben die junge Ärztinnen und Ärzte immer wieder auf ihre Probleme aufmerksam gemacht. Keystone Archive

Assistenzärzte und Assistenzärztinnen sollen nur noch 50 Stunden in der Woche arbeiten müssen. Der Bundesrat begrüsst eine Parlaments-Initiative, die für den medizinischen Nachwuchs in den Spitälern "menschwürdige Arbeitsbedingungen" verlangt.

Bei den Assistenzärztinnen und -ärzten sind laut Bundesrat wöchentliche Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden und tägliche Präsenzzeiten von über 20 Stunden noch immer weit verbreitet. Dies sei nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die von ihnen betreuten Patientinnen und Patienten unzumutbar.

Da und dort seien erste Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen unternommen worden, schreibt der Bundesrat am Mittwoch (30.05.). Die Kantone Bern und Zürich beispielsweise hätten beschlossen, die wöchentliche Arbeitszeit bis 2004 auf 50 Stunden zu verkürzen. Kantonale Regelungen fänden aber in privaten Spitälern keine Anwendung.

Höchstens 50 Stunden

Mit der Mehrheit der Nationalrats-Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) ist der Bundesrat deshalb der Ansicht, dass Assistenzärzte und Assistenzärztinnen vollumfänglich dem Arbeitsgesetz unterstellt werden sollten. Auch für sie gälten dann die eidgenössischen Mindestnormen betreffend Arbeits- und Ruhezeit.

Nach dem Vorschlag, den die SGK im Auftrag des Nationalrates ausgearbeitet hat, müssten die Assistenzärzte und -ärztinnen ab 2005 wöchentlich nur noch 50 Stunden arbeiten (Überstunden nicht eingeschlossen). Die Übergangsfrist soll es den Spitälern erlauben, ihre komplexen Organisationsstrukturen anzupassen. Der Nationalrat behandelt das Geschäft in der Junisession.

Der Verband fordert

Der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) hat am Mittwoch in Bern die Forderung nach kürzeren Arbeitszeiten bekräftigt. Bei 39 Prozent der Assistenzärzte und -ärztinnen lägen die Werte für emotionale Erschöpfung und «Burn out» im kritischen Bereich, hiess es an einer Medienkonferenz. Bereits seien «Patienten-Aversionen» festzustellen.

swissinfo und Agenturen

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