UEFA: Servette weiter!
Mit einem 3:0-Auswärts-Sieg gegen Hertha Berlin erreicht Servette sensationell die Achtelfinals im UEFA-Cup.
Die Genfer schafften das Unerwartete: Sie entzauberten im Rückspiel der 3. Runde Hertha Berlin nach Toren von Hilton, Frei und Obradovic mit 3:0 und haben sich als zweiter Schweizer Klub nach GC vor 23 Jahren gegen Eintracht Frankfurt über einen deutschen Bundesligisten hinweggesetzt.
«Uns gelang ein schöner Exploit. Der Erfolg war verdient und logisch», freute sich Servette-Trainer Lucien Favre. «Es war ein Sieg einer kompakten Mannschaft. Nur müssen wir schön bescheiden bleiben und ruhig weiter arbeiten.»
Taktisches Spiel, gute Konter
Die Genfer ziehen nach einer taktischen Meisterleistung und klugem Konter-Fussball nach dem 0:0 im Hinspiel vor zwei Wochen völlig verdient in die Achtelfinals ein, die am kommenden Mittwoch in Nyon ausgelost und am 21. und 28. Februar 2002 ausgetragen werden.
Servette hat zum neunten Mal in seiner Klubgeschichte den Vorstoss in die Achtelfinals im Europacup geschafft. Zuletzt glückte dies den Grenats vor 15 Jahren im Meistercup, in dem sie schliesslich an Aberdeen scheiterten.
Innert 50 Sekunden war alles klar
Die Vor-Entscheidung fiel innert 50 Sekunden in der 17. und 18. Minute. Der aufgerückte brasilianische Verteidiger Hilton köpfelte aus sieben Metern eine Freistoss-Flanke von Londono zur überraschenden Führung im weiten Oval in der nur spärlich besetzten «Baustelle» des Olympia-Stadion ein.
Beim nächsten Genfer Angriff zückte der englische Schiedsrichter Barber rot gegen den Holländer van Burik, der gegen Frei die Notbremse gezogen hatte. Mit zehn Akteuren während über 70 Minuten stiess der Bezwinger von Bayern München vom letzten Sonntag auf Genfer Granit.
Glück – und hervorragenden Torhüter
Wohl bekundete Servette bis zur Halbzeit einiges Glück, konnte sich aber auf eine stabile und disziplinierte Abwehr und einen hervorragenden Torhüter Pédat stützen, die alle Angriffsbemühungen der zuvor in zehn Pflichtspielen ungeschlagenen Berliner zunichte machten.
Als die dezimierte und enttäuschende Hertha nach dem Wechsel alles auf eine Karte setzte und seine Abwehr entblösste, häuften sich Servettes Konterchancen. Alex Frei krönte kaltblütig ein Zuspiel von Obradovic in der 49. Minute mit dem 0:2, und Obradovic reagierte nach einem Latten-Freistoss Fourniers am schnellsten und traf in der 70. Minute mit dem Kopf zur endgültigen Entscheidung.
swissinfo und Agenturen
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