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Österreich zieht Deutschland der Schweiz vor

Der neue österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bricht mit einer Reisetradition.

(Keystone)

Österreichs neuer Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bricht mit einer Tradition: Seine erste offizielle Auslandsreise führt ihn nicht in die Schweiz, sondern am 7. Februar nach Deutschland.

Aber diese "Untreue" wird bald korrigiert: Gusenbauer wird am 12. Februar in Bern erwartet.

Normalerweise führt die erste Auslandreise des jeweiligen österreichischen Bundeskanzlers in die Schweiz.

Doch jetzt geht es vorerst nach Deutschland. Beide Länder sind Mitglieder der EU und Deutschland führt den Vorsitz der Europäischen Union.

Gusenbauer wird in Berlin die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen. In Bern wird Gusenbauer erst einige Tage später erwartet - obwohl besagte Tradition eigentlich vorsähe, dass die ersten offiziellen Auslandreisen des Bundeskanzlers und des Aussenministers Österreichs in die benachbarte Schweiz führen.

Gleiches gilt umgekehrt für den jeweiligen Bundespräsidenten und Aussenminister der Schweiz. Der österreichische Bundeskanzler begründete die Wahl Berlins als erstes Auslandsziel auch mit der Tatsache, dass Deutschland derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat. Er wolle bewusst einen Akzent setzen, wurde Gusenbauer Ende Januar in der "Wiener Zeitung" zitiert.

Kein Einfluss auf die Beziehungen

Die Tatsache, dass Gusenbauer nicht zuerst nach Bern reist, habe keinen Einfluss auf die exzellenten Beziehungen zwischen der Schweiz und Österreich, sagte Johann Aeschlimann, Sprecher im Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Bei dieser Tradition habe es immer Ausnahmen auf beiden Seiten gegeben. So reiste im Januar 2003 die frischgebackene Aussenministerin Micheline Calmy-Rey zuerst nach Finnland.

Überraschender Sieg

Nach der Niederlage bei der Parlamentswahl vor vier Jahren hat der 46-Jährige diesmal mit seiner Sozialdemokratischen Partei überraschend die Wahl in Österreich gewonnen.

Der konservative Bundeskanzler Wolfgang Schüssel war als klarer Favorit ins Rennen gegangen. Doch am Ende lag er mit seiner ÖVP hinter Gusenbauers SPÖ.
Mit ihm punktete ausgerechnet ein Politiker bei den Wählern, dem immer wieder Steifheit und fehlendes Charisma bescheinigt werden. Gusenbauer ist Kanzler eine Koalition aus SPÖ und ÖVP.

Schweiz wichtiger Investor

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Österreich sind intensiv. Davon zeugen über 80 bilaterale Verträge, aber auch die Zusammenarbeit im Grenzraum sowie gemeinsame Projekte, zum Beispiel die Organisation der Fussball-Europameisterschaft 2008.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Österreich sind intensiv. Die Schweiz ist nach Deutschland, Grossbritannien und den USA viertwichtigster Investor in Österreich, mit einem kumulierten Bestand an Direktinvestitionen von rund 3.5 Mrd. Euro (ca. 5,6 Mrd. Franken).

In den vergangenen Jahren hatte die Schweiz jeweils Platz zwei hinter Deutschland belegt. Über 1200 Schweizer Firmen sind in Österreich niedergelassen; sie haben über 50'000 Arbeitsplätze geschaffen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Österreich reichen weit in die Geschichte zurück. Im Mittelalter war ein Teil der heutigen Schweiz habsburgisch.

Diese – nicht immer friedlichen – Beziehungen wurden im Laufe der Zeit immer besser, und sie werden heute offiziell als ausgezeichnet beschrieben.

Die Schweiz und Österreich arbeiten auf verschiedenen Gebieten zusammen. Auch im Rahmen der multinationalen Friedenstruppen in Kosovo.

Die beiden Länder organisieren gemeinsam 2008 die Fussball-Europameisterschaft.

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