Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Können Sie in Ihrem Wohnland schon wieder feiern? Die Regierung war sich des Risikos von Partys bewusst, als sie die Corona-Massnahmen lockerte. Das zeigt eine Risikobeurteilung des Bundes.
Herzliche Grüsse aus Bern
Superspreader an Partys. So verbreitet sich das Coronavirus wieder schneller. Laut einer Risikobeurteilung war sich der Bundesrat dessen bewusst.
Ansteckungsrisiko: «hoch»; Einführung von Schutzmassnahmen: «schwierig»; Distanzregeln und Schutzausrüstung: «nicht anwendbar». Das steh geschrieben in der Corona-Risikobeurteilung des Bundes zur Wiedereröffnung von Clubs. Sie wurde bereits im April verfasst, gelangte aber erst jetzt an die Öffentlichkeit.
Seit dem 6. Juni wird in der Schweiz wieder Party gefeiert. Am letzten Wochenende kam es in einer Bar in einem Zürcher Vorort zu einem Vorfall: Anscheinend wurden dort über 20 Personen mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Zeitungen des Tamedia-Verlags berichten.
Die Nachverfolgung von mutmasslich Angesteckten entpuppe sich als Albtraum, kommentiert der Tages-Anzeiger: «Jede dritte E-Mail-Adresse war falsch. Contact-Tracer wurden am Telefon beschimpft, manche Gäste bekamen keinen Anruf. So wird das nichts.» Um eine zweite Welle zu verhindern, sollten Clubbetreiber in der Sommerpause ihre Konzepte überarbeiten, schlägt der Tagi vor. «Der hohe Preis ist bezahlbar, wenn man sich vor Augen hält, was es zu verhindern gilt: einen zweiten Lockdown.»
- Der Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Der Kommentar im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Kritik aus Zürich: Der Bundesrat (Landesregierung) habe die Risikoanalyse nicht an die Kantone geliefert, wie der Blick berichtetExterner Link.
- Unser Artikel zur momentanen Situation in der Schweiz.
Seit letztem Donnerstag ist die Schweizer Tracing-App verfügbar. Doch erst wenige nutzen «SwissCovid».
Haben Sie die App bereits heruntergeladen? Rund 855’000 Menschen – so wenige erst haben die neue App zur Nachverfolgung von Coronafällen auf ihrem Smartphone installiert. Das ist lediglich jede zehnte Schweizerin und jeder zehnte Schweizer.
Trotzdem zeigen sich das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die App-Entwickler erfreut. Es brauche eine gewisse Zeit, bis alle Interessierten die App installiert hätten. Die Nachfrage ziehe kontinuierlich an, was positiv sei, zitiert SRF News einen der Entwickler.
Das BAG beobachtet eine Zunahme der Downloads und der Anzahl aktiver Apps. Die Beurteilungen in den App-Stores seien grösstenteils sehr positiv. Nun soll die Schweizer Bevölkerung drei weitere Wochen lang dazu aufgerufen werden, die App zu nutzen.
- Der Artikel bei SRF NewsExterner Link (mit Video).
- Hier finden Sie die neusten Meldungen und Berichte von SRF News zum Thema CoronavirusExterner Link.
- Offizielle Informationen über das neue CoronavirusExterner Link auf der Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
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Sein Name klingt fremdländisch. Er sieht anders aus. Er ist Schweizer. Wie Alexandre Afonso den Alltag erlebt.
In der Schweiz geboren und aufgewachsen. Der erste gewählte ausländische Gemeinderat in seiner Heimatstadt. Danach eingebürgert. Seither ist Afonso Schweizer. Doch viele nehmen ihn nicht als Schweizer wahr.
Immer wieder werde er nach Cristiano Ronaldo gefragt, wenn er seine portugiesischen Wurzeln erwähne. Das schreibt er in seinem Standpunkt für SWI swissinfo.ch. Nur habe er nie in Portugal gelebt. «Es erstaunt mich immer wieder, dass mein Name und mein Aussehen den Menschen, die ich treffe, so viel wichtiger erscheinen als wo ich den grössten Teil meines Lebens verbracht habe.»
