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Proteste am 1. Mai

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Der heutige 1. Mai wird weltweit als Tag der Arbeit gefeiert. Wie die Bevölkerung diesen begeht, spiegelt oft die allgemeine wirtschaftliche Stimmung wider.

Und: Wie weit würden Sie reisen, um Ihre Lieblingsmannschaft spielen zu sehen? Ein Auslandschweizer, der in Neuseeland lebt, hat dafür über 40 Stunden Reise auf sich genommen. Seine Geschichte lesen Sie im heutigen Briefing.

Gute Lektüre!

1. Mai Umzug
Der jährliche 1.-Mai-Umzug in der Stadt Zürich erstreckt sich auch in diesem Jahr über mehrere hundert Meter. Keystone / Claudio Thoma

Heute finden in der ganzen Schweiz rund 50 Demonstrationen statt, unter dem Motto «Jobs und Löhne verteidigen – Nein zur Abschottung». Wie sieht die Zukunft der Arbeit in der Schweiz aus?

In Zürich, wo traditionell die grösste Demonstration stattfindet, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Ausschreitungen. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, versammelten sich heute Morgen Tausende auf dem Helvetiaplatz zum alljährlichen 1.-Mai-Umzug, mit einem hohen Anteil an jungen Teilnehmenden. Die Gewerkschaft Unia warnt, dass Mindestlöhne und arbeitsfreie Sonntage zunehmend unter Druck geraten.

In einem Interview mit dem Blick spricht der Ökonom Mathias Binswanger über die negative Wahrnehmung der Teilzeitarbeit in der Schweiz. Im zweiten Quartal 2024 arbeiteten 38,7% der Erwerbstätigen in der Schweiz Teilzeit (definiert als ein Beschäftigungsgrad von weniger als 90%). Das Modell ist bei Frauen deutlich verbreiteter: 58,6% arbeiten Teilzeit, gegenüber 20,9% der Männer.

Binswanger argumentiert, dass Kritik an Teilzeitarbeitenden am Kern vorbeigehe: «Man kann nicht erwarten, dass die Menschen ihr Leben in erster Linie nach den Bedürfnissen der Wirtschaft oder des Staates ausrichten, wenn dazu kein Anreiz besteht.» Er schlägt vor, das Profil der Berufslehre zu stärken, da viele Branchen Mühe haben, Nachwuchs zu finden.

Rettungskräfte zollen den Opfern der Brandkatastrophe in Crans-Montana bei der Gedenkfeier ihren Respekt.
Rettungskräfte zollen den Opfern der Brandkatastrophe in Crans-Montana Respekt bei einer Gedenkfeier. Keystone / Jean-Christophe Bott

Nach einer schweren Tragödie gibt es immer eine Suche nach potenziellen Verantwortlichen. Dies ist auch der Fall bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana.

Im Zuge der laufenden Ermittlungen sind neue Vorwürfe bezüglich des Rettungsmassnahmen aufgetaucht. In einer Strafanzeige eines Anwalts einer verletzten 15-jährigen Italienerin wird behauptet, dass wesentliche Ausrüstungsgegenstände wie Tragen, Rettungsdecken und Sauerstoffflaschen gefehlt hätten. Diese Mängel könnten den Zustand einiger Opfer verschlimmert haben.

Die Informationen, die zuerst von der italienischen Zeitung La Stampa veröffentlicht wurden, sind von der Walliser Staatsanwaltschaft bestätigt worden und lösten heftige Reaktionen aus.

Ein Schweizer Anwalt sagte gegenüber dem Blick, dass die Schwere der Verbrennungen möglicherweise unterschätzt worden sei. «Intensive Hitze kann schwere Nervenschäden verursachen, ohne sichtbare Spuren auf der Haut zu hinterlassen», sagt er. Einige Verletzte seien offenbar falsch diagnostiziert worden, wobei sich die Behandlung um bis zu vier Stunden verzögert habe.

Auf Anfrage wollte die Swiss Paramedic Association die Beschuldigungen nicht direkt kommentieren, betonte jedoch, dass das Niveau von Vorbereitung und Ausbildung generell hoch sei. Gleichzeitig bezeichnete sie den Brand in Crans-Montana als «ein aussergewöhnliches und extremes Ereignis auf allen Ebenen».

