Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
In der Schweizer Fussballwelt sorgte heute vor allem eine Nachricht für Schlagzeilen: Wird die Fifa nach über 90 Jahren ihren Sitz in Zürich aufgeben? Eine klare Antwort gibt es von keiner Seite, aber der Grundstein für einen Wegzug ist gelegt.
Beste Grüsse aus Bern
Zieht die Fifa aus Zürich weg?
Seit über 90 Jahren liegt der Sitz des Fussball-Weltverbands Fifa in Zürich. Doch die Zukunft dieses Standorts wackelt. Der Kongress des Weltverbands stimmte in Bangkok einer Statutenänderung zu, die besagt, dass die Zentrale in Zürich liegt – bis der Kongress eine Entscheidung über den Hauptsitz trifft.
Während diese Mitteilung bereits ein mittleres Erdbeben in der Fussballwelt ausgelöst hat, stellt sich die Frage: Was ist die direkte Folge dieser Statutenänderung? Die Fifa selbst gibt sich verschlossen: «Bis unsere Mitglieder etwas anderes entscheiden, bleibt Zürich unser Hauptsitz», sagte ein Fifa-Sprecher gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur DPA. Vor der Abstimmung betonte die Fifa bereits, dass man in der Schweiz sehr glücklich sei.
Laut SRF-Sportredaktor Jan Zürcher ist es noch völlig unklar, ob die Fifa nun ihren Hauptsitz aus der Schweiz abziehen wird. Doch «Fakt ist, dass die Fifa in den letzten Jahren Büros ins Ausland verlegt hat».
In Zürich selbst macht sich die Stadtregierung laut SRF noch keine Sorgen über einen möglichen Wegzug – obwohl dies für die Stadt auf verschiedenen Ebenen Konsequenzen hätte. Zum Beispiel wirtschaftliche, stellt die Fifa doch mehrere Hundert (gut bezahlte) Arbeitsplätze in Zürich, sagt Mediensprecher Lukas Wigger gegenüber SRF.
- Die Analyse von SRF-SportredaktorExterner Link zum möglichen Wegzug der Fifa finden Sie auf SRF.
- Wie sich die Fifa von der Schweiz entfremdet hatExterner Link titelt heute der Tages-Anzeiger.(Paywall)
- Weil es oft ums Geld geht: SRF hat analysiert, ob ein Fifa-Wegzug für die Schweiz finanziell verkraftbar wäreExterner Link (Spoiler: Ja) und Watson warf einen Blick auf die Steuereinahmen an, die mit einem Wegzug der Fifa wegfallen würdenExterner Link.
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In der Schweiz wurden 2023 doppelt so viele Hassdelikte gegen LGBTIQ-Personen wie im Jahr davor gemeldet.
Seit Nemos Sieg am Eurovision Song Contest war sie diese Woche hierzulande vermehrt in den Medien abgebildet: die Pride Flag für nichtbinäre Menschen. Und während Nemo in den Kommentarspalten auf Social-Media gefeiert wird, finden sich dort auch zahlreiche Hasskommentare gegen die nichtbinäre Person und gegen die LGBTIQ-Community.
Hassverbrechen gegen LGBTIQ-Personen (das Kürzel steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intersexuell und queer) haben in der Schweiz laut einer neuen Studie stark zugenommen. Insgesamt 305 Fälle von Beschimpfungen oder Angriffe auf queere Personen sind im letzten Jahr der Schweizer LGBTIQ-Helpline gemeldet worden. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.
Rund ein Viertel dieser 305 Meldungen stammen von Personen, die sich als nonbinär definieren. Was die Hassdelikte für die betroffenen Personen bedeutet, wird in einer Mitteilung der EU-Agentur für Grundrechte deutlich: «Mehr als die Hälfte der trans*, nichtbinären und genderdiversen Personen geben an, dass sie Selbstmordgedanken haben.»
- SRFExterner Link, WatsonExterner Link und die CH MedienExterner Link haben berichtet.
