SLF simuliert Bergstürze an einem 3D-Modell von Blatten VS
Forschende des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF haben ein detailgetreues 3D-Modell der Region Blatten VS erstellt, um Massenbewegungen zu untersuchen. Die Experimente sollen helfen, Naturgefahren zuverlässiger einzuschätzen.
(Keystone-SDA) Die Versuche sollen die Zuverlässigkeit von Computermodellen erhöhen, mit denen Behörden von Kantonen und Gemeinden künftig Gefahren für Siedlungen und Infrastruktur beurteilen, wie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF am Dienstag mitteilte. Für die Experimente wurde die Landschaft um Blatten im Massstab 1:577 nachgebaut.
Das Modell befindet sich in einem ehemaligen Militärbunker bei Davos. Es hat eine maximale Grösse von 5,4 auf 4,5 Metern und besteht aus 56 Einzelteilen, deren Druck rund 100 Tage dauerte. Laut den Forschenden handelt es sich um eine langfristige Forschungsinvestition.
In den Experimenten wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Lehm über das Modell geleitet. Kameras, Laser und Sensoren messen dabei unter anderem die Geschwindigkeit, die Abflusshöhe und die Ablagerungen der künstlich erzeugten Massenbewegung.
«Derzeit interessieren wir uns besonders für den Einfluss der Geländekrümmung auf die Strömungsdynamik», wurde Johan Gaume, Leiter der Forschungsgruppe Alpine Massenbewegungen am SLF in der Mitteilung zitiert.