Silvesterchläuse ziehen am «Alten Silvester» durch Ausserrhoden
Ab dem Morgengrauen zogen am Dienstag im Kanton Appenzell Ausserrhoden Silvesterchläuse von Hof zu Hof. Sie wünschten den Bewohnern am 13. Januar schellend und singend ein gutes neues Jahr nach dem julianischen Kalender.
(Keystone-SDA) Die Gruppen von Chläusen, sogenannte Schuppel, besuchten auf geheimen Routen Wohnhäuser und Höfe. Dort stellten sie sich im Kreis auf, bewegten ihre Schellen und sangen einen wortlosen Naturjodel, ein Zäuerli.
Besonders im Hinterland von Ausserrhoden wird die Jahreswende zweimal gefeiert: am 31. Dezember und nochmals am «Alten Silvester» am 13. Januar. Dies hat seinen Ursprung im konfessionellen Streit des 16. Jahrhunderts, als Papst Gregor XIII. den julianischen Kalender anpasste. Die protestantischen Ausserrhoder weigerten sich, diesen anzuerkennen.
Der Brauch ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Feuerwehr und Polizei waren am Dienstag in Urnäsch AR bemüht, die anreisenden Schaulustigen in den Morgenstunden in Parkplätze zu weisen.
Appenzellerland Tourismus rief dazu auf, die Silvesterchläuse aus «respektvoller Distanz» zu beobachten. Besonders vor privaten Häusern sei der Abstand und ein ruhiges und diskretes Verhalten wichtig. Applaus und Handylichter würden von der mystischen, sinnlichen und klangvollen Stimmung ablenken.