Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
In einer guten Stunde beginnt die Fussball-EM der Frauen in der Schweiz. Für die Uefa ist das Turnier bereits jetzt ein Erfolg, denn mehr als 600’000 der rund 670’000 verfügbaren Tickets wurden bereits verkauft. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie viel Begeisterung die EM auch ausserhalb der Stadien, in den zahlreichen Fanzonen und auf den Strassen auslösen wird.
Abgerundet wird diese Auswahl durch den Boom bei den Klimaanlagen und die Rettung des Rotkreuz-Museums.
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Ab diesem Mittwoch bis zum 27. Juli wird die Schweiz im Rhythmus der Frauenfussball-EM vibrieren. Die Nationalmannschaft hat ihre grösste Herausforderung in der Gruppenphase direkt zu Beginn des Turniers, wenn sie heute Abend in Basel auf Norwegen trifft.
Für die Schweizer Nationalmannschaft beginnt die EM mit starken Gegnerinnen: Norwegen besiegte die Nati in der Nations League bereits zweimal. Die Schweiz, die bisher nur an zwei Europameisterschaften teilgenommen hat und dabei lediglich einen Sieg erringen konnte, möchte sich dieses Mal für das Viertelfinale qualifizieren. «Wir wollen für eine Überraschung sorgen. Die Leute sehen uns vielleicht nicht so stark, aber wir können den Unterschied machen», sagte Spielerin Coumba Sow.
Trotz der schlechten Ergebnisse der Schweizer Fussballerinnen in der Nations League im Frühjahr dieses Jahres glaubt die Trainerin der Schweizer Nationalmannschaft, die Schwedin Pia Sundhage, an den Erfolg. «Gastgeberin der Europameisterschaft zu sein und die Erwartungen zu erfüllen, ist sehr aufregend. Das ist meine grösste Herausforderung. Ich denke, wir werden die Leute überraschen», sagte sie gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS.
Neben dem sportlichen berichtet die Schweizer Presse auch über den gesellschaftlichen Aspekt des Frauenfussballturniers. «Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen haben die Schweizerinnen eine Mission zu erfüllen, die über das Ergebnis hinausgeht. Sie sollen dem Frauenfussball einen nachhaltigen Impuls geben», kommentieren die Zeitungen von CH Media. «Die Spielerinnen werden nicht nur ihr Land, sondern alle Fussballerinnen aus dem In- und Ausland repräsentieren, die auf der Suche nach Glaubwürdigkeit sind», schreiben 24 heures und die Tribune de Genève.
Der Bundesrat hat am Dienstag die Themen bekanntgegeben, über die am 30. November 2025 abgestimmt wird. Dem Schweizer Stimmvolk werden zwei Volksinitiativen und eventuell ein Referendum vorgelegt.
Die Schweizer Bürgerinnen und Bürger werden unter anderem über die Volksinitiative «Für eine engagierte Schweiz (Service-citoyen-Initiative)» abstimmen. Diese zielt darauf ab, den Dienst an der Allgemeinheit für alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, verpflichtend zu machen. Dieser könnte in Form von Zivil- oder Militärdienst, Zivilschutz oder einem anderen Milizeinsatz geleistet werden.
Ebenfalls zur Abstimmung kommt die Volksinitiative «Für eine soziale Klimapolitik – steuerlich gerecht finanziert (Initiative für eine Zukunft)» der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten. Der Text will Erbschaften über 50 Millionen Franken besteuern, um Klimamassnahmen zu finanzieren. Die Vorlage hatte im Parlament keine Chance. Die grösste Befürchtung ist, dass die Nachfolge in Familienunternehmen durch eine hohe Steuer erschwert oder unmöglich gemacht wird.
Eine dritte Vorlage könnte ebenfalls auf den Stimmzetteln stehen, wenn bis zum 10. Juli die für ein Referendum notwendigen 50’000 Unterschriften eingereicht werden: die Änderung des Postgesetzes. Diese sieht eine Erhöhung der indirekten Presseförderung durch die Unterstützung der Zeitungszustellung vor. Ein parteiübergreifendes Komitee um das «Team Freiheit» hat Ende April das Referendum gegen das Vorhaben ergriffen.
Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum ist gerettet. Die nationale Institution war durch die Budgetkürzungen des Bundes bedroht.
Wie das Bundesamt für Kultur (BAK) am Dienstag bekanntgab, wird es 20 Museen im Zeitraum von 2027 bis 2030 unterstützen. Darunter befindet sich erstmals auch das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum (IRKM) in Genf. Der jährliche Beitrag des BAK in Höhe von 170’000 Franken, zusätzlich zu den je 400’000 Franken des Aussenministeriums und des Kantons Genf, wird das Fortbestehen des Museums sichern.
Auf Seiten des Museums herrscht Erleichterung. «Obwohl dieser Gesamtbetrag von 970’000 Franken unter der aktuellen Bundesunterstützung von 1’072’900 Franken liegt, ermöglicht er den Betrieb des Museums. Es werden jedoch zusätzliche Anstrengungen erforderlich sein, um die Lücke zu schliessen», reagierte die PR-Beauftragte Alice Baronnet.
Im Rahmen seines Sparplans hatte der Bund angekündigt, den jährlichen Zuschuss des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten in Höhe von knapp 1,1 Millionen Franken zu streichen. Die Idee war, diesen durch eine Finanzierung des Bundesamts für Kultur zu ersetzen. Die Museumsleitung fürchtete dadurch um den Fortbestand des Museums.
Um die Hitzewelle zu überstehen, entscheiden sich immer mehr Schweizerinnen und Schweizer für den Kauf einer Klimaanlage. Dieser Trend ist global zu beobachten, in einigen Ländern sogar in Form eines regelrechten Booms.
Wie SRF News feststellt, gibt die Schweiz immer mehr Geld aus, um ihre Gebäude zu kühlen. So wurden im letzten Jahr Klimageräte oder Komponenten im Wert von 319 Millionen Franken in die Schweiz importiert, was einem Anstieg von mehr als 20% gegenüber vor zehn Jahren entspricht.
Weltweit gibt es schätzungsweise zwei Milliarden Klimaanlagen, von denen fast 70% in Privathaushalten installiert sind. Laut der Internationalen Energieagentur wird diese Zahl in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich auf fünf Milliarden ansteigen.
Dies stellt eine echte energiepolitische Herausforderung dar. Auf globaler Ebene verbrauchen diese Geräte 10% des weltweiten Stroms, was dem Eineinhalbfachen des Verbrauchs von ganz Afrika entspricht. Bereits vor einigen Jahren zeigte die Internationale Energieagentur (IEA) in einer Studie, dass sich der Stromverbrauch in den kommenden Jahrzehnten noch verdreifachen wird.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards