The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Kleines Holzhaus mit politischen Plakaten an der Fassada

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Weshalb wählen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer so, wie sie wählen? Wie äussert sich die Tatsache, dass sie in der Regel gut gebildet und weltoffen sind, bei den Schweizer Wahlen? Können Auslandschweizer Wählerinnen und Wähler gar den Ausschlag geben? Wir haben alle Antworten für Sie.

Beste Grüsse aus Bern

Holzkiste am Strassenrand mit Abstimmungslogo: eine Hand schiebt einen Wahlzettel in die Urne
© Keystone / Alexandra Wey

Was für ein Schildbürgerstreich: Ein politischer Vorstoss, der darauf abzielte, den Kanton Aargau zu einem Vorreiter in Sachen elektronischer Stimmabgabe zu machen, ist im dortigen Kantonsparlament gescheitert. Und das nur um eine Stimme. Und aufgrund eines peinlichen Malheurs: Eine Politikerin drückte den falschen Knopf.

Das sind Bad News für Auslandschweizer:innen. Denn E-Voting hat in der Schweiz eh schon einen schweren Stand. Ein Pilotprojekt der Schweizerischen Post, das die elektronische Stimmabgabe in einigen Kantonen ermöglicht hatte, wurde 2019 von der Schweizer Regierung aus Sicherheitsgründen auf Eis gelegt. Mit Konsequenzen: Im Kanton Genf sank die Zahl der Auslandschweizer:innen, die abstimmen, von 36 auf 27%.

Anfang März erhielten drei Kantone grünes Licht für die Wiederaufnahme von E-Voting-Versuchen: Basel-Stadt, St. Gallen und Thurgau. Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die aus diesen drei Kantonen stammen, können das neu aufgelegte System nun erstmals bei den nächsten nationalen Abstimmungen am 18. Juni nutzen.

Zurück zum Kanton Aargau, der auch mit einer Pionierrolle beim dritten Stimmkanal liebäugelte: Das Kantonsparlament lehnte jüngst eine Motion zur Teilnahme am Versuch mit 68 zu 67 Stimmen ab. Ärgerlich für die Verlierer:innen im Rat: Eine Politikerin der Sozialdemokratischen Partei, die E-Voting unterstützt, räumte danach ein, sie habe versehentlich den «Nein»-Knopf gedrückt.

Claude Longchamp vor einer Weltkugel
Illustration: Helen James / swissinfo.ch

Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die an den Abstimmungen teilnehmen (können), folgen sie in der Regel den Empfehlungen des Bundesrats. Oft aber stimmen sie weniger konservativ. Die Stimmen aus der Fünften Schweiz sind selten entscheidend – aber sie können es durchaus sein.

Hätten bei den Parlamentswahlen 2019 nur die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer teilgenommen, wären die Grünen mit deutlichem Abstand stärkste politische Kraft im Land geworden. Zwar waren sie die grossen Sieger dieser Wahlen gewesen, doch nur proportional und nicht in absoluten Zahlen.

In einer neuen Serie, die wir speziell auf Sie, liebe Auslandschweizer:innen, zugeschnitten haben, werfen die Politikwissenschaftler:innen Sarah Bütikofer und Claude Longchamp im Hinblick auf die Schweizer Parlamentswahlen vom kommenden Oktober einen genauen Blick auf das Abstimmungsverhalten der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer im Laufe der letzten Jahre. Eine der Fragen, die das Expert:innenduo beantwortet, betrifft auf die spannende Frage, ob Auslandschweizer Wählerinnen und Wähler den Ausschlag geben können.

Die Reihe «Aussenblick» wird zehn Beiträge umfassen, die auf Themen fokussieren, die Sie besonders interessieren.

Junge Frau mit langen Haaren und Alphorn auf der Schulter
Dave Honegger

Woran denken Sie beim Wort Alphorn? An einen Schweizer Bauern, der auf einem Berg langsame Töne über die Täler bläst? Die im Alter von erst 39 Jahren verstorbene Musikpionierin Eliana Burki war meilenweit von diesem Klischeebild entfernt. Die Solothurnerin erlag viel zu früh einer Krebserkrankung.

Burki, die auch Sängerin und Komponistin war, machte sich einen Namen, indem sie das Alphorn, dieser Inbegriff der Schweizer Volksmusik, in Genres wie Funk, Pop, Jazz, World Music und sogar Klassik brachte. Dabei hat die Pionierin den Einsatzbereich des Instruments stark erweitert. Im folgenden Clip spielt Burki ihren Song «Vacuum Funk» – nicht auf einer Alp, sondern an einem Strand.

Konzertreisen führten Burki über Europa hinaus in die USA, nach Südamerika, in den Nahen Osten bis nach Asien. Sie wurde «zur gefragtesten Botschafterin des Schweizer Nationalinstruments in Jazz, Klassik und Weltmusik«, so ihr Label.

Sie trat mit ihrer Band I Alpinisti und als Solistin auf und arbeitete auch mit klassischen Orchestern wie den Stuttgarter Philharmonikern und dem Münchner Rundfunkorchester zusammen. In der Weltmusik verarbeitete sie Einflüsse aus der Volksmusik der Länder, die sie besucht hatte.

Neben ihrer Konzerttätigkeit arbeitete Burki als Klangtherapeutin und absolvierte die Schauspielschule des Beverly Hills Playhouse in Los Angeles.

 Übertragung aus dem Englischen: Renat Kuenzi

Meistgelesen
Swiss Abroad

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft