Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Der Tag nach den Wahlen: Während einige noch ihre Wunden lecken, schmieden andere bereits Pläne für die Zukunft. Und dann gibt es jene, die noch zittern müssen, weil ihnen ein zweiter Wahlgang bevorsteht, so wie zum Beispiel der bisherige Genfer SP-Ständerat Carlo Sommaruga. Mit Sommaruga könnte die Ausgewanderten-Community einen ihrer wichtigsten Strippenzieher verlieren.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Wahlen und die Fünfte Schweiz: Analyse und Auswirkung.
Und wie haben die Auslandschweizer:innen gewählt? Wir haben die Daten der zwölf Kantone, die separate Statistiken zur Diaspora-Stimmabgabe liefern, ausgewertet. In der Vergangenheit war die Auslandschweizer:innen-Community oft klimafreundlicher unterwegs als der Rest der Schweiz. Doch auch bei den Wähler:innen im Ausland mussten die Grünen Federn lassen.
Der SVP haben die Auslandschweizer:innen auch nicht massgeblich zum Sieg verholfen. Der Wählendenanteil der SVP hat sich um 0,5% auf 18,5% vergrössert. Die 30%-Marke, die im Inland angestrebt wird, bleibt im Ausland ein hehres Ziel, bestätigt die Politologin Martina Mousson: Die Auslandschweizer:innen seien als eher liberales bis linkes Wahlpublikum bekannt. Am meisten Wählendenanteil erhält die SP mit 20,4%.
Und nun noch ein Blick voraus: Die Abwahl diverser Parlamentarier:innen hat auch Folgen für die Schweizer Diaspora. Auf die nächste Legislatur hin verliert die Parlamentarische Gruppe Auslandschweizer:innen zwischen 21 und 25 Mitglieder (von insgesamt 80), vor allem durch Rücktritte. Einige wurden jedoch abgewählt und andere müssen im zweiten Wahlgang um ihren Ständeratssitz zittern. Doch ASO-Direktorin Ariane Rustichelli weibelt bereits für neue Mitglieder, welche sich in Bern für Sie einsetzen werden.
- Mit Carlo Sommaruga könnten die Ausgewanderten einen Strippenzieher verlieren – Artikel meines Kollegen Balz Rigendinger.
- So hat die Fünfte Schweiz abgestimmt, finden Sie Analysen und Grafiken hier bei uns.
- Alle Resultate des gestrigen Wahlsonntags – Artikel von SWI swissinfo.ch
Das Klima ist in den Hintergrund gerückt, das Bedürfnis nach Sicherheit gewachsen.
Der Rutsch nach rechts wurde vorausgesagt, jetzt haben wir die Bestätigung. Mein Kollege Giannis Mavris hat mit der Politologin Anke Tresch gesprochen. Sie weist darauf hin, dass es der SVP nicht gelang, die gleiche Stärke zu erreichen wie 2015.
Trotzdem wurde das linke Lager geschwächt, die SP hat zwar zwei Sitze dazugewonnen, die Grünen aber fünf verloren. “Da fehlt etwas”, sagt die Politologin. Sie bestätigt, dass globale Krisen wie der Krieg in der Ukraine oder der israelisch-palästinensische Krieg die Nervosität und das Bedürfnis nach Sicherheit der Menschen steigern. Und das hat der SVP in die Karten gespielt.
Die Mitte-Partei hat erstmals die FDP überholt, der Namenswechsel und die Zusammenschlüsse scheinen funktioniert zu haben, so Tresch. Und Tresch prophezeit, dass die Partei künftig aussuchen könne, ob sie im Parlament den Rechten oder den Linken zu Mehrheiten verhelfen will.
- Lesen Sie hier bei uns das ganze Interview.
- Ein stotternder Wahlkampf und ein «historisches» Ergebnis: Mein Kollege Benjamin von Wyl hat in seinem Artikel die Berichterstattung des Wahlkampfs und der Wahlen analysiert. Hier geht es zur Analyse.
- Sind die Klima-Kleber:innen schuld am Absturz der Grünen? Ein Experte vermutet, dass die Aktivist:innen der Partei geschadet haben – Analyse von NauExterner Link.
- Wollen Sie wissen, wie eine bestimmte Gemeinde abgestimmt hat? Das Tool der NZZ bietet eine schöne Darstellung und schlägt Ihnen neue Gemeinden mit ähnlichem politischen Profil zum Wohnen vor. Auch in der grossen Datenübersicht von SRF finden Sie alles von Resultaten über schweizweite Analysen bis zu den Bildern der Kandidat:innen.
Herbe Enttäuschung: Diese Parlamentarier:innen haben die Wiederwahl nicht geschafft.
Wie ist es, wenn man alle vier Jahre wieder um seinen Job zittern muss? Die Parlamentarier:innen in der Schweiz sind nur auf Zeit angestellt. Auch den Top-Playern auf den vorderen Listenplätzen ist die Erleichterung anzusehen, wenn sie wiedergewählt werden.
Die Abwahl, die Klatsche des Volkes, gilt es zu vermeiden. Doch der Sitzgewinn der einen ist des andern Verlust. Eine besondere Achterbahn der Gefühle hat gestern die Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber (Zürich) erlebt. Am Nachmittag galt sie gemäss Hochrechnungen als abgewählt. Sie reagierte – verständlicherweise – sehr emotional. Später am Abend dann die Wendung: Sie hat es doch geschafft! Prelicz-Huber ist gewählt.
Für andere Grüne gab es keine unerwartete Wendung: Meret Schneider, bisher ebenfalls für den Kanton Zürich im Nationalrat, wurde abgewählt. Auch eine Parteipräsidentin hat es getroffen, Lilian Studer (Aargau), wird nicht mehr für die EVP im Nationalrat politisieren. Auch Ständeräte müssen gehen, im Kanton Schwyz wurde Othmar Reichmuth (Mitte) und im Kanton Luzern Philippe Bauer (FDP) nicht wiedergewählt.
- Im Artikel von WatsonExterner Link finden Sie eine Übersicht über die abgewählten Politiker:innen.
- Das emotionale Auf und Ab von Nationalrätin Katharina Prelicz-HuberExterner Link hat der Blick auf Video festgehalten.
- Und jetzt noch kurz zwei Personen, die neu gewählt wurden: SVP-Politikerin Katja Riem ist in der nächsten Legislatur die jüngste im Nationalrat – Artikel von BlickExterner Link.
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Von einem See in den anderen: Ein Schiff wechselt den Arbeitsort.
Und jetzt noch etwas, das nichts mit den Wahlen zu tun hat. Schweizer News zu finden, die sich nicht mit den Resultaten befassen, war gar nicht so einfach, aber auf diesen Artikel musste ich einfach klicken:
Ein fliegendes Boot sieht man ja schliesslich nicht alle Tage. In der Schweiz hat ein 30 Meter langes Schiff den See gewechselt. Die MS Schwyz wurde am Montagnachmittag aus dem Zugersee in die Luft gehoben und wird in nächtlichen Fahrten mit Lastwagen an den Walensee transportiert.
Der Schiffsbetrieb Walensee hat das Schiff mit 150 Sitzplätzen gekauft, wie teuer der Transfer war, wird nicht bekannt gegeben. Mit dem Zugersee lässt die MS Schwyz auch ihren Namen zurück, ab nächstem Frühling wird sie unter neuem Namen auf dem Walensee unterwegs sein.
- Ein Schiff geht in die Luft – Artikel mit Video bei BlickExterner Link.
- Und noch etwas, das nichts mit den Wahlen zu tun hat: Die Muotathaler Wetterschmöcker haben ihre Prognose für den Winter verkündet, inklusive Detailprognose für Weihnachten – Artikel von SRFExterner Link.
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