Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Es ist keine gute Idee, ohne Genehmigung in archäologischen Stätten zu graben – nie. Wie Sie in unserem heutigen Briefing lesen können, haben zwei Schweizer in Frankreich kürzlich diese Lektion lernen müssen.
Ausserdem in den Nachrichten am Freitag: ein prominenter Botschafter für den Schweizer Tourismus, das schwierige Überleben der Luchse in der Schweiz und die Attraktivität des Schweizer Fahrzeugparks für Diebe.
Viel Spass beim Lesen!
Er war das erste Grossraubtier, das in der Schweiz wieder angesiedelt wurde, und zwar bereits in den 1970er-Jahren. Doch auch ein halbes Jahrhundert später ist der Luchs hierzulande noch immer ein bedrohtes Tier.
Nachdem der Luchs im 19. Jahrhundert aufgrund der Jagd und des Verschwindens seines Lebensraums ausgestorben war, wurde er mit Exemplaren aus den Karpaten wieder angesiedelt. Zunächst in der Jurakette, dann in den Westalpen. Heute ist diese Raubkatze in mehreren Regionen der Schweiz zu finden, ihre Population wird auf 343 Tiere geschätzt.
Die Wiederansiedlung war eigentlich eine Erfolgsgeschichte, aber ein Sandkorn stört diese schöne Mechanik: zu starke Inzucht, die das Auftreten von Erbkrankheiten begünstigt. In den Alpen werden insbesondere Herzklappenfehler beobachtet, die zu einer hohen Sterblichkeit der Jungtiere führen. Im Jura wurden Jungtiere ohne Ohren beobachtet.
Nach Ansicht von Experten könnte der Luchs daher aussterben, wenn nichts unternommen wird. Die Lösung liegt in der Ansiedlung neuer Tiere aus dem Ausland. Die Umsetzung wird jedoch nicht einfach sein, da der Luchs in Kreisen der Jägerschaft und der Landwirtschaft weiterhin erbitterte Gegner hat.
Das Mitnehmen von Gegenständen an archäologischen Stätten kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Diese bittere Erfahrung mussten zwei Schweizer in Frankreich machen: Das Gericht verurteilte sie zu je 10’000 Euro Geldstrafe wegen «Verletzung des archäologischen Erbes» auf dem Schlachtfeld von Verdun im Jahr 2023.
Das Urteil war vor etwa zwei Monaten gefallen, bisher aber kaum bemerkt geblieben. Die Nachrichtensendung des grossen französischen Privatsenders TF1 brachte es diese Woche anlässlich eines Berichts über Plünderer, die am Ort der berühmtesten Schlacht des Ersten Weltkriegs ihr Unwesen treiben, ans Licht.
Die gegen die Schweizer gesprochene Geldstrafe ist besonders hoch. Es handelt sich um ein «neuartiges Urteil für die Stätten des Ersten Weltkriegs», wie die Präfektur des Departements Meuse erklärte. Die beiden verurteilten Schweizer waren jedoch keine einfachen Touristen auf der Suche nach einem Souvenir, sondern besassen bei ihrer Festnahme eine ganze Reihe von Spezialausrüstungen (Metalldetektoren, Schaufeln, Kletterseile, Karten) sowie geborgene Granaten- und Granatsplitter.
Zur Erinnerung: Das Sammeln von Gegenständen an archäologischen Stätten – und seien es auch nur einfache Steine oder Tonscherben – ist in den meisten Ländern verboten. Neuerdings gibt es auch Einschränkungen, um die Natur zu schützen: Das Mitnehmen von Sand, Kieselsteinen oder Muscheln kann zu hohen Geldstrafen führen. Im Zweifelsfall also: auf das Sammeln von Gegenständen als Souvenir besser verzichten.
Der Schweizer Fahrzeugpark spiegelt den Reichtum des Landes wider und weist einen hohen Anteil an Luxus- und Premiumfahrzeugen auf. Dies ist Autodieben aus dem Ausland nicht entgangen. Das Phänomen ist zwar nicht neu, aber in den letzten Wochen kam es vermehrt zu Diebstählen von Luxusautos durch Straftäter aus Frankreich.
Die Diebe entwenden die Schlüssel von Luxus- oder Premiumfahrzeugen aus Autohäusern oder Karosseriebetrieben, nehmen das Fahrzeug an sich und fahren dann mit sehr hohen Geschwindigkeiten über die Autobahn nach Frankreich. Diese Diebstähle münden manchmal in spektakulären Verfolgungsjagden, die Autofahrer in Gefahr bringen können.
Das Phänomen betraf zunächst Deutschschweizer Kantone wie Zürich und Aargau und breitet sich nun auch auf die Westschweiz aus. «Seit mehreren Monaten wurden im Kanton ein halbes Dutzend Einbrüche festgestellt, die auf Garagen und Karosseriewerkstätten abzielten. Der Trend hat sich in der ersten Julihälfte intensiviert», teilt beispielsweise die Kantonspolizei Waadt mit.
«Im Allgemeinen handelt es sich bei den Tätern um französische Staatsbürger, die manchmal minderjährig sind und wahrscheinlich von Mafia-Netzwerken rekrutiert werden«, so die Waadtländer Kantonspolizei weiter. Um das Phänomen einzudämmen, empfehlen die Ordnungskräfte den Autohändlern unter anderem, die Schlüssel an sicheren Orten aufzubewahren und die Fahrzeuge mit einer elektronischen Wegfahrsperre und einem GPS-Tracker auszustatten.
Schweiz Tourismus hätte sich keinen besseren Botschafter wünschen können: Justin Bieber urlaubt mit seiner Frau Hailey in der Schweiz. Die positiven Kommentare des kanadischen Stars in den sozialen Netzwerken sind wie ein Werbegag für die besuchten Regionen.
Vielleicht kann das nur in der Schweiz passieren: ein internationaler Star, der in Ruhe herumlaufen kann. Justin Bieber weiss das jedenfalls zu schätzen. So schwärmte er, als er mit seinem Elektroroller auf dem Radweg der berühmten Mont-Blanc-Brücke in Genf unterwegs war: «This is crazy, nuts. It’s so pretty.»
Nach Genf warf der kanadische Sänger auch einen Blick auf das Vallée de Joux. Der Abstecher in den Waadtländer Jura hatte unter anderem einen Besuch in der Museumswerkstatt des Uhrenherstellers Audemars Piguet zum Ziel.
Das Paar berichtete in seinen sozialen Netzwerken ausführlich über seine Entdeckungen in der Schweiz. Justin Bieber hat 295 Millionen Abonnenten auf Instagram und seine Frau 55 Millionen.
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