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suizidkapsel sarco

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Im heutigen Briefing stelle ich Ihnen die neue Suizidkapsel "Sarco" vor; wir hören, was Amerikaner:innen in der Schweiz von der politischen Situation in den USA halten und drehen eine Runde an der Tour de France.

Herzliche Grüsse aus Bern

eine frau macht ein bild von der suizidkapsel
Keystone / Ennio Leanza

Neue Sterbehilfeorganisation stellt die Suizidkapsel «Sarco» offiziell vor. Doch für die Verwendung winken ihr die Kantone ab.

Die Schweiz ist weltweit bekannt für das hiesige Recht auf einen selbstbestimmten Freitod. Im Wallis hätte der erste Suizid in der Todeskapsel «Sarco» stattfinden sollen, mit Blick aufs Matterhorn. Nun haben die Behörden dies jedoch verhindert, der Kantonsarzt hat den Einsatz der Kapsel verboten. Grund dafür sei gemäss «Blick», dass die Kapsel nicht von der Heilmittelbehörde Swissmedic zugelassen ist.

Heute wurde die Kapsel, die optisch an ein kleines Raumschiff erinnert, an einer Medienkonferenz offiziell vorgestellt, und das Interesse war gross. Die neue Schweizer Sterbehilfeorganisation «The Last Resort» stellt sich als lokale Trägerorganisation des «Sarco» vor. Die Kapsel soll noch dieses Jahr erstmals zum Einsatz kommen, allerdings besteht weiterhin die Frage, in welchem Kanton das sein wird. Vor dem Verbot im Wallis hatte schon der Kanton Schaffhausen bei einer Verwendung mit juristischen Schritten gedroht.

Erfinder des «Sarco» ist der australische Arzt und Gründer der Sterbehilfeorganisation Exit International Philip Nitschke. Die Kapsel wird von innen per Knopfdruck aktiviert und danach mit Stickstoff geflutet. Der Sauerstoffmangel führe gemäss «The Last Resort» zu Euphorie, Bewusstlosigkeit und dann zum Tod. Stickstoff als letales Mittel ist hoch umstritten. Die USA setzten dieses Anfang 2024 erstmals für eine Hinrichtung ein, was von UNO und EU als «besonders grausame Methode» kritisiert wurde.

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Haben Sie ein Familienmitglied, einen Freund oder eine Freundin bis zum Tod gepflegt oder begleitet? Was würden Sie sich in dieser Lage wünschen?

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zeugnis mit noten
Keystone / Gaetan Bally

Weil seine Noten zu schlecht sind, müsste ein Schüler das Gymnasium verlassen. Doch seine Eltern klagen bis vor Bundesgericht.

Ich kenne es von meinen Freund:innen, die als Lehrpersonen arbeiten. Es gibt Eltern, die schreiben sogleich eine E-Mail, wenn sie nicht damit einverstanden sind, wie ihr Sprössling benotet oder behandelt wird.

Im Kanton Zug hat eine Familie zu drastischen Mitteln gegriffen: Weil ihr Sohn wegen schlechter Noten die Kantonsschule hätte verlassen müssen, klagten die Eltern bis vor Bundesgericht. Wo sie nun verloren haben, die Beschwerde wurde abgelehnt.

Dass Eltern gerichtlich gegen die Schule vorgehen, kommt momentan nur selten vor, sagt der Präsident des Verbands der Schweizer Schulleiterinnen und Schulleiter. Doch gerade in städtischen Gegenden würden Eltern schneller mit dem Anwalt drohen. «Typischerweise kommt es bei den höheren Schulstufen häufiger zu Konflikten – und bei knappen Entscheiden.» Er tönt auch an, dass es bei diesen Streitigkeiten häufig um die Wünsche der Eltern und nicht unbedingt das Wohl der Kinder geht.

liz voss
SWI swissinfo.ch / Vera Leysinger

Wenn man mit seinen Familienmitgliedern nicht mehr über Politik sprechen kann: Drei Amerikaner:innen in der Schweiz sprechen über die Polarisierung in den USA.

Nach dem Anschlag auf Donald Trump ist Sue Rickenbacher überzeugt, dass sein Sieg bei den Präsidentschaftswahlen sicher ist. Rickenbacher lebt seit den 90er-Jahren in der Schweiz und bezeichnet sich als unabhängig.

Mein Kollege Benjamin von Wyl hatmit ihr,einer Demokratin und einem Republikaner über die Polarisierung in den USA gesprochen. Anders als in der Schweiz ist dort die affektive Polarisierung stark gewachsen. Es wird nicht mehr über Sachfragen diskutiert, wenn jemand für eine andere Partei eintritt, wird er oder sie gleich auch als schlechter Mensch angesehen. Zwischen den beiden Gruppen tut sich eine emotionale Kluft auf, das wird in den USA durch das Zweiparteiensystem noch verstärkt.

Liz Voss (Bild) macht in der Schweiz Wahlkampf für die Demokrat:innen. Es bereitet ihr Sorgen, dass sich viele Debatten ins Internet verlagert haben, sie meidet auch virtuelle politische Konfrontationen mit Familienmitgliedern. Tariq Dennison ist Republikaner im Thurgau. Er bezeichnet sich nicht als «Trump-Fan», aber als «klassischer amerikanischer Konservativer» und bedauert die fortgeschrittene Polarisierung.

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Ferdy Kübler an der Tour de France 1948
Keystone / Photopress Archive

Als ein Schweizer Radfahrer die Tour de France gewann: Mit Pouletschenkeln und Schinkenbroten zum Sieg.

Sagt Ihnen der Name Ferdy Kübler noch etwas? Kübler war eine Schweizer Radsportlegende, auch bekannt als «Ferdy National». 1950 hat er die Tour de France gewonnen. Bei der aktuell stattfindenden Tour ist ein Sieg eines Schweizers leider ausser Reichweite, deshalb schauen wir mit der Berner Zeitung auf die Zeiten von Kübler zurück.

Damals war die Tour de France noch über 1000 Kilometer länger als heute und die Fahrer konnten nicht auf ein Netz von Helfer:innen mit gefüllten Bidons am Strassenrand zurückgreifen. Ferdy Kübler strampelte durstig tausende von Kilometer durch Frankreich, sie nannten ihn «le fou pédalant».

Er hat schon damals erkannt, dass mit der richtigen Kleidung wichtige Sekunden gespart werden können. Obwohl es einen Verstoss darstellte, tauschte er beim Zeitfahren sein Wolltrikot gegen ein Leibchen aus Seide. Dafür kassierte er zwar eine halbe Strafminute, siegte jedoch trotzdem mit 17 Sekunden Vorsprung. Und die Seidenstadt Lyon war begeistert und offerierte ihm drei Wochen Ferien sowie 100 Meter feinste Seide.

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