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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Zum Jahresschluss ein Schweizer Pass? Ina Bauspiess gabs einen solchen. Was sie dafür pauken musste, befremdet den geborenen Schweizer. Aber lassen wir jetzt die Raketen steigen und gönnen uns einen Mohrenkopf!

Liebe Grüsse aus Bern und ein wunderbares neues Jahr

Schweizer Pass
Etwa 50 Personen pro Jahr sind von einer Annullierung ihrer Schweizer Staatsbürgerschaft betroffen. Keystone

Hindernisparcours zum roten Pass: Den hat Ina Bauspiess durchlaufen. Mit Erfolg: Die gebürtige Deutsche ist jetzt Schweizerin. Aber auf dem Weg fand sie sich zurückversetzt in die Zeit als Schulmädchen.

Petflasche bitte in den eigens dafür vorgesehenen Behälter, Phar-ma-in-du-strie, der höchste Berg im Kanton Zürich. Dafür keine Namen von Bundesrätinnen und Bundesräten: Auf dem Weg zum Schweizer Bürgerrecht ass Ina Bauspiess hartes Brot. Jetzt erzählt sie, was sie im Vorbereitungskurs für den Einbürgerungstest alles erlebt hat.

Mit 13 Anwärtern paukt sie auf die alles entscheidende Prüfung hin. Den Kursleiter, ein gewisser Herr Mettler, beschreibt sie als einigermassen pingelig. Als er sie darauf aufmerksam macht, dass sie ein besonderes Augenmerk auf die Kelten haben solle, staunte Bauspiess Bauklötze.

Da fragt sich doch auch der Schweizer von Geburt, um was es bei diesem Einbürgerungstest geht. Buchstabieren? Die Urgeschichte der Schweiz? Ich möchte mit Frau Bauspiess & Co. anderes diskutieren.Etwa, dass sie hier nicht nur Steuern zahlen müssen, sondern fortan auch mitreden und mitbestimmen können. Zum Beispiel.

Bundesrat 2020
Offizielles Bundesrats-Foto 2020. Links Walter Thurnherr, der Bundeskanzler, der die Bezeichnung «achter Bundesrat» nicht mag. Bundeskanzlei / Annette Boutellier / Yoshiko Kusano

Der Bundesrat, die Schweizer Regierung, zählt sieben Mitglieder. Doch auf dem traditionellen Bild zum neuen Jahr sind stets acht Personen drauf. Schleicht sich da immer ein bundeshäuslicher Foto-Crasher ein? 

Mitnichten! Person Nr. acht ist stets die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler.

Doch was macht dieser, aktuell ist es Walter Thurnherr, eigentlich, dass er mit aufs Bild darf, oder muss? Mein Kollege Peter Siegenthaler hat sich auf die Socken gemacht. Das Resultat seiner Recherche ist ein kurzes Pflichtenheft in das wohl unbekannteste politische Hochamt der Schweizer Demokratie.

Als ich Walter Thurnherr einmal interviewt habe, fragte ich ihn, ob er der achte Bundesrat sei. Höflich, aber bestimmt antwortete er, dass er das nicht sei. Vielmehr sei er eine Art oberster Beamter – als Leiter der Bundeskanzlei. Diese plant und koordiniert die Geschäfte, die von den sieben Bundesräten beraten und entschieden werden.

Immerhin: Tagen die sieben Bundesräte im Bundesratszimmer, sitzt Thurnherr mit am Tisch. Doch er kann das Kollegium nur beraten. Abstimmen ist ihm versagt.

Der Mohrenkopf – Rassismus hat sich auch in unserer Sprache niedergeschlagen. swissinfo.ch

Ein Berner will den «Mohrenkopf» retten. Denn der Mohrenkopf ist in akute Ungnade gefallen. Nicht wegen der sündhaften Kalorien, sondern wegen des Namens.

An Silvester wird gerne geschlemmt. Zur Feier des überstandenen Jahres sich noch einmal richtig den Bauch vollschlagen. Ein Mohrenkopf ist vielleicht nicht gerade der Silvester-Klassiker. Aber immerhin zählt der zuckersüsse Eiweissschaum mit dem hauchfeinen Schokoladekleid zu den aktuell umstrittensten kulinarischen Genüssen.

Eric von Graffenried ist eigentlich Anwalt. Als solcher hatte er es mit zahlreichen Prominenten dieser Welt zu tun. Dann hat er sich seinen Traum verwirklicht: Er gönnte sich eine Schokoladenfabrik. Deren Spezialität: der Mohrenkopf.

Ob der Name auf den Misthaufen der Geschichte gehört, weil «ein Relikt aus der kolonialistisch-rassistischen Mottenkiste», wie die Neue Zürcher Zeitung die Kritiker paraphrasiert, oder ob unproblematisch, wie die Gegenseite behauptet – Schokoladebaron von Graffenried will nur eines: feine Mohrenköpfe machen und deren angeschlagenes Image mit Qualität wiederaufpolieren.

Mit Böllern und Lichterglanz am Himmel das alte Jahr verabschieden und das neue willkommen heissen: Dies ist das Silvesterfeuerwerk. Eines der grössten und bekanntesten in der Schweiz findet in Basel statt. Die 20. Auflage heute Nacht auf dem Rhein ist aber eine verkürzte Version – der Umwelt zuliebe.

Obwohl weitgehend von Privaten finanziert, haben die Basler Behörden ein Machtwort gesprochen: Verkürzung um einen Drittel. Statt wie bisher 21 Minuten dauert der farbenfrohe und knallige Genuss am Firmament noch 16 Minuten. Damit soll weniger Feinstaub in die Basler Luft geschossen werden.

Die Klimadebatte hat also die Bräuche und Festivitäten erreicht. Aber wie man die Baslerinnen und Basler kennt, werden sie sich durch den kleinen Verlust die Festlaune nicht verderben lassen – das Feuerwerk ist nur eine von zig Attraktionen der Silvesternacht am Rhein.


Mann mit Staubsaugern
sda-ats

Können Sie Fragen über die Schweiz richtig beantworten? swissinfo.ch hat im Laufe des Jahres 2019 eine Reihe von Faktenchecks veröffentlicht, die auf Fragen unserer Leserinnen und Leser zurückgingen. 

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Über die Feiertage werden wir auf Facebook acht verschiedene Fragen stellen, die wir im vergangenen Jahr aufgrund von Leseranfragen in einem Faktencheck überprüft haben. Im Januar veröffentlichen wir die Ergebnisse des Quiz‘ – und die richtigen Antworten. 

Die heutige Frage: Darf man an Sonntagen die Wohnung staubsaugen?

Eine Grafik eines Smartphones.
swissinfo.ch

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