The Swiss voice in the world since 1935

Schmelzender Urner Gletscher gibt 1963 abgestürztes Flugzeug frei

Keystone-SDA

Beim Urner Hüfifirngletscher sind rund 250 Kilogramm Material eines 1963 abgestürzten Flugzeugs geborgen worden. Ein Berggänger hatte die Kantonspolizei Uri über das freigelegte Wrack informiert, wie diese am Mittwoch mitteilte.

(Keystone-SDA) Die zusammen mit der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) getroffenen Abklärungen ergaben, dass es sich «mit grösster anzunehmender Wahrscheinlichkeit» um ein 1963 abgestürztes Flugzeug handelt. Die geborgenen Wrackteile werden nun von einem Recyclingbetrieb fachgerecht entsorgt.

Dass das Wrack nach dem Absturz vor über 60 Jahren nicht geborgen wurde, sei aufgrund der damals beschränkten technischen Möglichkeiten nicht ungewöhnlich, schrieb die Kantonspolizei. Die Überreste wurden erst durch das Abschmelzen des Gletschers wieder sichtbar.

Die Bergung fand am Donnerstag, 3. September, statt und wurde von der Sust organisiert. Neben der Kantonspolizei Uri standen auch ein privates Helikopter- und ein weiteres privates Transportunternehmen sowie das Gebirgsdetachement der Schweizer Luftwaffe im Einsatz, wie es weiter hiess.

Mehrere Flugunfälle im Mai 1963

Im Mai 1963 kam es auf dem Hüfifirngletscher beim Claridenpass zwischen Uri und Glarus gleich zu mehreren Flugunfällen, wie aus der Berichtedatenbank der Sust hervorgeht. Zunächst stürzten am 9. Mai ein Pilot und eine Passagierin in einem Leichtflugzeug des Herstellers Champion ab. Sie blieben unverletzt.

Tags darauf führte ein Bergungsversuch zu einem weiteren Absturz eines Flugzeugs vom Typ Piper Super Cub, wiederum ohne Verletzte. Am 21. und 22. Mai folgten weitere Unterfangen, um die beiden Flugzeuge mithilfe eines Helikopters zu bergen.

Während das Wrack der Champion-Maschine am 22. Mai 1963 auf dem Flugplatz Mollis GL ankommt, gelang die Bergung des Piper-Flugzeugs nicht. Am 21. Mai lag dies daran, dass das Wrack im Schnee hängen blieb, sich überschlug und mit dem rechten Flügel gegen den Helikopter schlug. Am nächsten Tag scheiterte die Aktion, nachdem die Last beim Abflug stark zu schwingen begann. Der Pilot entschied sich, das Wrack auszuklinken und es fiel hunderte Meter in die Tiefe.

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft