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Trockene Sandbank im Thunersee

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag (IGH) hat erstmals in einem Gutachten den Klimaschutz als Menschenrecht definiert. Aber was bedeutet das UNO-Klimaschutzgutachten für die Schweiz?

Weiter geht es im heutigen Briefing um das Chikungunya-Virus, das durch Tigermücken verbreitet wird, um Bildschirmzeit bei Kleinkindern sowie um Bäume in Städten, die wichtig für das Klima, aber auch ein Sicherheitsrisiko sind.

Gute Lektüre!

Aletschgletscher
Mit dem UNO-Klimaschutzgutachten wird eine entschlossene Klimapolitik zur Pflicht. Keystone / Jean-Christophe Bott

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag (IGH) hat erstmals in einem Gutachten den Klimaschutz als Menschenrecht definiert. Was bedeutet das für die Schweiz?

Mit dem Gutachten wird festgehalten, dass alle Staaten zum Klimaschutz verpflichtet sind. Es werde klargemacht, «dass die Verantwortlichkeiten aufgrund der heutigen Realität und nicht aufgrund der Vergangenheit beurteilt werden», sagt der Schweizer Umweltbotschafter Franz Perrez vom EDA gegenüber SRF News. Dies betrifft beispielsweise grosse Schwellenländer wie China oder Saudi-Arabien. Nicht der bisherige Status, sondern die heutigen Umstände bestimmen, was als Entwicklungsland gilt.

So steige nun der Druck, mehr zu unternehmen – allerdings «wohl nicht spezifisch auf die Schweiz, sondern auf jene Länder mit sehr hohen Emissionen», sagt Perrez. Mit Blick auf den Sieg der Klimaseniorinnen vor einem Jahr in Strassburg scheint sich laut Perrez deren Ansatz im Grundsatz zu bestätigen.

Aufnahme einer Tigermücke
Die wichtigste Methode, Viruserkrankungen grundsätzlich zu minimieren, sei die Reduktion der Tigermücken-Brutstätten. Keystone / Ennio Leanza

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag vor einer weltweiten Epidemie des Chikungunya-Virus, das durch Tigermücken verbreitet wird, gewarnt hat, beschäftigt das Thema weiterhin die Schweizer Medien.

Dabei geht es vor allem um die Fragen, ob das Virus nun in die Schweiz kommt und was zu tun ist. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat es in diesem Jahr 30 importierte Chikungunya-Fälle durch Reiserückkehrende gegeben. Dies ist etwas mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings sei es hierzulande noch nie zu einer Virusübertragung gekommen.

Anders rund 100 Kilometer von Basel entfernt, in einer französischen Gemeinde nahe Strassburg. Dort erkrankte ein Mensch offenbar durch den Stich einer infizierten Mücke am Virus, ohne dass er vorher im Ausland gewesen ist. Tobias Suter vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel sagt: «Das Risiko für grössere Ausbrüche in der Schweiz halte ich für sehr gering. Allerdings könnte es zu einzelnen lokal übertragenen Fällen kommen, so wie wir das aktuell in Frankreich oder Italien beobachten.»

Der beste Schutz vor dem Virus sei laut WHO, zu verhindern, dass man gestochen wird. Die wichtigste Methode, Viruserkrankungen grundsätzlich zu minimieren, sei allerdings die Reduktion der Tigermücken-Brutstätten.

Ein Kind sitzt im Dunkeln vor seinem Smartphone.
Die Bildschirmzeit von drei Viertel der über Zweijährigen in der Schweiz ist im Rahmen der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Keystone / Gaetan Bally

Wie viel Zeit sollten Kleinkinder vor dem Smartphone, Tablet oder Fernseher verbringen? Eine Studie, die unter anderem an der Hochschule für Soziale Arbeit und Gesundheit Lausanne durchgeführt wurde, zeigt zum ersten Mal, wie Schweizer Eltern mit dieser Frage umgehen.

Aufgrund der Antworten von 4200 Eltern untersuchten die Forschenden den Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. bei Kindern bis fünf Jahren. Dazu zählten Telefonieren, Musik oder Audiogeschichten hören oder Spielkonsolen. Das Ergebnis: Drei Viertel der über Zweijährigen verhalten sich im Rahmen der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit weniger als eine Stunde Bildschirmzeit pro Tag.

Komplizierter ist es bei Kindern unter zwei Jahren. Hier lautet die Vorschrift null, was von 60% mit einem Durchschnitt von 20 Minuten pro Tag überschritten wird. Die Leiterin der Studie, Nevena Dimitrova, relativiert: «Solange diese Zeit nicht die Erfüllung eines der vier grundlegenden Bedürfnisse des Kindes verhindert und der Inhalt dem Alter angemessen ist, gefährden etwa zwanzig Minuten Bildschirmzeit pro Tag nicht die harmonische Entwicklung des Kleinkinds.»

Zudem hebt die Studie die Rolle von Audio hervor. «Das Zuhören bringt eine begrenzte Stimulation und hat viele Vorteile, da es die Konzentration und die Vorstellungskraft fördert», sagt Dimitrova.

Bäume auf dem Münsterplatz in Basel.
Gut für Klima und Stadtbild, allerdings können Bäume auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Keystone/Georgios Kefalas

Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung, produzieren Sauerstoff und tun oft einfach gut. Doch Bäume in Städten können auch ein Sicherheitsrisiko sein.

Deswegen müssen sie regelmässig kontrolliert werden. Aber nicht jeder Baum, der als Sicherheitsrisiko eingestuft wird, muss zwangsläufig gefällt werden, sagt Baumpflege-Spezialist Fabian Dietrich gegenüber SRF News. «Ein hohler Baum gilt als gefährlich. Ein mit Pilzen befallener Baum ebenfalls. Doch das ist falsch.» Beispielsweise könnten viele Bäume problemlos mit Pilzen umgehen.

Der Klimawandel stellt jedoch auch für die Stadtbäume eine Herausforderung dar: Trockenheit und Stürme können sie allfälliger für Schäden machen. In Thun wird deswegen mit neuen Baumarten experimentiert, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen.

Damit sowohl Naturschutz als auch Sicherheit der Bürger:innen gewährleistet ist, stehen für Baumpflegespezialist Rolf Röthlisberger drei Punkte im Vordergrund: kontinuierliche Kontrollen, fachgerechte Pflege und kluge Entscheidungen.

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