Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Schweiz steht noch immer unter Schock nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana. International herrscht Unglaube darüber, dass eine solche Katastrophe in einem Land passieren konnte, das für seine strengen Regeln und Vorschriften bekannt ist.
Heute schauen wir uns an, wie Medien auf der ganzen Welt über den Brand im Schweizer Skiort und die offensichtlich fehlenden Sicherheitsinspektionen berichten.
Ebenfalls Schlagzeilen machen Berichte über den mutmasslichen Hintergrund des Betreiberpaars der Bar Le Constellation.
Herzliche Grüsse aus Bern
«Wir dachten, die Schweiz sei das Land der Regeln, der Präzision und der Kontrollen.» So fasste die italienische Zeitung La Repubblica den Schock nach der Tragödie von Crans-Montana zusammen. Medien auf der ganzen Welt haben Mühe zu verstehen, wie eine solche Katastrophe in einem Land passieren konnte, das oft als sicher und streng reguliert dargestellt wird.
Die internationale Berichterstattung konzentrierte sich insbesondere auf das Versäumnis, routinemässige Brandschutzinspektionen durchzuführen. Nicht nur in der Bar, die an Silvester zur Flammenhölle wurde, sondern laut mehreren Berichten auch in anderen Bars und Restaurants der Region. Die Behörden haben eingeräumt, dass die Bar in Crans-Montana seit 2019 nicht mehr inspiziert worden war.
«Selbst das tugendhafteste Land kann versagen», schrieb ein Redaktor von La Repubblica, der normalerweise über Korruption und organisierte Kriminalität berichtet, heute zitiert von der Aargauer Zeitung. Italien zählt sechs Todesopfer und elf Verletzte. Mehrere italienische Medien beschreiben die Tragödie als Enthüllung von Rissen im Bild eines «perfekten» Landes.
Die Berichterstattung in Frankreich und Deutschland war laut der Aargauer Zeitung zurückhaltender, hob aber dennoch das Fehlen von Sicherheitskontrollen über mehrere Jahre hinweg hervor. Der französische Sender TF1 titelte seinen Bericht mit «Schwere Verstösse nachgewiesen».
Grosse internationale Medien wie BBC, CNN und The New York Times haben ebenfalls über den Brand berichtet. TF1 berichtete am Mittwoch, dass eine Anhörung mit dem Paar, das die Bar besass, voraussichtlich am Donnerstag stattfinden sollte, unter Berufung auf Romain Jordan, der Anwalt, der mehrere Opferfamilien vertritt. Die Schweizer Behörden haben dies noch nicht bestätigt. Die Ankündigung erfolgt, während der Hintergrund des Paares recherchiert wird – wozu Sie weiter unten mehr lesen können.
Neben der Kritik an den Behörden richtet sich die Medienaufmerksamkeit zunehmend auf Jessica und Jacques Moretti, das Paar, das die Bar Le Constellation in Crans-Montana besass und führte.
Für viele Einheimische bleibt das Paar nahezu unbekannt. «Ich kenne alle im Dorf – ausser sie», sagte eine Frau zu Blick. Ein Nachbar, der neben einem ihrer Häuser wohnt, sagte, er habe trotz ihrer jahrelangen Präsenz in der Gegend keinen Kontakt zu ihnen gehabt.
Die gleiche Unklarheit scheint ihre Geschäftsaktivitäten zu umgeben. Lokale Gastronom:innen sagten zu Watson, sie hätten den Mann, der sich als Geschäftsführer mehrerer Betriebe vorstellte, kaum gekannt. «Mir ist aufgefallen, dass er nicht viele lokale Auftragnehmer einsetzte», sagte eine Quelle. Eine andere Person fügte hinzu, dass während der Bauarbeiten oft Autos mit korsischen Nummernschildern gesehen wurden.
Medienrecherchen ergeben ein beunruhigendes Bild. Laut Nachrichtenberichten umfasst die Vergangenheit des Ehemanns angeblich eine Gefängnisstrafe, Verbindungen zu Prostitutionsnetzwerken, mehrere Konkurse und Verbindungen zu Ghjuventù Paolina, einer korsischen nationalistischen Gruppe.
Eine zentrale Frage bleibt, wie das Paar seine Käufe in der Schweiz finanziert hat. Blick berichtet, dass sie mit «bescheidenen Mitteln» ankamen, aber anschliessend das ansammelten, was die Zeitung als «beeindruckenden Geldzufluss» beschreibt.
Neben Le Constellation besitzt das Paar auch Le Senso, ein Burger-Restaurant im Zentrum von Crans-Montana, und das Gasthaus Le Vieux Chalet in Lens. Ihr Immobilienbesitz umfasst zwei Häuser, die laut Inside Paradeplatz auf 1,54 Millionen Dollar geschätzt werden. Mehrere Medien berichten, dass weder auf den gewerblichen noch auf den Wohnimmobilien Hypotheken eingetragen sind.
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Gruppenreisen haben laut Unternehmen wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Vor dem bevorstehenden Investorentag gaben die Jungfraubahnen auch neue mittelfristige Ziele bis 2030 bekannt, darunter die Erhöhung der EBITDA-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) auf mindestens 45%, gegenüber 43%.
Insgesamt verzeichnete die Jungfrau-Region 2025 3,91 Millionen Besucher:innen – ein Anstieg von 3,2% im Jahresvergleich.
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