Afonso findet das ziemlich frustrierend, «weil ich in gewisser Weise viel härter gearbeitet habe, um Schweizer zu sein, als die meisten Schweizerinnen und Schweizer». Anscheinend seien die Menschen immer noch dem Schubladendenken verhaftet, wie genau ein Schweizer auszusehen habe.
- Der Standpunkt von Alexandre Afonso für SWI swissinfo.ch.
- Über Rassismus in der Schweiz schrieb bei uns kürzlich auch Anja Glover.
Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Dieses Bibelprinzip lebt ein Auslandschweizer-Paar und hat in Senegal eine Pflegefamilie gegründet.
Kindern eine gesunde und stabile Familie bieten. Das wollten Mirjam und Claudio Steiner, als sie vor fünf Jahren alle Zelte in der Schweiz abbrachen und nach Senegal zogen. In einem Dorf kauften sie mit Hilfe einer christlichen Organisation Land und bauten zwei Häuser für verstossene oder weggegebene Babys und Kinder.
Senegal kannten die beiden bereits, bevor sie einander kennenlernten. Mirjam war in einem Projekt zur Alphabetisierung von Strassenmädchen tätig, Claudio in einem anderen Sozialprojekt. In einer Freikirche fanden sich die beiden. Und merkten bald einmal, dass sie «die gleichen Vorstellungen haben und dieselbe Berufung im Leben teilen«, wie Claudio der Aargauer Zeitung sagte.
Unterdessen ist die Familie auf fünf Pflege- und Adoptivkinder angewachsen. Und im zweiten Haus lebt eine senegalesische Pflegefamilie. Es sei schwierig gewesen, all die Sicherheiten in der Schweiz loszulassen. «Man lernt hier Geduld und Durchhaltevermögen», sagt Claudio.
- Der Artikel in der Aargauer ZeitungExterner Link.
- Auch sie wollte auswandern. Doch Corona machte Jasmin Vögtli einen Strich durch die Rechnung – ein Porträt meiner Kollegin Melanie Eichenberger.
- Im Mai porträtierte ich den Auslandschweizer Raphael Flury, der in Tansania zum Bierbrauer wurde und gegenwärtig Desinfektionsmittel herstellt.
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Der Entscheid über den E-Versand der Stimmunterlagen bewegte unsere Community in den letzten Tagen stark. Auf verschiedenen Kanälen erreichten uns Kommentare aus aller Welt.
«Ich hätte den E-Versand bevorzugt, denn auf das E-Voting werden wir noch jahrzehntelang warten», schreibt Claudio Pisoni zum Entscheid des Ständerats, den stimmberechtigten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern die Stimmunterlagen künftig nicht auf elektronischem Weg ausdruckbar und geeignet für den postalischen Rückversand zuzustellen.
Auch Walter Andriuet aus Thailand meint: «Wenigstens die Unterlagen per E-Mail wäre schon ein erster Schritt. Wir erhalten die Unterlagen auch immer ganz knapp vor der Abstimmung oder zu spät.»
Die vom früheren SVP-Nationalrat Claudio Zanetti vorgeschlagene Lösung wollte das E-Voting mit dem E-Versand ersetzen. Deshalb war der Entscheid des Ständerats auch im Sinne der Auslandschweizer-Organisation ASO. Sie befürwortet zwar den elektronischen Versand des Abstimmungsmaterials als Zwischenlösung, aber nur, bevor alle Schweizer im Ausland das Recht auf E-Voting erhalten.
Das sehen auch viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer so. Auf unsere Frage, ob sie Ja zu einem E-Versand sagen würden, schreibt etwa Heinz Hochuli aus Thailand stellvertretend: «Nur, wenn dann E-Voting nicht gefährdet ist.»
- Lesen Sie den Artikel über den Entscheid des E-Versands hier.
- Das sagen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in unserer App: http://s.swissin.fo/vheI6Sr
- Und auf Facebook: http://s.swissin.fo/QrnqrWyExterner Link
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