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Franjo von Allmen

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Wie in vielen anderen Ländern widmen sich auch die Schweizer Medien an diesem Montag den Olympischen Winterspielen, die am Freitag eröffnet wurden. Für die Schweizer Delegation ist ein Teil der Arbeit bereits getan: In der Königsdisziplin gab es Gold.

In der Schweiz selbst fällt unsere Auswahl weniger ruhmreich aus. Thema sind die Verlagerung eines traditionsreichen Unternehmens, endlose Warteschlangen am Flughafen Genf sowie die Fortsetzung der Tragödie von Crans-Montana.

Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Mathilde Gremaud
Die Schweizer Fahne für Mathilde Gremaud, die vier Jahre nach ihrem Erfolg in Peking erneut Gold gewinnt. Keystone

Die Olympischen Spiele in Mailand–Cortina haben für die Schweizer Delegation vielversprechend begonnen. Am Samstag holte Franjo von Allmen Gold in der Königsdisziplin der Winterspiele, der Männerabfahrt. Der Wettkampf hatte jedoch für den Schweizer Star des alpinen Skisports, Marco Odermatt, einen bitteren Beigeschmack: Er musste sich mit dem vierten Platz zufriedengeben. Ebenfalls erwähnenswert ist der fünfte Rang eines weiteren Schweizers, Alexis Monney.

Am Montag konnte Franjo von Allmen seine Leistung bestätigen und gewann gemeinsam mit Tanguy Nef eine zweite Goldmedaille in der Team-Kombination (Abfahrt und Riesenslalom). Dieses Mal verpasste Marco Odermatt das Podest nicht: Zusammen mit Loïc Meillard holte er Silber.

Auch im Frauen-Ski gab es Gold für die Schweiz. Mathilde Gremaud gewann den Slopestyle-Wettbewerb und verteidigte damit ihren olympischen Titel von 2022 in Peking. Sie zählt nun insgesamt vier olympische Medaillen. Neben ihren beiden Goldmedaillen gewann sie 2018 Silber im Slopestyle sowie 2022 Silber im Big Air.

Diese Olympischen Spiele brachten jedoch auch Enttäuschungen für die Schweizer Delegation. Dass das alpine Frauenteam aufgrund zahlreicher Verletzungen in schwieriger Form ist, war bekannt. Dies bestätigte sich bereits in der Abfahrt: Keine Schweizer Fahrerin schaffte es unter die ersten zehn.

Nähmaschinen in der Bernina-Fabrik in Steckborn
Die Produktion im Werk Steckborn wird endgültig eingestellt. Keystone / Gaetan Bally

Das bekannte Schweizer Nähmaschinenunternehmen Bernina verlagert seine Produktion nach Thailand. Diese Entscheidung hatte sich seit mehreren Wochen abgezeichnet und wurde nun vom Unternehmensleiter Kai Hillebrandt in der Sonntagspresse bestätigt.

Bernina wurde 1893 im Kanton Thurgau am Bodensee gegründet und ist ein bedeutendes Kapitel der Schweizer Industriegeschichte. Diese Geschichte geht nun zu Ende: Die letzte Fabrik in der Schweiz wird geschlossen. Die gesamte Produktion wird nach Thailand verlagert, wo Bernina bereits seit 1990 über ein Werk verfügt. Der Firmensitz bleibt in der Schweiz.

Am Standort Steckborn sind derzeit 334 Personen beschäftigt. Dort bleiben die Bereiche Marketing, Forschung und Entwicklung sowie Informatik erhalten. Die angekündigte Umstrukturierung hat jedoch Auswirkungen auf die Beschäftigung: Rund 40 Stellen werden abgebaut. Die genaue Zahl sowie ein möglicher Sozialplan sollen noch in diesem Monat bekannt gegeben werden.

Bernina begründet den Entscheid mit der Stärke des Schweizer Frankens gegenüber dem Dollar sowie mit der Situation auf dem amerikanischen Markt, der rund drei Viertel des Umsatzes ausmacht. Die Umstrukturierung soll Einsparungen in der Höhe von mehreren Millionen Franken ermöglichen. Sie markiert die letzte Etappe einer schrittweisen Entwicklung: In der Schweiz montierte Maschinen machten seit rund zehn Jahren nur noch einen kleinen Teil des Bernina-Sortiments aus.

