IKRK empört über VPM-Plakate
Mit dem Roten Kreuz werben VPM-nahe UNO-Gegner für ein Nein an der kommenden Abstimmung. Das IKRK will von solcher Werbung nichts wissen.
«Wir wollen in keiner Weise in den Abstimmungskampf hineingezogen werden», sagt IKRK-Pressesprecherin Antonella Notari. In einer Pressemitteilung protestiert das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) gegen die Verwendung seines Namens, Emblems und seiner Tätigkeit.
Grund für den Protest ist eine Plakat-Kampagne von UNO-Gegnern, dem «Eidgenössischen Komitee für eine neutrale, souveräne und demokratische Schweiz» mit Sitz in Zürich. Die Plakate tragen den Slogan «Ja zum Roten Kreuz – Nein zur UNO und zum Krieg» und zeigen einen Jeep des IKRKs in Afghanistan.
Rückzug gefordert
Das IKRK hatte das Abstimmungs-Komitee aufgefordert, die Plakate umgehend zurückzuziehen. Wenn das nicht geschehe, werde das IKRK rechtlich gegen das Komitee vorgehen.
Inzwischen ist offenbar eine Einigung gefunden worden: Das Komitee hat, gemäss seinem Sprecher Mathias Ettler, mit dem IKRK ein Arrangement getroffen, wonach keine weiteren Plakate ausgehängt werden. Die schon aufgehängten rund 70 Plakate müssten aber nicht entfernt werden.
IKRK neutral
Laut Notari will das IKRK weder für den Beitritt zur UNO, noch dagegen Stellung beziehen. «Wie auch immer die Abstimmung ausfällt, es wird sich nichts an der Tätigkeit des IKRK und seinen Prinzipien von Unabhängigkeit, Neutralität und Unparteilichkeit ändern.»
VPM gegen UNO
Hinter dem «Eidgenössischen Komitee für eine neutrale, souveräne und demokratische Schweiz» steckt gemäss Recherchen des Sektenspezialisten Hugo Stamm die «Vereinigung zur Förderung psychologischer Menschenkenntnisse» (VPM). Der VPM gilt als Psycho-Sekte.
Zusammen mit den verschiedenen rechtskonservativen Splittergruppen die im Komitee vertreten sind, hat der VPM schon gegen die Bilateralen und das revidierte Militärgesetz gekämpft.
swissinfo und Agenturen
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