Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Ich habe heute ein mit News vollgepacktes Briefing für Sie. Es geht um die bevorstehende Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz, die beiden Initiativen, welche die steigenden Gesundheitskosten bremsen wollen und die Schulnoten in der Stadt Luzern.
Herzliche Grüsse aus Bern
Save the Date: Die Ukraine-Friedenskonferenz soll Mitte Juni in der Schweiz stattfinden. Welche Länder teilnehmen, ist noch unklar.
Wie der Bundesrat heute mitteilt, stehen Termin und Ort für die Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz fest: Der Gipfel soll am 15. und 16. Juni auf dem Bürgenstock abgehalten werden. Schon allein mit der Wahl des Resorts wurde ein internationaler Player miteinbezogen, gehört das Resort doch zu einer Hotelgruppe im Besitz des katarischen Staats.
Noch nicht bekannt ist, welche Länder an der Friedenskonferenz teilnehmen. Gemäss verschiedenen Medienberichten soll US-Präsident Joe Biden anreisen, dies ist jedoch nicht bestätigt. Die Schweizer Regierungsvertreter:innen haben im Ausland kräftig für die Konferenz lobbyiert, Ukraine-Präsident Selenski geht davon aus, dass 80 bis 100 Länder teilnehmen werden.
Russland, sofern es überhaupt eingeladen ist, lehnt Selenskis Friedensplan ab und erklärt, es sei zu Gesprächen bereit, wenn sie die Sicherheitsinteressen Russlands und die «neuen Realitäten vor Ort» respektieren. Die Teilnahme Chinas ist ein grosses Fragezeichen, zumal es vor über einem Jahr ebenfalls einen Friedensplan vorgelegt hat, der von den USA kritisiert und von Russland als vernünftig eingestuft wurde.
- Lesen Sie hier im Artikel meines Kollegen Simon Bradley die News zur Friedenskonferenz in der Schweiz.
- Es ist nicht das erste Mal, dass in der Schweiz über den internationalen Frieden diskutiert wird. 1923 wurde nach dem Ersten Weltkrieg in Lausanne das künftige Zusammenleben der Staaten geregelt, wie Sie hier in unserem Artikel nachlesen können.
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Einwanderung: Garant oder Bedrohung für den Schweizer Wohlstand?
Gegen die steigenden Gesundheitskosten: Diese zwei Initiativen versprechen Linderung – Bundesrat und Parlament lehnen jedoch beide ab.
Am 9. Juni stimmt die Schweiz ab. Auf dem Plan stehen unter anderem gleich zwei Initiativen zur Gesundheitsversorgung in der Schweiz. Meine Kollegin Katy Romy hat zu jeder Initiative einen Erklärartikel geschrieben, damit Sie bestens informiert sind.
Eine Initiative kommt von der Partei Die Mitte. Sie will den Trend der wachsenden Kosten im Gesundheitswesen aufhalten. Die Mitte fordert deshalb die Einführung einer Kostenbremse. Die Gesundheitskosten sollen an die Löhne und die Wirtschaft gekoppelt werden. Als Beispiel: Steigen die Löhne um ein Prozent, dürfen die Gesundheitsausgaben nicht um mehr als 1,2% steigen.
Die andere Initiative kommt von der Sozialdemokratischen Partei (SP) und will die Prämienzahler:innen entlasten. Die Krankenkassenprämien sollen auf maximal 10% des Haushaltseinkommens beschränkt werden.
Der Bundesrat und das Parlament haben sich gegen beide Initiativen ausgesprochen und für beide einen Gegenvorschlag ausgearbeitet. Werden die Initiativen vom Volk abgelehnt, tritt automatisch der Gegenentwurf in Kraft – vorausgesetzt, niemand ergreift das Referendum.
- Eine Kostenbremse für das Gesundheitswesen? Hier finden Sie unseren Explainer zur Initiative der Mitte.
- Löst eine Plafonierung der Krankenkassenprämien das Problem? Hier erfahren Sie alles über die Initative.
- Was denken Sie über die Initiativen? Haben Sie Vorschläge, wie verhindert werden kann, dass die Gesundheitskosten aus dem Ruder laufen? Diskutieren Sie in unserer Debatte mit uns und anderen SWI-Leser:innen!
Unsere Frage der Woche.
Letzte Woche haben wir Ihnen diese Frage gestellt: Welche Möglichkeiten sehen Sie, um Femizide, also Morde an Frauen durch Männer, zu verhindern?
Diese Antwort haben wir von Andriana erhalten: «Frauen müssen einen Ort oder mindestens eine Telefonnummer haben, wo sie anrufen oder hingehen können und wo ihnen sofort geholfen wird, falls sie sich vom Partner oder Ehemann bedroht fühlen/sehen.» Und F. Schwalb hat geantwortet: «Mein Verständnis ist, dass Menschen, wenn sie ein echtes Glaubensverständnis von einem Gott über uns, von Gerechtigkeit und einem fairen Urteil haben und mit den wahren Werten bestimmter Religionen leben, zweimal darüber nachdenken werden, eine Tat zu begehen, die ein grosses oder kleines Verbrechen darstellt.»
Für die kommende Woche stellen wir Ihnen eine neue Frage, die mit dem obenstehenden Thema der Gesundheitskosten zu tun hat: Welche Möglichkeiten sehen Sie, Kosten zu mindern und gleichzeitig die Qualität der Gesundheitsversorgung sicherzustellen? Schicken Sie uns Ihre Antwort an community-feedback@swissinfo.ch. Wir wählen aus den Antworten 1-3 aus und veröffentlichen Sie am nächsten Mittwoch im Briefing.
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Fertig alte Schule: Stadt Luzern schafft die Schulnoten ab.
In Luzern passiert gerade etwas, das sich die meisten, bei denen die Schule schon etwas länger her ist, nur schwer vorstellen können: Die Stadt lässt die Noten aus dem Schulalltag verschwinden, wie der Tages-Anzeiger heute berichtet. Beginnend mit den Primarschulen ab Sommer 2025, folgen ein Jahr später die Oberstufe und das Gymnasium.
Statt Noten von 1-6 gibt es Lernziele, welche mit den Kategorien «nicht erreicht / teilweise erreicht / erreicht / übertroffen» bewertet werden. Der Vorteil, gemäss einer Luzerner Klassenlehrerin: «Wenn ein Kind ein Lernziel nicht oder teilweise erreicht hat, wird ersichtlich, wo es Förderbedarf hat.» Statt dass die Sache mit einer Note abgehakt ist, werden die Kinder individuell gefördert.
Die Lehrerin und die Schulleiterin, die im Tages-Anzeiger zu Wort kommen, gaben zu, anfangs skeptisch gewesen zu sein. Doch mittlerweile seien sie sehr begeistert. Das neue Beurteilungssystem werde den einzelnen Kindern viel gerechter, als es Schulnoten je könnten. Der einzige Nachteil ist auf der Seite der Lehrpersonen; für diese bedeutet die individuelle Bewertung mehr Aufwand. Die Luzerner Schüler:innen werden jedoch auch in Zukunft noch mit Noten zu tun haben, nämlich im Zeugnis am Ende des Semesters. Diese sind vom Kanton gesetzlich vorgeschrieben.
- Auch die oberste Lehrerin der Schweiz findet Schulnoten nicht mehr zeitgemäss – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link. (Paywall)
- Hier finden Sie ein Interview mit Dagmar Rösler, Präsidentin des Lehrerverbandes, über Schulnoten und integrative Schule – Artikel im BlickExterner Link.
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