Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Gestorben wird immer, aber was danach passiert hat sich verändert. Auf den Schweizer Friedhöfen gibt es immer mehr freie Flächen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die klassische Erdbestattung ist unbeliebt geworden. Das macht auf den Friedhöfen Platz frei für anderes.
Die Friedhöfe in der Schweiz werden immer leerer. Gestorben wird aber nicht weniger, wie der Friedhofsverwalter des Zürcher Friedhofs Sihlfeld sagt. Und doch sind nur noch 20 Prozent des grössten Zürcher Friedhofs mit Gräbern besetzt.
Der Rückgang auf den Friedhöfen hat mehrere Gründe. Zum einen lassen sich heute 90 Prozent der Verstorbenen kremieren, Urnen brauchen weniger Platz als Särge. Die letzte Ruhe in Reih und Glied hat ausgedient, nicht zuletzt wegen Angehörigen, die nicht 20 Jahre lang für ein Grab verantwortlich sein sollen. Der Friedhof bleibt jedoch ein Ort des Gedenkens, doch anders organisiert, wie in Zürich zum Beispiel mit einem Themengrab «Regenbogen» oder einem, wo man sich mit dem Haustier begraben lassen kann.
Aber zurück zum Friedhof. Die freigewordenen Flächen dürfen zum Beispiel als öffentliche Parks genutzt werden – mit dem nötigen Respekt für die verbleibenden Gräber. Und sie tragen zur Biodiversität bei.
- So verändern sich die Friedhöfe in der Schweiz – Artikel in der Berner ZeitungExterner Link.
- Meine Kollegin Kaoru Uda hat ein schönes Porträt über ein Palliativ-Hospiz geschrieben.
- Wie viele Palliativbetten gibt es in der Schweiz? Unser Artikel über die Palliativpflege.
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Welche Stadt wird den ESC organisieren und wer moderiert?
Der Sieg von Nemo am ESC beherrscht noch immer die Frontseiten der Schweizer Newsportale. Langsam ist der Freudentaumel aber am Abklingen, der Concours wird nächstes Jahr wirklich in der Schweiz stattfinden (müssen).
Aber wo? Watson hat eine Übersicht über die Städte, die sich bereits beworben haben, erstellt. Biel, Nemos Heimatstadt gehört nicht dazu. Das Bieler Kongresshaus ist zu klein für einen Event dieser Dimension. Bern dagegen hat gleich zwei Stadien, die in Frage kommen würden. Doch Philippe Müller, Regierungspräsident des Kantons Bern, wetterte auf Twitter gegen den «korrupten» ESC, den er um keinen Preis in der Stadt will. Genf, Basel, Zürich und St. Gallen würden sicher gern übernehmen.
Und nicht nur der Ort ist eine Unbekannte, sondern auch die Moderation. Wer würde durch diesen Abend führen? Der Tages-Anzeiger hat mögliche Kandidat:innen aufgelistet, welche die Schweiz im besten Licht präsentieren würden. Und einige, die dem Ruf vermutliche her schaden würden.
- Die Übersicht über die Städtekandidaturen von WatsonExterner Link.
- Wer moderiert die Show mit 150 Millionen Zuschauenden? – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Der BlickExterner Link nennt Müller einen «ESC-Hasser», sein Tweet wurde heute im Kantonsparlament zum Thema.
- Die Aargauer Zeitung hat in einem InterviewExterner Link mit einer Sprachwissenschaftlerin über die Herausforderung gesprochen, nonbinäre Personen ohne passendes Pronomen im Deutschen richtig zu bezeichnen. (Paywall)
Wie Imame versuchen, bei Konvertit:innen radikale Entgleisungen zu verhindern.
Zum Islam konvertieren ist theoretisch recht einfach. Man muss zweimal vor muslimischen Zeugen ein Glaubensbekenntnis ablegen. In der Schweiz geschieht das zum Beispiel bei muslimischen Vereinen. Diese versuchen denn auch herauszufinden, was genau die Absicht hinter der Konversion ist.
Mein Kollege Olivier Pauchard hat ein Interview mit Federico Biasca geführt, der mit seiner Studie zum ersten Mal untersucht hat, wie Konvertit:innen bei ihrem Übertritt begleitet werden. Den Begleitpersonen fällt eine wichtige Aufgabe zu, gerade wenn Personen auftauchen, die im Internet mit konservativen Formen des Islams konfrontiert worden sind. Dann gehe es darum, «radikale Entgleisungen zu verhindern.» Denn wie die Studie zeigt, ist die Zahl der Konvertit:innen bei den konservativen Strömungen hoch.
Biasca schätzt, dass in der Schweiz 2-3% der Muslime keinen familiären religiösen Hintergrund haben, also konvertiert sind. Die meisten Leute, die zum Islam übertreten wollen, sind eher jung, gleich viele Männer wie Frauen.
- Das spannende Interview meines Kollegen Olivier Pauchard finden Sie hier.
- Bei den Landeskirchen dagegen werden die Gläubigen immer weniger – Artikel von SWI swissinfo.ch.
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Dieser Mann schuldet der Genfer Steuerbehörde 113 Millionen Franken.
Zum Schluss möchte ich Ihnen noch zwei lange Arme der Justiz präsentieren, um diese Floskel ein bisschen überzustrapazieren. Der erste reicht von der Schweiz bis nach Indonesien und betrifft den indonesischen Unternehmer Hashim Djojohadikusumo.
Dieser schuldet der Schweiz Steuern in der Höhe von 131 Millionen Franken, wie das Rechercheportal Gotham City schreibt. Er behauptet, mit dem Geld den Wahlkampf seines Bruders unterstützt zu haben, der heute Präsident von Indonesien ist. Wegen der Steuerstreits ist nun die Frage aufgekommen, ob diese Zuwendung überhaupt rechtens war.
Der zweite Arm führt von den USA in die Schweiz. Er hat nach 2008 ziemlich gnadenlos Schluss gemacht mit dem Bankgeheimnis. Das hatte schwerwiegende Folgen für die Bankenwelt, zum Beispiel für die Bank Wegelin, die 2012 quasi über Nacht verkauft wurde, um einer Anklage in den USA zu entgehen, wie Fabio Canetg im neusten Geldcast Hintergrund schreibt.
- Der Steuerstreit in der Schweiz hat das Potential, den Präsidenten von Indonesien zu blamieren. Beitrag von Gotham via SWI swissinfo.ch.
- Wie die USA ihre Macht ausspielten: Hier finden Sie den Geldcast Hintergrund.
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