- In Basel sollen Polizeikorps für LGBTIQ-feindliche Delikte sensibilisiert werden. Zu lesen in der bzBaselExterner Link.
- Wie steht es mit den Rechten der LGBTIQ in der Schweiz? Meine Kollegin Katy Romy hat sich diesem Thema gewidmet und eine aufschlussreiche Übersicht zusammengestellt.
Diskutieren Sie mit: Wird in der Schweiz genug für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen getan?
2017 hat der Bundesrat den Schweizerischen Nationalfonds mit einem Forschungsprogramm zum Thema Fürsorge und Zwang beauftragt. Dies auch vor dem Hintergrund der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen. Die gestern publizierten Ergebnisse zeigen, in vielen Bereichen seien zwar Verbesserungen umgesetzt worden, doch besonders in Bezug auf Mitwirkung der betroffenen Personen müsse noch Einiges getan werden.
Das SRG-Projekt «dialog» hat anlässlich dieser Studie eine Auswahl an Artikel zum Thema fürsorgerische Zwangsmassnahmen aus den fünf Unternehmenseinheiten zusammengetragen.
Zum Bespiel der Beitrag zu einem Projekt im Kanton Bern, wo besonders viele Kinder Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen waren. Hier setzt das Caregiver-Projekt an: Eine Online-Plattform verbindet Opfer von Zwangsmassnahmen miteinander, damit sie sich gegenseitig unterstützen können. Besonders im Alter, wenn zum Beispiel beim Einzug ins Altersheim die schmerzhaften Erinnerungen an die schwierige Kindheit und Jugendzeit wieder aufkommen.
- Hier finden Sie eine Auswahl an Artikel aus der ganzen Schweiz zum Thema – übersetzt in die vier Landessprachen und Englisch.
- Was denken Sie, wird in der Schweiz genug für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen getan? Diskutieren Sie mitExterner Link auf der Debattenplattform von «dialog».
- Der Artikel «Die Opfer der Zwangsversorgungen haben das Wort» gibt den Opfern eine Stimme. Auf SWI swissinfo.ch.
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Wird Jodeln bald ein immaterielles Unesco-Kulturerbe?
Ich habe heute erfahren, dass es seit über zehn Jahren einen Bachelor-Abschluss im Jodeln an der Hochschule Luzern gibt. Nicht, dass ich ansatzweise jodeln könnte, aber ein Einblick in dieses Studium würde mich trotzdem reizen. Vor allem, seit das Jodeln als nächste Schweizer Tradition in die Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes aufgenommen werden könnte.
Zehn Schweizer Bräuche und Techniken sind zurzeit als immaterielles Unesco-Kulturerbe aufgelistet. Der Alpaufzug, beispielsweise, oder die Fête de Vignerons, das in unregelmässigen Abständen alle 14 bis 28 Jahre stattfindet. Einmal in der Generation.
Interessant sind auch die traditionellen Arbeitsweisen in der Schweiz, die es auf die Liste geschafft haben. Neben den naheliegenden, wie dem Schweizer Uhrenhandwerk, hat auch das Lawinenmanagement der Schweiz den Unesco-Status erhalten. Dabei handelt es sich laut dem Bundesamt für Kultur auch um ein «grosses und informelles Wissen» über Lawinen, das über Generationen hinweg weitergegeben wurde.
- Welche zehn Schweizer Bräuche auf der Unesco-Liste für Weltkulturerbe stehen, lesen Sie im Artikel meiner Kollegin Alexandra Andrist.
- Während in anderen Ländern sich Menschen zwölf Weintrauben in den Mund stopfen oder Teller gegen die Türen der Nachbar:innen werfen, haben auch die Schweizer:innen ihre teils skurrilen bis gruseligen Bräuche an Neujahr. Eine humorvolle Annäherung meines Kollegen Thomas Stephens.
- Wie nimmt ein Geflüchteter die Schweizer Bräuche wahr? Sasi Subramaniam aus Sri Lanka hat für seine Diplomarbeit 16 Volksfeste und Brauchtümer besucht und fotografiert.
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