Rieter operativ in schwarzen Zahlen – auch dank Chef-Lohnverzicht
Der Winterthurer Textilmaschinenhersteller Rieter hat im vergangenen Jahr beim Ebit tiefrote Zahlen geschrieben (-43,9 Millionen Franken). Werden einige Effekte ausgeklammert, sind die Zahlen jedoch schwarz - auch dank Lohnverzicht des Chefs.
(Keystone-SDA) Für die tiefroten Zahlen beim Ebit waren laut Rieter – nebst dem schleppenden Geschäftsgang – vor allem hohe Restrukturierungskosten von fast 34 Millionen und Kosten im Zusammenhang mit der Barmag-Übernahme von knapp 9 Millionen verantwortlich, wie aus den Unterlagen zur Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag hervorgeht.
Werden diese Effekte ausgeklammert, resultierte beim Ebit ein positiver Wert von 2,5 Millionen Franken, wie das Unternehmen festhielt. So gesehen löste Rieter das Versprechen ein, auch in einem schwierigen Umfeld mit sehr geringer Nachfrage nicht in die roten Zahlen zu rutschen.
Diese Kennzahl, die Restrukturierungskosten und Übernahmekosten herausrechnet, heisst bei Rieter im übrigen neu «operativer EBIT» und ist für das Unternehmen die entscheidende Kenngrösse.
Drastisches Sparprogramm
Die schwarzen Zahlen beim «operativen Ebit» im Jahr 2025 waren nur möglich dank eines drastischen Sparprogramms, wie aus den Unterlagen weiter hervorgeht. Dank der Einsparungen gelang bei den Allgemeinkosten eine Verbesserung um fast 52 Millionen.
Dazu trug auch der Chef Thomas Oetterli bei. Er erhielt 2025 einen Lohn von «nur» 1,05 Millionen. Im Jahr davor hatte er noch mehr als doppelt so viel verdient. Dabei wirkte sich aus, dass Bonus-Elemente wegfielen. Ausserdem verzichtete Oetterli laut früheren Angaben freiwillig auf einen Teil seines Grundgehalts.
Die Aktionäre sollen für 2025 wegen der schwierigen Lage ebenfalls einen Teil zur Gesundung des Unternehmens beisteuern und auf eine Dividende verzichten. Mittelfristig werde aber weiterhin eine Ausschüttungsquote von über 40 Prozent angestrebt. Wichtig ist dem Unternehmen gleichzeitig aber auch, dass die Verschuldungsquote mittelfristig unter 2,5 Prozent liegt.