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das Loch im Stimmzettelcouvert

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Noch einmal stehen die Wahlen im Zentrum des Briefings. Das E-Voting scheitert – paradoxerweise – mancherorts ebenfalls an der Briefpost, der Frauenanteil im Parlament sinkt und die Zauberformel wird stärker denn je hinterfragt.
Und noch ein wahlfreies Thema: Schweden will sich wegen der ständigen Verwechslung klar von der Schweiz abgrenzen.

Herzliche Grüsse aus Bern

PIktogramm für elektronische Stimmabgabe
© Keystone / Alexandra Wey

E-Voting: Viel Begeisterung, doch der langsame Postversand birgt auch hier Frustpotential.

Endlich E-Voting, jetzt sollte das rechtzeitige Wählen und Abstimmen kein Problem mehr sein? So ist es leider doch nicht ganz, wie meine Kolleginnen Melanie Eichenberger und Emilie Ridard in ihrem Artikel festhalten.

Zwar können registrierte Auslandschweizer:innen in drei Kantonen ihre Stimme elektronisch abgeben. Doch der langsame Postversand kann auch ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Erika und Walter Brand zum Beispiel konnten in Südafrika nicht an den Wahlen teilnehmen, weil das Stimmmaterial für das E-Voting zu spät bei ihnen eintraf.

Herbert Keller aus Thailand dagegen ist begeistert, bei ihm hat alles funktioniert. «Wir hoffen, dass es so weitergeht und wir auch in Zukunft per E-Voting abstimmen und uns so politisch für unser Heimatland engagieren können», schreibt er.

  • Lesen Sie hier in unserem ArtikelExterner Link, mit welchen Schwierigkeiten die Auslandschweizer:innen beim Wählen zu kämpfen hatten.
  • Haben Sie an den eidgenössischen Wahlen vom 22. Oktober teilgenommen? Per E-Voting oder Briefwahl – oder war es Ihnen nicht möglich? Wir wollen es wissen.
  • Zuständig für den Versand der Wahlunterlagen sind die Kantone. Nicht alle schicken die Stimmunterlagen für Auslandschweizer:innen gleich schnell ab – Artikel von SWI swissinfo.ch.
2+2+2+1, das ist die Zauberformel für den Bundesrat.
swissinfo.ch

1959 wurde sie erfunden, jetzt gerät sie arg in Bedrängnis: Ist die Zauberformel noch haltbar?

Nach den Parlamentswahlen ist vor der Bundesratswahl. Und im Zusammenhang damit ist ein Wort momentan omnipräsent: die Zauberformel. Sie definiert, aus welchen Parteien der Bundesrat zusammengesetzt ist.

Schon länger schielen die Grünen und die Mitte nach dem zweiten Sitz der FDP. Die Schwächung der Grünen am Wahlsonntag hat daran nichts geändert. Die Mitte hat am Sonntag zum ersten Mal die FDP überholt – mit 0.2% Wahlanteil, was die Forderung nach einem zweiten Sitz unterstützt.

Muss die FDP bei den Bundesratswahlen am 13. Dezember zittern? Die Mitte greife keine amtierenden Bundesräte und Bundesrätinnen an, heisst es von der Partei auch nach den Wahlen noch. Doch sollte ein FDP-Sitz frei werden, könnte dies das Ende des Zaubers bedeuten.

der Nationalrat am letzten Tag der aktuellen Legislatur
Keystone / Anthony Anex

Ein Schritt weg von der Gleichstellung: Der Frauenanteil im Parlament ist wieder gesunken.

Und noch ein Thema zu den Wahlen, das gestern im Briefing keinen Platz mehr gefunden hat: die Frauen. Nach den Wahlen vom Sonntag ist ihr Anteil im Nationalrat wieder unter 40% gesunken.

Wir erinnern uns zurück an 2019, die Klima- und Frauenwahlen: 84 Sitze gingen an Frauen, erstmals überschritten sie im Parlament die 40%-Marke. Und jetzt sind sie zurück auf 38,5%, das sind 77 Sitze. Mit ein Grund dafür ist der Wahlerfolg der SVP. Die Partei weist den geringsten Frauenanteil auf, nur auf 12 ihrer 62 Sitze sitzt eine Frau.

Im Ständerat ist der Frauenanteil seht jeher noch tiefer als im Nationalrat. 2019 wurden 13 Frauen in die kleine Kammer gewählt, nach den Wahlen vom Sonntag haben bis jetzt zehn Frauen einen Sitz auf sicher. Die Frauen könnten die 13 Sitze theoretisch halten, schreibt die NZZ. Doch auch wenn: Zahlenmässig werden die Frauen, die in der Bevölkerung in der Mehrheit sind, im Parlament nicht repräsentiert.

die schwedische und die Schweizer Flagge
© Keystone / Peter Klaunzer

Schweden oder die Schweiz? Die ewigen Verwechslungen sollen ein Ende haben.

Als ich in den USA gelebt habe, wurde ich ständig für eine Schwedin gehalten. Ist es Ihnen auch schon passiert, dass sie die Verwechslung von Switzerland und Sweden aufklären mussten?

Der schwedische Tourismusverband spricht dieses gemeinsame Problem jetzt in einem Video an und schlägt vor, dass die beiden Länder sich voneinander abgrenzen und Themen aufteilen sollen.

Bei der Aufteilung kommt die Schweiz nicht ganz so gut weg, wie ich finde. Sie erhält die Banken, Luxusuhren, Jodeln (von der Frau im Video als Lärm bezeichnet), LSD (weil in der Schweiz erfunden). Schweden dagegen brüstet sich mit seiner Natur und beansprucht Sandbänke, Seen, Nordlichter, und die Stille (auch in der Natur). Die beste Unterscheidung zwischen Schweden und der Schweiz kommt aber von einem User auf 20 Minuten: «Schweden hat Greta Thunberg, die Schweiz Thun in den schönen Bergen.»

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