Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Auch heute sind Trumps Zölle das grosse Thema in den Schweizer Medien. Die Exportindustrie und die Börse reagieren. Schweizer Klassiker wie Uhren oder Käse befürchten massive Einbussen. Nach den jüngsten Aussagen des US-Präsidenten zittert nun auch die Schweizer Pharmaindustrie.
Mit gefälschten Unterschriften, teuren Eigenheimen und Frauenfussball verabschiede ich Sie ins Wochenende.
Herzliche Grüsse
Schweizer Exportschlager werden von den USA mit hohen Zöllen belegt; die Uhrenindustrie hat bereits reagiert und überschüssige Lagerbestände in die USA geschickt. Wie wird sich das auf den Markt auswirken? Und welche Zölle erwartet die hiesige Pharmaindustrie? SRF ist sich derweil sicher: Die Berechnung der Zölle von 31% basiert auf einem Grundlagenirrtum.
Meine Kollegin Claire Micallef hat gestern an dieser Stelle bereits ausführlich über die massiven Zollerhöhungen von US-Präsident Trump berichtet. Mit 31% sind diese Zölle auf Schweizer Importe in die USA insbesondere im Vergleich zu anderen Handelspartnern der USA hoch. Die Pharmaindustrie war bei der Ankündigung am Mittwoch noch ausgenommen – heute drohte Trump auch der Pharma mit «Mega-Zöllen». Die Aktienkurse von Roche und Novartis fielen um bis zu fünf Prozent.
Der Zollhammer lässt die Börsen und die Exportwirtschaft weltweit zittern. Heute erreichen uns weitere Reaktionen und Einschätzungen aus verschiedenen Schweizer Exportbranchen. Die Schweizer Uhrenindustrie, insbesondere im Einstiegs- und Mittelpreissegment, befürchtet Einbussen auf dem wichtigen US-Markt, da Preiserhöhungen aufgrund der Zölle nur schwer umsetzbar sind. Zudem wird mit einer Zunahme von Parallelverkäufen und möglichen Desinvestitionen gerechnet.
Laut SRF ignoriert die Trump-Regierung bei der Berechnung, dass nebst dem Handelsüberschuss die Schweiz gegenüber den USA im Dienstleistungsbereich ein Defizit von 21 Milliarden Franken aufweist, das unter anderem auf Lizenzgebühren für Software und andere Dienstleistungen zurückzuführen ist. Zudem investieren Schweizer Firmen so viel Geld in den USA wie sonst in keinem anderen Land. Die Beziehungen zwischen zwei Ländern seien komplexer als der reine Warenhandel, schreibt SRF.
Falls die Zölle tatsächlich so eingeführt würden, dann wäre das schädlich für die Schweizer Wirtschaft. Entscheidend wird sein, ob die Ankündigungen in dieser Form umgesetzt werden oder ob es Konzessionen geben wird.
Der Erwerb von Wohneigentum in der Schweiz wird selbst für Haushalte mit einem Einkommen von 200’000 Franken immer schwieriger. Eine Analyse der UBS zeigt, dass nur noch rund die Hälfte der Immobilienangebote für diese Haushalte finanziell tragbar ist.
Die finanzielle Tragbarkeit werde zu einem immer grösseren Hindernis beim Kauf von Häusern und Wohnungen, sagten Ökonomen der Grossbank UBS am Mittwoch an einer Veranstaltung. Die Analyse der UBS hat ergeben, dass in teuren Regionen wie Zürich und Genf Wohneigentum nur noch in weiter entfernten Gemeinden erschwinglich ist.
Vor allem jüngere Menschen müssen oft auf den Erwerb von Wohneigentum verzichten, was laut der Studie zu einer sinkenden Wohneigentumsquote bei den unter 65-Jährigen führt.
Trotzdem bleibt die Nachfrage nach Wohneigentum aufgrund von Faktoren wie Zuwanderung, tieferen Hypothekarzinsen und einem nach wie vor knappen Angebot hoch. Die Zinsen sind in letzter Zeit gesunken, was die laufenden Kosten für Wohneigentümer:innen reduziert und den Kauf von Wohneigentum im Vergleich zur Miete attraktiver macht. Prognosen deuten darauf hin, dass die Preise für Wohneigentum in den kommenden Jahren weiter steigen könnten, da die Nachfrage das begrenzte Angebot weiterhin übersteigt.
Sammelfirmen unter Vedacht: Professionelle Sammelfirmen spielen bei der Unterschriftensammlung eine grössere Rolle als bisher bekannt. Dies zeigt eine Auswertung von SRF.
Anfang Jahr hat die Bundeskanzlei Strafanzeige wegen 21’000 mutmasslich gefälschten Unterschriften bei fünf Volksinitiativen eingereicht. Damit war erstmals amtlich: Der sogenannte Unterschriften-Bschiss hat ein beträchtliches Ausmass.
Jetzt analysierte SRF Data die Unterschriftensammlungen aller Volksinitiativen seit dem Jahr 2000. Die Journalist:innen stellten fest, dass im Schnitt der Jahre deutlich wird, wie Sammelfirmen die Struktur der direkten Demokratie verändern. Erheblich mehr Unterschriften stammen von dort, wo die meisten Sammelfirmen aktiv sind – vor allem in den Kantonen Waadt, Genf und Freiburg. Währenddessen sinken die Anteile in anderen Kantonen klar.
Verschiedene Akteur:innen werfen den Sammelfirmen unlautere Praktiken vor. Sie sollen zum Teil in grossem Stil Unterschriften fälschen. Der Praxistest zeigt: Mit Robotern können Unterschriften gefälscht werden. Politikerinnen und Politiker sind schockiert.
In weniger als 90 Tagen beginnt die Frauen-Fussball-Europameisterschaft in der Schweiz. Ob das globale Aushängeschild des Frauenfussballs, Alisha Lehmann, überhaupt für das Nationalteam auflaufen wird, ist unsicher. Jetzt fragt die Aargauer Zeitung: Kann sich die Schweiz eine Heim-EM ohne sie leisten?
Alisha Lehmann hat mehr Follower auf Instagram als Roger Federer. Ihre Popularität hat dem Frauenfussball einen Schub verliehen – 16 Millionen Menschen folgen der Bernerin. Doch, weil Lehmanns sportliche Leistungen zu wünschen übriglassen, stehen ihre Chancen fürs Frauen-Nati-Kader nominiert zu werden auf der Kippe.
Seit ihrem Wechsel zu Juventus Turin im vergangenen Sommer stand Lehmann 18 Mal im Kader, doch nur in fünf Spielen durfte die Stürmerin von Beginn an ran. Meist waren es nur Kurzeinsätze. Und auch in der Nati konnte sie zuletzt nicht überzeugen.
Obwohl Lehmann dank ihrem Star-Status im Internet ein mindestens so grosses Aushängeschild für die Frauen-Nati ist wie die Spielerinnen Bachmann und Wälti – die seit Jahren sportlich überzeugen – gilt: Für ein EM-Aufgebot braucht es mehr als Followerinnen und Follower im zweistelligen Millionenbereich – auch wenn dadurch werbetechnisch nicht das volle Potenzial der Schweizer Fussballerinnen ausgeschöpft werden würde.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards