Schweiz für Index über menschliche Sicherheit
Die Schweiz unterstützt den Vorschlag, die weltweite menschliche Sicherheit in einem Index zu erfassen. Dies sagte Bundesrat Joseph Deiss am Freitag (11.05.) an einem Ministertreffen des "Netzwerks Menschliche Sicherheit" im jordanischen Petra.
Ziel des Netzwerks müsse bleiben, Einzelpersonen und Gruppen vor bewaffneten Konflikten, staatlicher Repression oder gewaltsamen Verbrechen zu schützen, sagte Deiss.
Der vorgeschlagene Index könne helfen, die Gründe von Unsicherheit in verschiedenen Ländern und Regionen aufzuzeigen. So könnten das Tätigkeitsfeld des Netzwerks abgesteckt und neue Gefahren für die menschliche Sicherheit frühzeitig erkannt werden.
Frieden und Entwicklung
Deiss zeigte sich überzeugt, dass menschliche Sicherheit und Entwicklung unentwirrbar miteinander verbunden seien. Wo Menschen unter ständiger Angst vor Gewalt lebten, werde die Entwicklung ernsthaft behindert.
Umgekehrt sei ein Versagen bei der Entwicklung – wie Armut, schlechte Nahrungsmittel- und Gesundheitsversorgung sowie Mängel im Bildungsbereich – zweifellos ein Hauptauslöser von Konflikten und Gewalt.
Wie Sicherheit und Entwicklung genau zusammenhängen, solle aber noch weiter untersucht werden, forderte der Aussenminister. Er rief zur Förderung der Menschenrechte sowie zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und ihrer Vertreter (Polizei und Justiz) auf.
Vorschläge für Kindergipfel
Das Ministertreffen in Jordanien, bei dem vor allem auch die Situation der Kinder erörtert werden sollte, dauert noch bis Samstag. Die Ergebnisse sollen in die Vorbereitungen für den UNO- Weltkindergipfel vom September eingebracht werden.
Dem 1998 gegründeten informellen «Netzwerk Menschliche Sicherheit» gehören neben der Schweiz und Jordanien auch Österreich, Slowenien, Griechenland, die Niederlande, Norwegen, Irland, Kanada, Südafrika, Mali, Chile und Thailand an. Das letzte Ministertreffen hatte vor einem Jahr in Luzern stattgefunden.
Der Schweizer Aussenminister war am Donnerstag in Jordanien eingetroffen. Bei einem Treffen mit seinem jordanischen Amtskollegen Abdel-Elah Al-Khatib hatte er den ägyptisch- jordanischen Nahost-Friedensplan begrüsst und über humanitäre Folgen der UNO-Sanktionen gegen Irak gesprochen.
swissinfo und Agenturen
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