Schweizer Unterhosen gewinnen einen Ig-Nobelpreis
Ein Forschungsprojekt der Universität Zürich und der Forschungsanstalt Agroscope hat mit vergrabenen Unterhosen die Bodenqualität in der Schweiz untersucht. Am Donnerstag erhielten die Forschenden dafür einen Ig-Nobelpreis.
(Keystone-SDA) Am Projekt «Beweisstück Unterhose» beteiligten sich mehr als tausend Personen aus der ganzen Schweiz. Gärtnerinnen und Gärtner sowie Landwirtinnen und Landwirte vergruben dafür zwei handelsübliche Baumwollunterhosen in ihren Böden.
Die Zersetzung des Baumwollstoffs diente als Indikator für die Bodenaktivität. Das Prinzip ist bestechend einfach: Je schneller die Unterhose verschwindet, desto mehr Leben steckt im Boden. Bakterien, Pilze, Regenwürmer und allerlei anderes Getier machen sich über die Baumwolle her. Ein Paradies für Bodenorganismen.
«Es ging darum, Leuten bewusst zu machen, wie wichtig der Boden ist», sagte Marcel van der Heijden von der Universität Zürich zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Theoretisch hätte man auch mit Baumwoll-T-Shirts die gleichen Resultate erreichen können. Aber das Interesse der Öffentlichkeit wäre dann wohl geringer gewesen.
«Eine grosse Ehre»
Nun ist das Projekt mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet worden. Ein Preis, der Forschungsarbeiten ehrt, die zunächst zum Lachen bringen und danach zum Nachdenken. «Eine grosse Ehre», betonten die Forschenden.
Die Unterhosen hätten auch durchaus wichtige Resultate gebracht. Sie haben gezeigt, dass Bio-Böden konventionelle Äcker in Sachen Unterhosen-Zersetzung ziemlich alt aussehen lassen. Während in biologisch bewirtschafteten Feldern die Baumwolle kräftig angeknabbert wurde, blieb auf manchen konventionellen Flächen deutlich mehr Stoff übrig. Besonders lebendig präsentierten sich die Böden von Gärten und Wiesen.
Die Forschungsdaten sollen in eine Karte einfliessen, die künftig zeigt, wie gesund die Böden der Schweiz sind.