Erneutes Feuer in Crans-Montana: Ein Brand zerstörte das Mahnmal für die Opfer.
Erneutes Feuer in Crans-Montana: Ein Brand zerstörte das Mahnmal für die Opfer. Keystone / Alessandro Della Valle

Das kleine Mahnmal für die Opfer der Tragödie von Crans-Montana hat am Sonntag gebrannt. Die Feuerwehr konnte das Feuer rasch unter Kontrolle bringen, verletzt wurde niemand. Als Brandursache gilt eine Kerze; eine Fremdeinwirkung wird ausgeschlossen. Das Kondolenzbuch wurde gerettet, die Installation wurde abgebaut und abtransportiert. Ein neues Mahnmal ist in Planung. Der Vorfall ist zwar geringfügig, seine symbolische Bedeutung jedoch gross.

Im Rahmen der Ermittlungen für das Feuer in der Bar wurde der Sicherheitsverantwortliche von Crans-Montana als Beschuldigter einvernommen. Er ist seit 2024 im Amt und muss erklären, weshalb in der Bar «Le Constellation» seit 2019 keine Kontrollen mehr durchgeführt wurden. Er räumte ein, dass Brandschutzkontrollen aufgrund eines fehlerhaften Computersystems und fehlender Ressourcen nicht erfolgt seien. Zudem erklärte er, eine kaum zu bewältigende Situation übernommen zu haben, die er zu ordnen versuchte.

Laut der Sonntagspresse betraf das Informatikproblem nicht nur Crans-Montana, sondern den gesamten Kanton Wallis. Die neue Software zur Planung der Sicherheitskontrollen war demnach von einem Informatiker mit schweren psychischen Störungen eingeführt worden. Dieser habe Chaos verursacht und Behörden mit Drohungen und Erpressungsversuchen konfrontiert. Er wurde schliesslich festgenommen und in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen, jedoch aufgrund seines Gesundheitszustands nicht vor Gericht gestellt.

Die Ermittlungen der Walliser Justiz werden auch im Ausland aufmerksam verfolgt. Bundespräsident Guy Parmelin, der zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Italien weilte, besuchte in Mailand hospitalisierte Opfer und informierte den italienischen Präsidenten Sergio Mattarella über die von der Schweiz ergriffenen Massnahmen. Er betonte dabei, dass sich der Bundesrat aus Gründen der Gewaltenteilung nicht in das laufende Verfahren einmischen werde.

ein Mann scannt Fingerabdrücke am flughafen
Das Scannen von Fingerabdrücken an EES-Terminals, wie hier an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien, kostet Zeit. Keystone

Ausländische Reisende aus Staaten ausserhalb der EU müssen am Flughafen Genf derzeit viel Geduld aufbringen. In den vergangenen Wochen kam es bei den Grenzkontrollen zu Wartezeiten von bis zu zweieinhalb Stunden. Mit den bevorstehenden Fasnachtsferien könnte sich die Situation weiter verschärfen.

Grund für die Verzögerungen ist die Einführung des neuen europäischen biometrischen Systems EES (Entry/Exit System), das im Schengen-Raum für Reisende aus Drittstaaten vorgeschrieben ist. Die Registrierung umfasst Fingerabdrücke und ein Foto, was den Ablauf erheblich verlangsamt. Der Flughafen Genf hat sein Personal aufgestockt, räumt jedoch ein, dass die bestehende Infrastruktur Mühe hat, diese neuen Verfahren zu bewältigen.

Die Probleme beschränken sich nicht auf die Schweiz. Auch andere europäische Flughäfen melden ähnliche Verzögerungen. Berufsverbände haben auf die betrieblichen Folgen der Einführung hingewiesen. In einigen Ländern wurde die Umsetzung des Systems sogar verschoben, um ein Verkehrschaos im Sommer zu vermeiden.

Genf ist jedoch besonders anfällig für diese Schwierigkeiten. Der Flughafen Genf-Cointrin ist räumlich stark eingeschränkt und rasch überlastet. Zudem verzeichnet er einen hohen Anteil britischer, amerikanischer und anderer Drittstaatenpassagiere – genau jener Reisenden, die den neuen Kontrollen unterliegen.

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