
Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Wintersession des Parlaments ist in ihrer letzten Woche angelangt, doch das Tempo hat sich keineswegs verlangsamt. Schon zum Anfang der Woche sind diverse wichtige Entscheide gefällt worden, etwa das Hisbollah-Verbot oder die Erhöhung der Franchise der Krankenkasse.
Ein weiterer wichtiger Entscheid wurde zum Thema Stalking gefällt. Opfer können extrem darunter leiden, doch bis jetzt war es schwierig, es zu beweisen. Nun soll Stalking strafbar werden, wenn die Lebensgestaltungsfreiheit einer anderen Person eingeschränkt wird.
Zur Auflockerung blicken wir noch nach Basel zum ESC, wo erste Details bekanntgeworden sind, und zur Fussball-Nati der Frauen, deren erste Gegnerinnen der EM feststehen.
Herzliche Grüsse aus Bern

«Die Preise werden fallen»: 2026 steigt das Schweizer Pharmaunternehmen Sandoz in das Geschäft mit den Abnehm-Spritzen ein.
Die Chefs von Pharmafirmen wollen ihre Medikamente möglichst lange teuer verkaufen. Das sagt Richard Saynor. Er ist ebenfalls Chef einer Pharmafirma, doch betont im Interview mit den CH Media-Zeitungen: «Wir sind nicht Big Pharma!» Saynor ist Chef von Sandoz. Das Pharmaunternehmen hat sich vor einem Jahr vom Mutterkonzern Novartis getrennt und produziert Generika sowie Biosimilars.
Im Interview spricht der Brite, der in Zug wohnt, mit einer für CEOs ungewohnten Offenheit über sein Unternehmen und die Branche. Er prangert die Regierungen europäischer Länder an, die Medikamentenengpässe verhindern könnten, wenn sie untereinander Medikamente austauschen und auf grosse Lagerbestände für bis zu sechs Monate verzichten würden.
2026 wird Sandoz in den Markt mit den Fettweg-Spritzen einsteigen. «Mit unseren Nachahmerprodukten werden die Preise fallen», sagt Saynor. Er spricht auch über das Entsorgungsproblem, das diese Spritzen verursachen: Pro Jahr werden 100 Millionen dieser Injektions-Pens aus Plastik, Glas und Metall entsorgt. Dafür müsse eine umweltverträgliche Lösung gefunden werden.
- Das Interview von CH Media via WatsonExterner Link.
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Die Mindestfranchise der Krankenkasse soll steigen – und das Parlament sagt Ja zur Nothilfe für die Schweizer Stahlindustrie.
Wir bleiben noch kurz bei der Gesundheit. Die Schweizer Bürger:innen sollen helfen, bei den Gesundheitskosten zu sparen, findet das Parlament. Dazu will nach dem Ständerat nun auch der Nationalrat die Mindestfranchise für die Krankenkasse erhöhen. Diese beträgt heute 300 Franken, eine Erhöhung auf 350 bis 400 Franken steht zur Debatte.
Mit dieser Massnahme wollen bürgerliche Politiker:innen die Eigenverantwortung stärken und unnötige Arztbesuche vermeiden. Die Linke befürchtet dagegen, dass einkommensschwache Menschen sowie chronisch Kranke zusätzlich belastet würden. Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider (SP) unterstützt die Vorlage, betont jedoch: «Wir müssen aber sehr vorsichtig vorgehen, insbesondere bei Menschen, die wegen der Kosten nicht zum Arzt gehen.»
Des Weiteren hat auch der Ständerat die Nothilfe für die Subventionierung der Schweizer Stahl- und Aluminiumwerke befürwortet. Vier Firmen, die kriselnden Stahlwerke in Gerlafingen und Emmenbrücke sowie zwei Aluminimumwerke im Wallis, erhalten verbilligten Strom.
- Artikel zur Erhöhung der Mindestfranchise von WatsonExterner Link.
- Artikel zu den Stahlwerken bei der NZZExterner Link.

Nach der Hamas verbietet die Schweiz nun auch die Hisbollah – und Stalking wird zum Straftatbestand.
Die Liste der wichtigen Entscheide aus dem Parlament ist lange, deshalb folgen hier weitere Nachrichten aus dem Bundeshaus. Nachdem das Parlament letzte Woche das Verbot der palästinensischen Hamas beschlossen hatte, folgt diese Woche die Hisbollah. Beide Räte wollen die libanesische Schiitenmiliz verbieten. Die Hisbollah sei eine radikalislamische terroristische Organisation, die für zahlreiche Gewaltakte und Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sei, heisst es in der Motion der Sicherheitspolitischen Kommission, die das Verbot forderte.
Und einen anderen Gesetzesentwurf hat das Parlament ebenfalls bestätigt: Stalking soll in der Schweiz zum Straftatbestand werden. Wer jemanden beharrlich verfolgt, belästigt oder bedroht, und ihn oder sie dadurch in der Lebensgestaltungsfreiheit beschränkt, soll gemäss Entwurf mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden können, schreibt der Tages-Anzeiger. Es kann für Opfer schwierig sein, Stalking nachzuweisen. Der Ständerat möchte festhalten, dass es für die Bestrafung ausreicht, wenn das Verhalten das Potenzial hat, um die Lebensgestaltungsfreiheit einzuschränken.
- Das Hisbollah-Verbot im Sessions-Ticker von SRFExterner Link.
- Artikel über Straftatbestand gegen Stalking des Tages-AnzeigersExterner Link.

Wer sind die Gegnerinnen der Frauen-Fussballnati an der Heim-EM?
Nächstes Jahr ist die Schweiz Gastgeberin zweier Grossanlässe mit internationaler Ausstrahlung. Im Mai findet in Basel der Eurovision Song Contest (ESC) statt, im Sommer spielen die besten Fussballnationalteams der Frauen an der Heim-EM in der Schweiz.
Die ersten Details zum ESC sind nun bekannt. Das Logo und das Bühnenbild sind geprägt von alpinen Sujets, das Motto lautet «Welcome Home», im offiziellen Sound des ESC wird unter anderem gejodelt und es sind Alphörner zu hören. Tickets sind ab dem 29. Januar erhältlich, doch man kann sich bis zum 10. Januar schon vorab registrieren. Die teuersten Tickets für das Final kosten 350 Franken.
Die Gegnerinnen der Schweizer Frauen-Nati kommen alle aus dem Norden: Die Schweizerinnen werden in der Gruppe A gegen Norwegen, Finnland und Island spielen. Es hätte weitaus schlimmer kommen können, darüber sind sich Expert:innen einig. Aber unterschätzen sollte man die Gegnerinnen nicht. Die Norwegerinnen waren schon einmal Welt- und zweimal Europameisterinnen, allerdings vor mehr als zwanzig Jahren.
- Artikel zum ESC von 20 MinutenExterner Link.
- Das sind die Gegnerinnen der Schweizer Nati: Artikel von NauExterner Link.

Die Schweiz im Bild
Die kürzesten Tage des Jahres sind da, doch die Sonne scheint. Unser Bild zeigt eine besonders blaue Stunde auf der Münsterbrücke in Zürich.

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