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Wilderer schicken abgeschnittene Luchspfoten an Berner Amtsstelle

Ein Wilderer hat seinen Protest gegen den Luchs auf makabere Weise kund getan. Er schnitt einem gewilderten Luchs die Pfoten ab und schickte sie dem Amt für Natur des Kanton Bern. Gegen den unbekannten Täter wurde eine Strafuntersuchung eingeleitet.

Ein Wilderer hat seinen Protest gegen den Luchs auf makabere Weise kund getan. Er schnitt einem gewilderten Luchs die Pfoten ab und schickte sie laut Mitteilung vom Montag (14.02.) dem Amt für Natur des Kantons Bern. Das Buwal reagierte entsetzt und empört. Gegen den unbekannten Täter wurde eine Strafuntersuchung eingeleitet.

Die Raubtierpfoten waren in Haushaltpapier eingewickelt und in einem anonym aufgegebenen Paket ans Amt für Natur des Kantons Bern geschickt worden. Die Pfoten waren zudem mit Namen von Personen des Amts beschriftet, eine trug den Namen des früheren Kantonsoberförsters von Obwalden. Dieser hatte 1972 mit Bewilligung des Bundes die ersten Luchse der Schweiz in seinem Kanton ausgesetzt.

Der makaberen Sendung war eine Postkarte mit der Aufschrift «Aus dem Berner Jagd-Dschungel» beigelegt. Da die Begleitumstände eindeutig auf Wilderei hindeuteten, sei umgehend eine Strafuntersuchung gegen Unbekannt eingeleitet worden, schreibt das Amt für Information.

Mit Entsetzen und Empörung reagierte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) auf die makabere Sendung. Diese Protestform sei eine Eskalation. Wo der gewilderte Luchs gelebt hatte, war vorerst nicht bekannt.

Rund um die Wiederansiedlung des Luchses kam es in der Schweiz immer wieder zu Konflikten. Insbesondere Kleintierhalter und Jäger wehren sich gegen das Raubtier. Bisher bewilligte das BUWAL in den vergangenen drei Jahren drei Mal den Abschuss eines Luchses, der sich auf Schafe als Beutetiere spezialisiert hatte.

Die Schweiz nimmt laut BUWAL eine Zentrale Rolle bei der Erhaltung der scheuen Raubkatze ein. Mit rund 100 Tieren habe die Schweiz den grössten Luchsbestand in den Alpen. Am meisten Luchse leben derzeit im Kanton Bern und den Nordwestalpen. Um eine Entspannung der Situation zu erreichen, sollen Tiere eingefangen und in den Ostalpen ausgesetzt werden .

Das BUWAL will seine Politik fortsetzen und den Luchs zusammen mit allen involvierten Kreisen schützen.

SRI und Agenturen

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