Bundesrat Couchepin hält Expo-Probleme für lösbar
Rund um die «Expo.02» tut sich einiges: Neue Budget- Entwürfe mit tieferen Gesamtkosten sind in Arbeit, ein neuer Leiter der Bundesprojekte in Sicht. Bundesrat Pascal Couchepin sieht die Landesausstellung denn auch auf gutem Weg.
Rund um die «Expo.02» tut sich einiges: Neue Budget-
Entwürfe mit tieferen Gesamtkosten sind in Arbeit, ein neuer Leiter
der Bundesprojekte in Sicht. Bundesrat Pascal Couchepin sieht die
Landesausstellung denn auch auf gutem Weg.
Die Probleme um die geplante Landesausstellung EXPO.02 in der Drei-Seen-Region seien grundsätzlich lösbar. Diese Meinung vertrat der schweizerische Wirtschaftsminister Bundesrat Pascal Couchepin (Bild) in einem Gespräch mit der «Basler Zeitung».
Die Schwierigkeiten könnten nach seinem derzeitigen Wissensstand überwunden werden, erklärte Couchepin in einem ganzseitigen Interview mit der «Basler Zeitung». Eine dezentralisierte Ausstellung sei zwar viel schwieriger, aber machbar. «Ich weiss einfach, dass das Ganze jetzt auf gutem Wege ist, damit wir dann die nötigen Entscheide treffen können», sagte er wörtlich.
Dies zu erreichen, war laut Couchepin alles andere als einfach. Er befasse sich seit einem Jahr mit der Expo. In dieser Zeit sei es gelungen, doch eine viel klarere und bessere Ausgangslage zu schaffen.
Am Wochenende hatte die ehemalige künstlerische Leiterin der EXPO 01, Pipilotti Rist, in einem Interview erklärt, auch die Politik sei für die Expo-Krise mitverantwortlich. Nach ihrem Rücktritt im vergangenen Dezember habe sie auch mit einem Bundesrat über ihre Vorbehalte gegen die Expo-Leitung gesprochen. Die Politik habe aber nichts unternommen. Darauf angesprochen meinte Couchepin, Rist habe leider nicht bei ihm um Hilfe gerufen. Er habe sie noch ein paar Tage vor ihrem Rücktritt getroffen, doch habe sie ihm nichts von ihren Befürchtungen mitgeteilt. Rist hatte offenbar mit Bundesrat Moritz Leuenberger über ihre Bedenkne gesprochen.
Rüstungsmanager soll Bundesprojekte leiten
Die vier vom Bund zu realisierenden Expo-Projekte sollen vom früheren Rüstungsmanager Alfred Nyffeler geleitet werden, wie Hugo Wermelinger, Sprecher der Gruppe für Rüstung, mitteilte. Nyffeler war früher Direktor des Bundesamtes für Waffensysteme und Munition. Die formelle Wahl Nyffelers sei noch nicht erfolgt. Ende Oktober war beim Bund ein neues Gremium mit Rüstungschef Toni Wicki für die Koordination der staatlichen Expo-Projekte gebildet worden. Nyffeler gilt gemäss Presseberichten als erfahren in der Führung komplexer und aufwendiger Projekte.
Steinegger entwirft Budget mit tieferen Gesamtkosten
Der Präsident des Expo-Steuerungskomitees, Franz Steinegger, arbeitet derzeit an zwei Budget-Entwürfen für die Landesaussstellung. Die zweite Variante lässt dabei die bisherigen Auflagen weg und wäre nicht mehr an die Realisierung der vier Arteplages gebunden.
Seine Berechnungen setzten die Gesamtkosten von 1,6 auf 1,3 Milliarden Franken hinab, bestätigte Steinegger am Mittwoch (3.11.) auf Anfrage. Der erste Budget-Entwurf sieht weiterhin eine Landesausstellung mit vier Arteplages in Yverdon, Murten, Neuenburg und Biel vor. Seien aber die Kosteneinsparungen beim ersten Entwurf zu klein, sollten die Auflagen weggelassen werden. Der zweite Budget-Entwurf habe «no limits», sagte Steinegger. Vorgabe sei bloss eine Landesausstellung in der Drei-Seeen-Region. Die Form sei neu zu überdenken.
SRI und Agenturen
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