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Neue Spur im Mordfall Lenzlinger

Fluchthelfer Lenzlinger damals in seinem Büro.

(Keystone Archive)

Der bislang nicht aufgeklärte Mord am Zürcher Fluchthelfer Hans Ulrich Lenzlinger vor bald 25 Jahren beschäftigt die Zürcher Polizei immer noch.

Nachdem in Deutschland ein mutmasslicher Auftragsmörder des DDR-Regimes gefasst wurde, stellen die Zürcher nun ein Auskunfts-Begehren.

Der Mord an Hans Ulrich Lenzlinger hatte damals die Schweiz bewegt. Der Ermordete selber galt als zwielichtige Person. Er fiel schon deshalb auf, weil er zwei Geparde als Haustier hielt.

Seinen teuren Lebenswandel finanzierte sich Lenzlinger mit dubiosen Geschäften – so auch als Fluchthelfer über seine Fluchthilfe-Organisation "Aramco".

Im Fadenkreuz der DDR


Es gelang ihm, Mitte der siebziger Jahre gegen Bezahlung Dutzende von DDR-Bürgern in den Westen zu schmuggeln. Dadurch geriet er ins Visier der Stasi, die ihn systematisch zu überwachen begann.

Die "NZZ am Sonntag" schreibt, aus umfangreichen Dokumenten, die bei der Gauck-Behörde in Deutschland liegen sollen, gehe hervor, dass Stasi-Chef Erich Mielke 1975 persönlich den Auftrag erteilt habe, die von der Stasi als "kriminelle Menschenhändlerbande" bezeichnete Organisation zu zerschlagen.

Festnahme in Deutschland

Über Zeitungsberichte waren die Zürcher Kriminalpolizisten Ende September auf die Festnahme eines mutmasslichen DDR-Auftragsmörders in Deutschland aufmerksam geworden, wie Karl Steiner, Sprecher der Kantonspolizei, am Samstag zu Vorabdrucken der "SonntagsZeitung" und des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus" sagte.

Der festgenommene 53-Jährige soll zwischen 1976 und 1987 mehrere Menschen im staatlichen Auftrag umgebracht haben. "Zeitmässig würde das in die Zeit Lenzlingers passen", sagte Steiner.

Mit dem Auskunftsbegehren wollen die Zürcher Polizisten nun in Erfahrung bringen, wo die deutschen Kollegen mit ihren Ermittlungen stehen.

2009 verjährt

Sollten sich Hinweise ergeben, wonach der Festgenommen als möglicher Täter im Falle Lenzlinger in Frage käme, würde die Zürcher Kantonspolizei als nächsten Schritt ein Rechtshilfegesuch stellen, sagte Steiner. Wann mit Antworten aus Deutschland zu rechnen sei, könne er nicht sagen.

Lenzlinger wurde am 5. Februar 1979 in seiner Zürcher Villa mit mehreren Schüssen getötet. Die Untersuchung des nie geklärten Mordes war im November 1997 einstweilig eingestellt worden.

Damals hatte ein Rechtshilfeersuchen an Belgien im Zusammenhang mit dem Fall Dutroux nichts ergeben. Bis ins Jahr 2009 haben die Behörden noch Zeit, den Mord an Lenzlinger aufzuklären. Dann verjährt der Fall.

swissinfo und Agenturen

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