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Luzerner Regierung will fossiles Heizen nur noch in Ausnahmefällen

Keystone-SDA

Im Kanton Luzern sollen gegen den CO2-Ausstoss des Verkehrs und der Landwirtschaft stärkere Massnahmen ergriffen werden. Dies sieht der Regierungsrat im aktualisierten Planungsbericht zur Klima- und Energiepolitik vor.

(Keystone-SDA) Energiedirektor Fabian Peter (FDP) hat am Montag zusammen mit Klimaexperte Jürgen Ragaller den Medien den Planungsbericht Klima- und Energiepolitik 2026 vorgestellt. Dieser legt die künftige Ausrichtung des Kantons Luzern für die Jahre 2027 bis 2031 fest. Im Zentrum steht das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken. «Der Kanton Luzern kann alleine nicht die Welt retten, aber wir können unseren Beitrag leisten», sagte der Regierungsrat.

Während der erste Planungsbericht 2021 den Schwerpunkt auf die Stromversorgungssicherheit legte, stehen mit dem neuen Bericht nun strengere Vorgaben für fossilfreie Heizung in Gebäuden im Vordergrund, sagte Ragaller. Der Bericht wurde mit rund 80 Fachpersonen aus Verwaltung und Hochschule Luzern erarbeitet.

Regierungsrat Peter zog an der Medienorientierung eine gemischte Bilanz zur bisherigen Klimapolitik im Kanton Luzern. Auf Kurs sieht er den Kanton bei den Gebäuden und der Industrie, nicht aber in den Sektoren Landwirtschaft, Abfallbewirtschaftung und Verkehr.

Elektrische Ladeinfrastruktur fördern

Beim Verkehr soll die Elektromobilität weiter gefördert werden, etwa durch die Unterstützung beim Einbau von Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern, wie es hiess. Zudem sind der Ausbau des fossilfreien öffentlichen Verkehrs und die Förderung des Veloverkehrs geplant. «In diesem Bereich wird man dank der Elektrifizierung wesentliche Fortschritte sehen», prognostizierte Ragaller.

In der Landwirtschaft sollen die neuen Massnahmen vor allem die Emissionen von Methan und Lachgas senken. Zudem soll die Landwirtschaft «treibhausgasärmer» produzieren. Gemeinsam mit der ETH Zürich und verschiedenen Branchenorganisationen will der Kanton die pflanzenbasierte Produktion fördern. Zudem sollen Ernährungsthemen ein «höheres Gewicht» erhalten, wie der Klimaexperte ausführte.

Auch bei der Anpassung an den Klimawandel sieht der Bericht Handlungsbedarf. So plant der Kanton die Umsetzung eines «systematischen Hitzeplans» und die Aktualisierung der bestehenden Gefahrenkarte. Da Naturgefahren durch den Klimawandel deutlich zunehmen, sollen diese künftig stärker berücksichtigt werden, erklärte Ragaller.

Bis 2050 erneuerbar heizen

Mit der Änderung des kantonalen Energiegesetzes setzt die Regierung die Ziele des Planungsberichts Klima und Energie um. So sollen neue Gebäude künftig nur noch mit erneuerbaren Heizungssystemen wie Wärmepumpen, Holzfeuerungen oder mit einem Anschluss an ein Fernwärmenetz ausgestattet werden, fossile Heizungen sollen nur noch in Ausnahmefällen zulässig sein.

Bis spätestens 2050 soll die Wärmeerzeugung in allen Gebäuden ohne fossile Brennstoffe erfolgen, hiess es an der Medienkonferenz. «Mit dieser Massnahme verringern wir die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten aus dem Ausland», so der kantonale Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor.

Verwaltung hat weniger Zeit

In der mittelfristigen Finanzplanung sind für den Klimaschutz jährliche Sachmittel von 16 Millionen Franken eingeplant. Diese Gelder sind im aktuellen Aufgaben- und Finanzplan eingestellt, wie der Botschaft zu entnehmen ist. Der Regierungsrat schätzt, dass rund fünf Millionen Franken mehr nötig sein werden, um die Massnahmen umzusetzen.

Festhalten will der Regierungsrat an der Zielsetzung von Netto-Null bis 2050, wobei die kantonale Verwaltung das Ziel bis 2040 erreichen soll.

Der Planungsbericht soll im November vom Kantonsparlament beraten werden. In fünf Jahren soll der nächste, überarbeitete Planungsbericht vorliegen.

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