US-Einreiseverbot gegen Ramadan aufgehoben
Der Genfer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan darf wieder in die USA einreisen. Wegen einer Spende an eine palästinensische Hilfsorganisation in der Schweiz hatten die US-Behörden dem Intellektuellen seit 2004 ein Visum verweigert.
Diesen Entscheid hat US-Aussenministerin Hillary Clinton nun aufgehoben, wie Ramadan und die Bürgerrechtsunion American Civil Liberties Union (ACLU) am Mittwoch mitteilten.
Die Organisation hatte seit Jahren vor verschiedenen Gerichten dafür gekämpft, dass Ramadan wieder in die USA einreisen darf.
In einer Mitteilung bezeichnete sie den Entscheid der Aussenministerin als «grossen Sieg der Bürgerrechte». Die Aufhebung der Einreisesperre zeige, dass die Regierung Obama den Austausch von Ideen über Grenzen hinweg fördere und nicht verhindere.
Ramadan, der in Oxford lehrt, hatte im Jahr 2004 einen Lehrauftrag an der Universität Notre Dame in Indiana angeboten bekommen. Schon damals erhielt er kein Visum. Seither konnte Ramadan diverse Einladungen in die USA wegen fehlenden Visums nicht annehmen.
Ein Visums-Gesuch von 2005 wies die US-Regierung wegen «materieller Unterstützung einer terroristischen Organisation» zurück. Ramadan hatte einer palästinensischen Organisation, welche die USA auf ihrer Liste der terroristischen Organisationen führt, nach eigenen Angaben rund 1000 Franken gespendet.
swissinfo.ch und Agenturen
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