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Menschen an der Fasnacht

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Fasnacht in der Schweiz ist in vollem Gange. Für viele bedeutet das eine ausgelassene Zeit mit Tanzen und dem einen oder anderen alkoholischen Getränk. Doch ein Kanton bittet seine Einwohner:innen, ihrer Leber eine Pause zu gönnen.

Bevor wir ins Wochenende starten, gibt es noch einige Neuigkeiten. Die Finanzkommission des Nationalrats hat ihre Empfehlung zum Sparpaket des Bundesrates abgegeben, was den Ton für die parlamentarischen Debatten während der Frühjahrsession im März vorgeben wird.

Gute Lektüre!

Medienkonferenz
Das Sparpaket des Bundes für die Jahre 2027 bis 2029 soll nicht weiter abgespeckt werden. Das hat die zuständige Nationalratskommission entschieden. Keystone / Alessandro Della Valle

Die Finanzkommission des Nationalrats hat sich beim Entlastungspaket 27 des Bundes weitgehend dem Ständerat angeschlossen. Zwei Massnahmen, die Schweizerinnen und Schweizer im Ausland betreffen, wurden aus dem Sparpaket gestrichen.

Der Ständerat hatte das Entlastungspaket 27 des Bundes bereits im Dezember beraten. Heute teilte die vorberatende Finanzkommission des Nationalrats mit, was sie für die nächste Session (2. Bis 20. März) empfiehlt, wenn sich auch die grosse Kammer über das Sparpaket beugen wird.

Sie folgt dabei weitgehend den Entschlüssen des Ständerats. Dies betrifft auch die Gelder für das Auslandsmandat der SRG im Umfang von jährlich 19 Mio. Franken. Wie der Ständerat möchte auch die Finanzkommission des Nationalrats diese Massnahme aus dem Sparpaket streichen. Dieses Geld fliesst in die Finanzierung der Plattformen Swissinfo, Tvsizzera sowie der gemeinsam mit Partnern geführten internationalen Sendern TV5 Monde und 3Sat. Im Dezember wurde eine Petition mit mehr als 17’000 Unterschriften eingereicht, um sich gegen die Streichung der Finanzierung zu wehren.

Anders als der Ständerat empfiehlt die Nationalratskommission auch die Bundesbeiträge an die Auslandschweizer-Organisation ASO vom Sparhammer zu verschonen. Dabei geht es um einige 100’000 Franken pro Jahr. «Das ist ein kleiner Betrag und jeder Punkt auf der Sparliste hat starke Verfechter. Hier setzten sich diese durch», sagt Mitte-Nationalrat Simon Stadler, Vizepräsident der Kommission.

Insgesamt umfasst das Sparpaket nun 65 Vorschläge. Bei 47 davon folgt die Finanzkommission dem Ständerat. Ihr Vorschlag würde über drei Jahre Einsparungen von 5,9 Milliarden Franken bringen. Das ist mehr, als der Ständerat beschlossen hat, aber etwa ein Drittel weniger, als der Bundesrat möchte. Das Parlament hat sich vorgenommen, das Paket in der Frühjahrsession abschliessend zu schnüren, inklusive Differenzbereinigung zwischen den beiden Kammern.

Friedensrat
US-Präsident Donald Trump schliesst die erste Sitzung des «Friedensrats» mit einem goldenen Hammer. Keystone/EPA/Alessandro Di Meo

Nach Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland in Genf nahm die Schweiz in einer Beobachterrolle an der ersten Sitzung des umstrittenen «Friedensrates» von US-Präsident Donald Trump teil.

Die Schweiz wurde in Washington unter anderem durch Monika Schmutz Kirgöz vertreten, die im Aussendepartement die Abteilung für den Mittleren Osten und Nordafrika leitet. Gegenüber SRF erzählt sie, was an dieser ersten Sitzung besprochen wurde und wie sich die Beteiligung der Schweiz entwickeln könnte.

Laut Schmutz Kirgöz sagte Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn, auf der Bühne, man müsse sich das vorstellen wie eine Verwaltungsratssitzung eines grossen Unternehmens der Privatwirtschaft. Um den metaphorischen Konferenztisch sassen 27 teilnehmende Länder – viele davon aus den Golfstaaten. Weitere 22 Länder nahmen als Beobachter teil, darunter auch die Europäische Union. Zudem gab die FIFA eine Partnerschaft mit Trumps «Friedensrat» bekannt.  

Die Diskussionen hätten sich hauptsächlich auf Gaza konzentriert, sagt Schmutz Kirgöz gegenüber SRF. Deshalb habe die Schweiz die Einladung als Beobachterin auch angenommen. «Wir sind stark engagiert im Gazastreifen. Das sogenannte ‘Board of Peace’ soll die Implementierungsinstitution für den 20-Punkte-Plan vom Oktober sein.» Dieser Plan habe Verbesserungen gebracht, etwa einen mehrheitlich eingehaltenen Waffenstillstand und mehr humanitäre Hilfe im Gazastreifen. «Darum war es wichtig, dass wir heute dabei sein konnten, um zu sehen, wohin die Reise geht.»

