Sonova übernimmt Advanced Bionics – Transaktionskosten von 510 Mio CHF (AF)
(ergänzt um weitere Details)
Stäfa (awp) – Die Sonova Holding AG übernimmt für rund eine halbe Milliarde Franken die US-Firma Advanced Bionics Corporation und expandiert damit in einen neuen Bereich. Das in Los Angeles beheimatete Unternehmen gehöre zu den global führenden Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von Cochlea-Implantaten, teilte der Hörgerätehersteller am Montag mit.
Die Tranksaktions-Summe von 510 Mio CHF bei aktuellem Wechselkurs – bestehend aus der Kaufsumme von 489 Mio USD sowie den Transaktionskosten von 10 Mio CHF – werde vollständig in bar geleistet. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen soll die Transaktion innerhalb der nächsten drei Monate vollzogen werden.
Mit der Akquisition unternehme Sonova einen strategischen Expansionsschritt ins Marktsegment der Cochlea-Implantate, dessen jährliche Wachstumsrate auf 10-15% geschätzt werde, heisst es. «Durch die Übernahme erschliesst Sonova eine neue Quelle für nachhaltiges Geschäftswachstum und stärkt ihre Position als führende Anbieterin von Hörsystemen und medizinischen Hörlösungen», wird Sonova-CEO Valentin Chapero in der Mitteilung zitiert.
Advanced Bionics hat 2008 einen Umsatz von 117 Mio USD erzielt. Das Unternehmen wurde laut Mitteilung 1993 gegründet, ist heute in über 30 Ländern präsent und mit einem Marktanteil von 18% weltweit der zweitgrösste Hersteller von Cochlea-Implantaten. Hauptaktionär ist Al Mann.
Cochlea-Implantate sind operativ implantierte Geräte, die es Menschen mit schwerem Hörverlust wieder ermöglichen sollen, besser zu hören. Die Geräte bestehen aus einem externen Sound-Prozessor, der Sprachlaute und Umgebungsgeräusche aufnimmt und in digitale Signale umwandelt, einer Sendespule mit Magnet, welche die Signale an das Implantat weiterleitet und einer direkt in die Cochlea (Hörschnecke) implantierten Elektrode, die durch elektrische Signale den Gehörnerv stimuliert. Der Hörnerv sendet dann Impulse an das Gehirn, welches diese als Sprache oder Geräusch interpretiert
Sonova will die Performance des Unternehmens deutlich steigern. Der Umsatz soll in den nächsten drei bis fünf Jahren verdoppelt und die EBITA-Marge auf mindestens 20% gesteigert werde, heisst es. Advanced Bionics werde dabei als eigenständige Geschäftseinheit innerhalb der Gruppe geführt.
Nach heutigem Informationsstand werde die Akquisition im zweiten Jahr nach Abschluss der Transaktion zum Gewinn pro Aktie (EPS, vor transaktionsbezogenen Abschreibungen) beitragen, heisst es weiter. Die aufgenommenen Mitteil sollten über die fortlaufende Generierung von freiem Cashflow zurückbezahlt werden können, heisst es.
Sonova finanziert die Transaktion mittels einer Barzahlung in Höhe von 40 Mio CHF aus eigenen liquiden Mitteln und mittels eines Akquisitionsdarlehen in Höhe von 470 Mio CHF. Dieses Darlehen teile sich in zwei Tranchen auf: Ein innerhalb von drei Jahren rückzahlbarer Kredit von 240 Mio CHF und eine Tranche von 230 Mio CHF mit einer fünfjährigen Laufzeit. Für die Finanzierung wurden die Banken Credit Suisse, UBS und ZKB zu Hilfe gezogen.
Sonova stoppt wegen der Tranksaktion das im September 2007 begonnene Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 10% des Aktienkapitals per sofort. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 2’113’500 Namenaktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 94,98 CHF zurückgekauft, entsprechend 3,15% des Aktienkapitals zum Zeitpunkt der Initiierung des Programms. Das Rückkaufsvolumen betrug 200,7 Mio CHF. Die Generalversammlung 2009 hat eine Kapitalherabsetzung durch Vernichtung der noch nicht vernichteten 718’500 Namenaktien beschlossen.
uh/cf