Schweiz verpasst Chance gegen Schweden

Keystone

Die Schweiz kann das Aus an der Heim-WM nur noch mit einem kleinen Wunder abwenden: Nach der 1:4-Pleite gegen Schweden muss das Krueger-Team am Montag gegen die USA alle drei Punkte holen, um das Ziel Viertelfinale zu erreichen.

Dieser Inhalt wurde am 03. Mai 2009 - 21:04 publiziert

Die Schweiz hat die erste von zwei Chancen verpasst, sich an der Heim-WM doch noch für das Viertelfinale zu qualifizieren. Das Team von Ralph Krueger unterlag am Sonntag in Bern Olympiasieger Schweden ohne den Hauch einer Chance 1:4.

Damit müssen die Schweizer am Montag zum Abschluss der Zwischenrunde gegen die USA in der regulären Spielzeit gewinnen, um die Runde der besten acht zu erreichen. Dafür ist jedoch ein klare Leistungssteigerung nötig, denn gegen die Schweden traten die Gastgeber ohne jegliche Inspiration an.

Realistischer als ein Sieg mit der vollen Punktzahl über die USA erscheint nach dem kraft- und saftlosen Auftritt von Sonntag aber, dass das Team von Coach Ralph Krueger erstmals seit 2006 die Viertelfinals verpassen wird.

Vorsätze nicht umgesetzt

Die Leistung gegen Schweden genügte höheren Ansprüchen nicht mehr. Die Schweizer gerieten früh in Rückstand und waren danach in keiner Weise zu einer Reaktion fähig. Das Ehrengoal gelang Romano Lemm erst 194 Sekunden vor Schluss in Überzahl.

Nachdenklich stimmt, dass die Platzherren die Vorsätze, mit denen sie gegen Schweden aufs Eis gingen, nie auch nur ansatzweise umzusetzen vermochten. Weder beeindruckten sie die Skandinavier mit einer besonders "bösen" Gangart, noch setzten sie die Defensive des Drei-Kronen-Teams unter Dauerdruck.

Für die Schweden dagegen ist das Zittern dank den Toren von Johnny Oduya (6. Minute), Johan Harju (25.), Linus Omark (47.) und Johan Andersson (56.) zu Ende - sie haben die Viertelfinalqualifikation dank dieser drei fast geschenkten Zähler in der Tasche.

Dank den Russen noch nicht draussen

Dass die Schweizer noch nicht ausgeschieden sind, verdanken sie Titelverteidiger Russland. Die Equipe von Slawa Bykow bezwang die USA am Samstag nach einem 0:1-Rückstand souverän 4:1 und nimmt die Viertelfinals als Sieger ihrer Zwischenrunden-Gruppe in Angriff.

Die Letten ihrerseits feierten gegen Frankreich einen 7:1-Kantersieg und weisen wie die USA und Schweden sieben Punkte auf. Die Schweiz folgt mit vier Zählern im 5. Rang, nur vor Schlusslicht Frankreich.

Enorme Mankos in der Offensive

Vor einem Jahr erzielten die Schweizer an der WM in Kanada 20 Tore, so viele wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr an einem Grossanlass. Nur ein Jahr später offenbaren die Schweizer in der Offensive katastrophale Mankos.

Lediglich acht Tore erzielte das Heimteam in den ersten fünf WM-Partien. Nur an der WM 2002 in Schweden blieben sie in der Ära Krueger noch weniger effektiv. Weil die Schweizer sich beim Toreschiessen so schwer tun, wirken sich individuelle Fehler und Strafen umso fataler aus.

Seltenheitswert: Gute Schweizer Szenen

Gegen Schweden griff Goalie Martin Gerber, er war einmal mehr bester seines Teams, schon nach gut fünf Minuten ins Leere. Auch an den weiteren Gegentoren durch Johan Harju (0:2), Linus Omark (0:3) und Johan Andersson (0:4) traf den Emmentaler keine Schuld.

Gute Schweizer Szenen besassen in der ausverkauften PostFinance-Arena Seltenheitswert. Sandy Jeannin verpasste in der 2. Minute das 1:0 nur um Haaresbreite, als er den Pfosten traf.

Zur Wende fähig?

Wieder Jeannin und Thomas Ziegler kamen in der 18. Minute zu Ausgleichschancen. Nach dem zweiten Gegentor in der 25. Minute stand eine Wende jedoch nicht mehr zur Diskussion.

Berufsoptimist Ralph Krueger muss jetzt seine ganzen Motivationskünste aufbieten, damit seine Spieler nur gut 24 Stunden nach dem desolaten Auftritt noch einmal ihr frechstes Gesicht zeigen, mit dem sie den Russen am letzten Dienstag das Fürchten gelehrt hatten.

swissinfo und Agenturen

Zentrum der Eishockey-Welt

Die Eishockey-WM 2009 mit den besten 16 Nationalteams findet bis am 10. Mai im Hauptaustragungsort Bern und in Kloten statt.

Von den 56 Partien finden 32 in der PostFinance-Arena in Bern statt (inkl. alle Finalspiele), 24 Spiele in der Arena Zurich-Kloten.

Favorisiert sind Titelveteidiger Russland und Kanada.

Ziel der Schweiz, aktuelle Nr. 8 der Weltrangliste, ist das Viertelfinale. Für das Erreichen des Halbfinales wäre ein absoluter Exploit des Teams von Coach Ralph Krueger nötig.

Die Hoffnungen im Schweizer ruhen auf den beiden NHL-Stars Mark Streit und Martin Gerber sowie dem Riesen Ryan Gardner, der 196 Zentimeter misst.

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WM: Zahlen und Fakten

Die Organisatoren unter Präsident Gian Gilli erwarten rund 300'000 Fans.

Die PostFinance-Arena in Bern fasst an der WM 11'500 Zuschauer, die Arena Zurich-Kloten 6700.

In den beiden WM-Stadien sind 1100 freiwillige Helfer im Einsatz.

Das Gesamtbudget der Organisatoren beläuft sich auf 31 Mio. Franken.

Für den Grossanlass haben sich rund 800 Journalisten akkreditiert.

Die 56 Spiele werden von 190 TV-Stationen in über 100 Länder übertragen.

Gesamthaft verfolgen 800 Millionen Zuschauer die WM am Fernsehen.

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