Pastor in China aus Haft entlassen
Der Pastor einer bekannten Untergrundkirche in China ist aus der Haft entlassen worden. Jin Mingri sei aus der Haft entlassen und in die USA gebracht worden, wo er am Samstag in Los Angeles ankam, teilte die christliche Menschenrechtsorganisation ChinaAid mit.
(Keystone-SDA) Deren Gründer Bob Fu dankte US-Präsident Donald Trump und Aussenminister Marco Rubio, die sich hinter den Kulissen für die Freilassung eingesetzt hätten. Trump hatte den Fall US-Medienberichten zufolge bei einem Treffen mit Xi Jinping in Peking selbst angesprochen.
Laut Menschenrechtsgruppen und Angehörigen waren im vergangenen Oktober landesweit fast 30 Mitglieder der Zion-Kirche festgenommen worden. Jin hatte die Gruppierung 2007 gegründet. 2018 hatten Chinas Behörden die Kirche in Peking geschlossen und Jin, dessen Familie in den USA lebt, mit einem Reiseverbot belegt.
Auch Bundesregierung kritisierte Razzien
Die Zion-Kirche existierte dennoch weiter und gewann im Untergrund noch mehr Anhänger. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wurde Jin in China die illegale Nutzung von Informationsnetzwerken vorgeworfen.
Christen dürfen ihren Glauben in China offiziell nur in staatlich registrierten Kirchen öffentlich ausüben, die sich der Aufsicht der Kommunistischen Partei unterordnen. Viele Gläubige weichen dennoch auf nicht registrierte Untergrund- oder Hauskirchen wie die Zion-Kirche aus. Die Festnahme Jins und die Razzien gegen die Zion-Kirche hatten international Kritik ausgelöst, auch aus Deutschland: Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel, hatte die sofortige Freilassung aller Kirchenmitglieder gefordert.