Rotkreuz-Föderation fordert globalen Katastrophenvertrag
Astronauten sind völkerrechtlich geschützt, Katastrophenopfer nicht. Die Internationale Föderation der nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) will das mit einem globalen Vertrag ändern und startet eine Kampagne mit Unterstützung aus dem All.
(Keystone-SDA) Die am Donnerstag in Genf vorgestellte Kampagne wird von sechs Astronauten unterstützt und soll die internationale Zusammenarbeit verbessern. Es gebe kein internationales Abkommen darüber, wie Länder zusammenarbeiten sollten, um Menschen vor, während und nach einer Katastrophe zu schützen, teilte die in Genf ansässige IFRC mit. Im Gegensatz dazu seien Astronauten durch internationales Recht geschützt.
Ein solcher Vertrag könnte eine schnellere Entsendung von humanitären Helfern ermöglichen, die Zollverfahren für Hilfsgüter erleichtern und die Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Hilfsorganisationen berechenbarer machen. Dadurch würden die Kosten sinken und administrative Hürden abgebaut.
Vereinfachung durch Vertrag
«Jede Stunde, die wegen rechtlicher oder administrativer Barrieren verloren geht», könne die Rettung von Opfern verhindern, liess sich IFRC-Generalsekretär Jagan Chapagain zitieren.
2025 waren laut der IFRC mehr als 110 Millionen Menschen von 358 Naturkatastrophen betroffen. Die wirtschaftlichen Verluste beliefen sich auf über 169 Milliarden Dollar.
In vielen von Katastrophen betroffenen Ländern dauerten Zollverfahren üblicherweise rund elf Tage. Zudem seien etwa 60 Prozent der eintreffenden Lieferungen Güter, die nicht dringend benötigt würden, was die Arbeit der Helferinnen und Helfer erschwere.
Die Staaten werden sich 2027 treffen, um über ein internationales Abkommen zu verhandeln. Die IFRC begleitet den Prozess nach eigenen Angaben mit ihrer technischen Erfahrung.