Zur Rolle der Schweiz sagt Schmutz Kirgöz, für ein stärkeres Engagement müssten sich der Bundesrat, das Parlament und letztlich auch die Bevölkerung dafür entscheiden. «Vieles ist noch unklar.»

Die Teilnahme an Trumps «Friedensrat» stösst auch auf Kritik, da er als Konkurrenz zu den Vereinten Nationen, die ihren Sitz in Genf haben, gelten könnte. «Die Schweiz ist stark in der UNO engagiert, Multilateralismus und Völkerrecht sind für uns zentral», sagt Schmutz Kirgöz. «Wenn es um Gaza geht, stützt sich das auf eine UNO-Resolution. Darauf sollten wir uns fokussieren. Die Schweiz kann grundsätzlich immer vermitteln, insbesondere im Hinblick auf eine Friedenslösung, die in eine Zweitstaatenlösung mündet.»

Jeff Bezos
Jeff Bezos bringt sein neues KI-Unternehmen «Project Prometheus» nach Zürich. Copyright 2019 The Associated Press. All Rights Reserved.

Im letzten Jahr war die Schweizer IT-Branche von einer Entlassungswelle betroffen. Nun könnte es für die Beschäftigten in der Branche gute Neuigkeiten geben: Jeff Bezos eröffnet in Zürich Büros für «Project Prometheus», ein milliardenschweres KI-Start-up.

Benannt nach dem griechischen Titanen, der sich den olympischen Göttern widersetzte, indem er den Menschen das Feuer brachte, verfügt Project Prometheus über ein Startkapital von 4,8 Milliarden Franken. Obwohl die Gründung des Unternehmens erst im November 2025 bekannt wurde, gehört es laut dem Tages-Anzeiger zu den bestfinanzierten jungen Firmen weltweit.

Das Unternehmen setzt auf KI, um das Ziel von Bezos zu unterstützen, Menschen in den Weltraum zu befördern, und um Anwendungen in den Bereichen Ingenieurwesen und Fertigung zu entwickeln.

Im vergangenen Jahr soll das Unternehmen hundert Personen eingestellt haben. Der Tages-Anzeiger berichtet nun, dass bisher drei Mitarbeitende für das Zürcher Büro rekrutiert wurden.

Zürich zieht weiterhin Technologieunternehmen an, was unter anderem der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich zu verdanken ist. Allein Google beschäftigt in der Stadt rund 5000 Personen. Die Präsenz globaler Technologiekonzerne in Zürich bleibt jedoch ein viel diskutiertes Thema. Befürwortende heben ihre Rolle bei der Förderung von Wirtschaftswachstum und Innovation hervor. Kritiker:innen hingegen verweisen auf Herausforderungen wie Gentrifizierung, steigende Mieten und einen wachsenden gesellschaftlichen Einfluss.

Fasnacht
Die sogenannten «Nüssler», Männer oder Jungen in traditionellen Kostümen und Masken, die von jenen der Figuren der venezianischen Commedia dell’Arte abgeleitet sind, stossen gemeinsam an der Fasnacht an. Keystone / Urs Flueeler

Worauf verzichten Sie (wenn überhaupt) während der Fastenzeit, liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer? Der Kanton Schwyz fordert seine Bevölkerung auf, nach der Fasnacht der Leber eine Pause zu gönnen.

Die Fasnacht in der Schweiz – und der Karneval auf der ganzen Welt – sind bekannt für Kostüme, Satire und, für viele, Alkohol. Deshalb lanciert der Kanton Schwyz eine Kampagne für die «Alkoholfreizeit».

Der «Dry January» ist ein durch soziale Medien beliebt gewordener Trend, bei dem man im ersten Monat des Jahres auf Alkohol verzichtet. Dass dies während der Vorfasnachts- und Fasnachtszeit nicht allen in den Kalender passt, hat auch «Gesundheit Schwyz» festgestellt, die Fachstelle für Gesundheitsförderung und Prävention. Seit letztem Jahr gibt es deshalb die «Alkoholfreizeit». Sie startet nach der Fasnacht und dauert die ganze Fastenzeit.

«Ziel ist es, dass die Teilnehmenden die Möglichkeit erhalten, zu erleben, was passiert, wenn man eine Zeit lang keinen Alkohol trinkt», sagt Christa Rudolf von Rohr von Gesundheit Schwyz. Zahlen aus dem Jahr 2022 zeigen: Die Menschen im Kanton Schwyz liegen mit ihrem Alkoholkonsum über dem Schweizer Durchschnitt.

Letztes Jahr haben dreimal mehr Frauen bei der Aktion im Kanton Schwyz teilgenommen als Männer. Und dies, obwohl Männer schweizweit mehr und öfters trinken als Frauen. Der gesellschaftliche Druck zu trinken, sei ein wiederkehrendes Problem, sagt Christa Rudolf von Rohr. «Wir geben den Tipp, dass die Leute erzählen sollen, dass sie beim Projekt ‹Alkoholfreizeit› mitmachen.» Das helfe.

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