Heute in der Schweiz
Liebe Schweizer:innen im Ausland
Beim Schreiben des heutigen Briefings fühlte ich mich gleich zweimal in meine Schulzeit zurückversetzt. Quantenphysik und Deutschregeln. Klingt trocken, ist es aber gar nicht. Versprochen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Libby Heaney verbindet Quantenphysik mit Kunst in Basel.
Vielleich tue ich Ihnen Unrecht mit meiner Annahme, aber wenn Sie eine Kunstausstellung besuchen, erwarten wohl die wenigsten von Ihnen eine Auseinandersetzung mit der Quantenphysik. «Quantensuppe» heisst die Ausstellung im Basler Haus der Elektronischen Künste (HEK) der Britin Libby Heaney, Künstlerin und promovierte Quantenphysikerin.
Im Gespräch mit meinem Kollegen Zeno Zoccatelli sagt Heaney zur Rolle der Quantenphysik in ihrer Kunst: «Wir leben in einer polarisierten, sehr individualistischen Zeit. Links gegen rechts. Geld verdienen. Wir gegen die. Ich versuche zu zeigen, dass es auch anders geht.«
Das Virtual-Reality-Werk «Heartbreak and Magic», welches in der Ausstellung zu sehen ist, widmete Heaney ihrer verstorbenen Schwester. Im Trauerprozess sei die Quantenwissenschaft eine wichtige Stütze für sie gewesen. «Ich bin nicht religiös, und das Einzige, von dem ich wusste, dass es grösser ist als ich und mir Antworten geben kann, ist die Quantenphysik.»
Da in der Quantenwissenschaft bekannte Informationen nicht gelöscht werden können, stellte sich Heaney die Frage, wo die Informationen der DNA nach dem Tod hingehen. «Werden wir zu einer delokalisierten Form? Wahrscheinlich stimmt das alles nicht, aber es hat mich getröstet.»
- Das ganze Interview mit der Wissenschaftlerin und Künstlerin und einen Einblick in ihre Kunst finden Sie auf SWI swissinfo.ch.
- Die Quantentheorie sorgt noch heute für Rätselraten und technische Revolutionen. Lesen Sie auf SWI swissinfo.ch über den Siegeszug einer verrückten Theorie.
- Ersetzen Quantencomputer bald herkömmliche Computer?Externer Link Dieser Frage ging SRF nach.
Mehr
Das Urteil aus Strassburg betreffe nicht nur die Schweiz, sagt EGMR-Richter.
Die Schweiz mache zu wenig für den Klimaschutz. Das Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) von letztem Dienstag sorgte über die Schweizer Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen.
Für das Urteil in Strassburg mitverantwortlich war auch der Schweizer Richter Andreas Zünd. Der ehemalige Bundesrichter ist seit 2021 am EGMR. Im Tagesgespräch von Radio SRF äusserte sich Zünd erstmals zum historischen Entscheid.
Das Urteil betreffe nicht nur die Schweiz, so Zünd. Beim Entscheid handle es sich um ein Leiturteil für alle Mitgliedstaaten des Europarats.
Massgebend für den Entscheid sei das Pariser Klimaabkommen gewesen. «Die Schweiz hat das Pariser Abkommen genehmigt. Es ist somit verbindliches Recht. Und unserer Meinung nach erfüllt die Schweiz das Abkommen nicht«, sagt Zünd.
Nun liege es in der Verantwortung der Schweiz, wie die Politik das Urteil umsetzen wolle.
- Das ganze Interview mit dem EGMR-Richter Andreas ZündExterner Link finden Sie auf SRF.
- Auch der Tages-AnzeigerExterner Link und WatsonExterner Link haben berichtet.
- Das Urteil aus Strassburg spaltet die Politik. Was ist Ihre Meinung? Finden Sie es gut, wenn sich Gerichte in die Klimapolitik einmischen? Diskutieren Sie mit!Externer Link
- Wie unparteiisch ist das Strassburger Gericht?Externer Link Die NZZ ist dieser Frage nachgegangen.
Kann Kernenergie eine Massnahme gegen den Klimawandel sein?
Bleiben wir beim Thema Klima. Um dem Klimawandel entgegenzutreten, wollen atomfreundliche Kräfte den Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig machen. Was denken Sie: Kehrt die Kernenergie wegen der globalen Erwärmung zurück? Diskutieren Sie mit Leser:innen im In- und Ausland auf der mehrsprachigen Debattenplattform «dialog» der SRG.
Der Status quo: Die Stimmbevölkerung stimmte 2017 für die schrittweise Stilllegung der fünf bestehenden Kernkraftwerke des Landes. Im Februar dieses Jahres wurde die Volksinitiative «Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)» eingereicht. Ihre Forderung: Die Bundesverfassung müsse so geändert werden, dass «jede Form der klimafreundlichen Stromerzeugung [erlaubt ist]».
Während diese Massnahme nach Ansicht des bürgerlichen Lagers und eines Teils der Wirtschaft notwendig ist, gibt es vor allem auf linker Seite aber auch bei einem Teil der Energiebranche Widerstände gegen Atomstrom.
- Im SRG-übergreifenden Angebot «dialog» finden Sie eine Auswahl an Artikel aus der ganzen Schweiz, die Ihnen einen Überblick zum Thema geben.
- Teilen Sie Ihre Meinung auf unserer mehrsprachigen DebattenplattformExterner Link.
- Was braucht es, damit Wind- und Solarparks durchkommen?Externer Link Der Tages-Anzeiger berichtet (Paywall).
Unsere Frage der Woche
Die Schweizer Bevölkerung ächzt unter den stetig steigenden Krankenkassenprämien. Die Frage, die alle beschäftigt: Wie können die Gesundheitskosten endlich wirksam unter Kontrolle gebracht werden?
Schicken Sie Ihre Antwort an community-feedback@swissinfo.ch. Aus den eingesandten Antworten wählen wir eine bis zwei aus, die wir in der nächsten Woche veröffentlichen.
Haben Deutschsprechende eine Intuition für das grammatische Geschlecht?
Nachdem sich vielleicht einige zu Beginn dieses Briefings in den Physikunterricht zurückversetzt fühlten, schliessen wir nun den Kreis und rufen zum Abschluss unsere Erinnerungen aus dem Deutschunterricht ins Gedächtnis.
Der, die oder das? SRF hat sich in «Dini Mundart» das grammatische Geschlecht vorgeknüpft. Wie oft haben Sie schon Menschen, die gerade Deutsch lernen, genau darüber fluchen hören? Eben.
In solchen Fällen hatte ich nie aufmunternde Worte zur Hand. Was ich aber seit meiner Schulzeit vergessen habe (Schande über mich): Es gibt Anhaltspunkte, die lernbar sind.
Zum Beispiel: Einsilbige Substantive mit hohem Anteil an Konsonanten sind oft männlich, wie der Knopf oder der Stock. Aber weil Sprachen von Ausnahmen leben, heisst es natürlich die Gruft oder das Herz.
Der Verzweiflung Deutsch-Lernender kann daher nicht viel entgegengesetzt werden. Ausser vielleicht die folgende Regel: Einfache Substantive (ohne Zusammensetzungen) sind im Deutschen in etwa zwei Dritteln der Fälle männlich. Das heisst, wenn man nur einen Genus brauchen will, liegt man wenigstens zwei von drei Mal richtig
- SRF: Der, die, das – alles Zufall? Nein!Externer Link
- Lesen Sie auch: Ein Hoch auf Helvetismen: Warum sich Schweizer nicht für ihr Hochdeutsch schämen solltenExterner Link.
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