Schweiz weiter auf US-Beobachtungsliste für Währungsmanipulationen
Die Schweiz bleibt mit neun anderen Ländern auf der US-Beobachtungsliste für Währungsmanipulationen. Allerdings hat die Schweiz Chancen, bei der nächsten Ausgabe des Reports von der Liste gestrichen zu werden.
(Keystone-SDA) In dem alle sechs Monate veröffentlichten Report untersucht das US-Finanzministerium die Praktiken von grösseren Handelspartnern der USA, die insgesamt rund 80 Prozent des US-Aussenhandels ausmachen. US-Finanzminister Scott Bessent will damit gegen unfaire Währungspraktiken vorgehen, die amerikanischen Unternehmen schaden würden, wie er in einem Communiqué vom Donnerstagabend erklärte.
Der jetzige Report hat festgestellt, dass keiner der grösseren Handelspartner alle drei Kriterien für eine vertiefte Untersuchung im Jahr 2025 erfüllt habe, hiess es. Allerdings stünden zehn Länder auf der Beobachtungsliste, deren Währungspraktiken und Wirtschaftspolitik eine erhöhte Aufmerksamkeit verdiene, hiess es: Diese seien neben der Schweiz China, Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand, Singapur, Vietnam und Irland.
Auf die Liste wird ein Land gesetzt, wenn es zwei von drei Kriterien erfüllt. Und wenn ein Land mal auf der Liste ist, bleibt es für mindestens zwei halbjährliche Reports lang drauf. Damit will die US-Regierung sicherstellen, dass die ergriffenen Massnahmen dauerhaft sind.
Chance bei der nächsten Ausgabe
Das US-Finanzministerium hatte die Schweiz im Juni 2025 auf die Beobachtungsliste gesetzt. Nun könnte die Schweiz beim nächsten Bericht von der Liste gestrichen werden. Im aktuellen Report haben die Schweiz sowie Thailand und Singapur nur noch eines von drei Kriterien erfüllt. «Sie werden von der Beobachtungsliste entfernt, wenn sie bei dem nächsten Report weniger als zwei Kriterien erfüllen», schrieb das US-Finanzministerium.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Vorwurf der Währungsmanipulation stets zurückgewiesen. Im vergangenen September hatten das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD), die Nationalbank und das US-Finanzministerium eine entsprechende gemeinsame Erklärung in makroökonomischen und wechselkursbezogenen Fragen unterschrieben.
Darin bekräftigen die Schweiz und die USA, Wechselkurse nicht dazu zu benutzen, Zahlungsbilanzanpassungen zu verhindern oder sich unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Zudem bestätigte die Erklärung, dass eine Devisenmarktintervention für die SNB ein wichtiges geldpolitisches Instrument sei, um angemessene monetäre Rahmenbedingungen zu gewährleisten und die gesetzliche Aufgabe der Preisstabilität zu erfüllen.