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Liechtensteiner Kaiser Partner setzt auf Weissgeld-Strategie

Zürich (awp/sda) - Der Liechtensteiner Vermögensverwalter Kaiser Partner, dessen Wurzeln auf das Treuhandgeschäft mit steuerumgehenden Stiftungen zurückreichen, propagiert eine "Weissgeldstrategie". Diese funktioniere.
Vergangenes Jahr seien die betreuten Vermögen konstant bei rund 25 Mrd CHF geblieben, gab die Gruppe, die in Vaduz und Zollikon ZH 228 Mitarbeitende beschäftigt, am Dienstag bekannt. Das Geschäft mit unversteuerten Vermögen gehe zu Ende, sagte Firmenchef Fritz Kaiser vor den Medien in Zürich.
Kaiser Partner habe sich bereits 2006 für eine Weissgeldstrategie entschieden und wolle die Transformation zu einer "nachhaltigen und verantwortungsvollen" Vermögensverwaltung beschleunigen. Dazu hat die Gruppe UNO-Prinzipien unterzeichnet. Kunden verlangten heute einen Nachweis für die korrekte Steuerdeklaration.
Geschäftschancen sieht die Gruppe nicht zuletzt wegen des unsicheren internationalen Umfelds, wie der neu von Kaiser Partner engagierte Berater Klaus Wellershoff erläuterte: Der ehemalige UBS-Chefökonom warnte davor, dass die Zinsen seit 1980 gesunken seien und dies sicher nicht noch einmal 30 Jahre weitergehe.
Zudem werde die Bevölkerung in vielen wichtigen Märkten - selbst in China - stagnieren und das Wachstum der grössten Volkswirtschaften werde sich in den nächsten Jahren verlangsamen. Hinzu komme das gravierende Problem verschuldeter Staaten. "All dies ändert die Vermögensverwaltung fundamental", sagte Wellershoff.
Es gehe um die langfristige Sicherung der Vermögen. Bezüglich Anlagestrategie blieb Wellershoff vage, er würde möglichst breit diversifiziert investieren.
Fritz Kaiser sieht Liechtenstein mit seinen gesunden Finanzen auf dem Weg "von einer Steueroase zur Vermögensoase". Ein deutliches Zeichen für den Erfolg der Strategie seien die vergangenes Jahr verzeichneten Neugelder der Kaiser Partner Bank von 855 Mio CHF.
Dem standen allerdings auch Abflüsse gegenüber, sodass die verwalteten Vermögen der Bank nur um 2,4% auf 1,8 Mrd CHF stiegen. Der Umsatz der gesamten Gruppe sank um 1,4% und der Jahresgewinn schrumpfte um 14,7%. Wichtige Kunden stammen aus den USA, Grossbritannien, Kontinental-Europa und Russland, wie es hiess.
Laut Philip Marcovici, Steuerexperte und ehemals Partner der Anwaltskanzlei Baker & McKenzie, verpasst der Schweizer Finanzplatz mit seiner abwehrenden Haltung in der Steuerdebatte Zukunftschancen. Die Schweizer verkennten die neuen Kundenbedürfnisse bei der Steuerdeklaration und das vorgeschlagene Abgeltungssteuersystem werde sehr viel kosten.
Marcovici ist Verwaltungsrat von Kaiser Partner, ebenso wie der ehemalige Chef der Zürcher Privatbank Vontobel, Peter Wagner, und der ehemalige Liechtensteinische Regierungschef Otmar Hasler.
cf

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