Renovation in Wohnung
Der Druck auf dem Wohnungsmarkt bleibt bestehen. Keystone / Gaetan Bally

Die steigenden Mietkosten in der Schweiz beginnen sich allmählich zu stabilisieren.

Die Mieten sind ab Herbst 2022 deutlich gestiegen, wobei neu ausgeschriebene Wohnungen im Jahresvergleich 4% bis 5% teurer wurden, verglichen mit rund 1% zuvor. Inzwischen flacht die Entwicklung ab. Im Jahr 2025 legten die Angebotsmieten um 1,3% zu, während die Bestandsmieten um 0,4% zunahmen. Die niedrigen Zinsen veranlassen zudem wieder mehr Menschen, Wohneigentum zu erwerben. Das zeigen Auswertungen des Immobilienberatungsunternehmens Wüest Partner.

Der Druck auf dem Wohnungsmarkt bleibt jedoch bestehen. Ein Mangel an Wohnraum treibt die Nachfrage weiter an. Der Nettowohnungszugang reicht nicht aus, um die zusätzliche Nachfrage zu decken, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Die Bevölkerung der Schweiz wuchs 2025 gemäss dem Bundesamt für Statistik um rund 73’300 Personen. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgrösse von 2,18 Personen entspricht dies einem Bedarf von etwa 33’6000 zusätzlichen Wohnungen.

Besonders angespannt ist die Lage in Zürich: Im Kanton liegt die Leerstandsquote bei 0,48%, in der Stadt bei 0,1%. «Obwohl die Mieten nicht mehr so stark steigen, ist es immer noch schwierig, eine Wohnung zu finden», schreibt die NZZ. Zudem öffne sich die Preisschere zwischen bestehenden Mietverträgen und neu ausgeschriebenen Wohnungen. In Genf etwa bezahlen Neumieter:innen im Schnitt 50% mehr als Altmieter:innen, in Zürich beträgt der Unterschied 20%. Ein Wohnungswechsel bedeutet oft deutlich höhere Kosten.

Gemäss Daten der OECD geben Mieterhaushalte in der Schweiz im Durchschnitt 24,6% ihres verfügbaren Einkommens für die Miete aus. Damit liegt das Land über dem EU-Durchschnitt und im oberen Drittel der untersuchten Länder.

Fans am feiern
In der Eishalle in Freiburg verfolgten die Fans das Finale auf Grossbildschirmen, das Spiel selbst wurde in Davos ausgetragen. Anthony Anex / Keystone

Wie weit würden Sie reisen, um Ihr Schweizer Lieblingsteam zu sehen, liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer? Ein in Neuseeland lebender Auslandschweizer reiste über 40 Stunden, um das Eishockey-Finale zwischen Fribourg-Gottéron und Davos mitzuerleben.

Der Auslandschweizer Fabian Herzog buchte seinen Flug spontan nach dem Overtime-Sieg der Fribourger im sechsten Playoff-Finalspiel gegen Davos und stand bereits drei Stunden später am Flughafen Auckland. Seine Kinder verabschiedeten ihn mit einem «Allez Gottéron!», schreibt der Blick. Nachdem die Zeitung von seiner Reise erfahren hatte, half sie ihm sogar, ein Ticket für das Spiel zu ergattern.

Zum Glück für ihn ist er ein Gottéron-Fan. Die «Drachen» besiegten den HC Davos auf deren eigenem Eis mit 3:2 nach Verlängerung. Der Sieg ist historisch, denn er bedeutet den ersten Schweizer Meistertitel des Clubs.

In Fribourg brach die Stadt in Jubel aus. Weit mehr als ein Sportereignis wurde der Final zu einem kollektiven Moment, der Zehntausende von Fans zusammenbrachte. Die Eishalle war ausverkauft, und rund 30’000 Menschen versammelten sich draussen, um das Spiel auf Grossleinwänden zu verfolgen.

Die Behörden passten sich den Besuchermassen an: Der öffentliche Verkehr wurde verstärkt und über Nacht gratis angeboten, Bars durften länger offen bleiben, und die Polizeipräsenz wurde erhöht.

Nach dem Sieg blieben Tausende von Fans bis in die frühen Morgenstunden, um die Spieler zu empfangen – ein seltener Moment gemeinsamer Freude zwischen Mannschaft, Stadt und Fans. Und für Herzog war es sicher eine Reise, die sich gelohnt hat.

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