Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Seit dem 1. Januar dieses Jahres teilen Italien und die Schweiz den Schmerz angesichts des Dramas von Crans-Montana, bei dem 41 Menschen ihr Leben verloren und 115 weitere verletzt wurden. Dieses gemeinsame Gefühl hat die beiden Länder jedoch nicht näher zusammengebracht. Im Gegenteil, es hat über Monate hinweg diplomatische Spannungen rund um das Krisenmanagement geschürt.
Mit der Ankündigung einer sich abzeichnenden Einigung über die Übernahme der Spitalkosten scheint sich die Lage zum ersten Mal seit dieser tragischen Neujahrsnacht jedoch zu entspannen.
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre
Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte, wird in Zürich derzeit ein Mann behandelt, der positiv auf das Hantavirus getestet wurde. Er war Passagier an Bord jenes niederländischen Kreuzfahrtschiffs, auf dem sich mehrere Personen mit dem Virus infiziert hatten, von denen drei verstorben sind.
Der Mann und seine Ehefrau kehrten Ende April von einer Reise in Südamerika zurück, von wo aus das Schiff ausgelaufen war. Dies präzisiert das BAG in seiner Mitteilung. Er begab sich ins Universitätsspital Zürich, wo er in Isolation gebracht wurde. Sein Zustand ist stabil und hat sich seit seiner Einweisung nicht verändert, so das Spital. Laut Angaben des BAG befand sich kein weiterer Schweizer Staatsbürger an Bord des Schiffes.
Ein Test im Referenzlabor der Universitätsspitäler Genf (HUG) bestätigte eine Infektion mit dem Andenvirus, einem in Südamerika vorkommenden Hantavirus-Stamm. Im Gegensatz zu europäischen Hantaviren, die über die Ausscheidungen infizierter Nagetiere verbreitet werden, kann diese Variante von Mensch zu Mensch übertragen werden, jedoch nur bei engem Kontakt. Sie kann schwere Atemwegerkrankungen verursachen und erfordert eine engmaschige Überwachung sowie eine angepasste Behandlung.
Das niederländische Schiff, das sich derzeit in Quarantäne vor den Kapverdischen Inseln befindet, macht seit mehreren Tagen Schlagzeilen, nachdem drei Passagiere gestorben sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt jedoch Entwarnung: «Das Risiko für die allgemeine Bevölkerung bleibt gering. Es gibt keinen Grund für Panik oder Reisebeschränkungen.»
Es ist ein in der Schweiz beispielloser medizinischer Skandal: Wie eine am Dienstag veröffentlichte, unabhängige Untersuchung der herzchirurgischen Klinik des Universitätsspitals Zürich (USZ) enthüllte, hätten am USZ zwischen 2016 und 2020 rund siebzig Todesfälle möglicherweise verhindert werden können.
In der herzchirurgischen Klinik des USZ wurde eine signifikante Übersterblichkeit von 68 bis 74 Todesfällen bei 4500 Eingriffen festgestellt, die zwischen Oktober 2014 und Mai 2020 durchgeführt wurden. Zudem wurden 75 unangemessene chirurgische Eingriffe vorgenommen. Die Ergebnisse der vom Verwaltungsrat des USZ in Auftrag gegebenen administrativen Untersuchung sind vernichtend.
Im Zentrum des Skandals steht der damalige Chefarzt Professor Francesco Maisano. Bereits Ende 2019 hatte ihm ein Arzt vorgeworfen, Patientinnen und Patienten zu gefährden, nicht zugelassene Implantate zu testen und von deren Einsatz zu profitieren, da er an den produzierenden Unternehmen beteiligt war. Maisano verliess das Spital 2020, nachdem die Affäre bekannt geworden war.
Das USZ hatte jahrelang behauptet, in der Affäre rund um Maisano sei niemand zu Schaden gekommen. Der neue Bericht widerspricht dieser Darstellung nun klar, wie der Tages-Anzeiger festhält. Die Spitalleitung drückte den Patienteninnen und Patienten wie auch deren Angehörigen ihre «aufrichtigen Entschuldigungen» aus und bezeichnete das Verhalten als «inakzeptabel».
Nach monatelangen diplomatischen Spannungen zwischen der Schweiz und Italien im Zusammenhang mit dem tödlichen Drama von Crans-Montana ist nun eine Zeit des Tauwetters angebrochen. In den vergangenen Tagen hat Bundespräsident Guy Parmelin zahlreiche Treffen mit italienischen Behörden abgehalten.
Nach einem Treffen mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Montag traf der Schweizer Wirtschaftsminister Parmelin am Dienstag in Rom den italienischen Präsidenten Sergio Mattarella und Aussenminister Antonio Tajani. Er versicherte, dass die Gespräche in einer «sehr herzlichen und offenen Atmosphäre» verlaufen seien.
Im Kern dieses beginnenden Tauwetters steht eine sich anbahnende Einigung über die Kostenübernahme für die Opfer: Die Schweiz würde die Spitalkosten der dreizehn italienischen Verletzten übernehmen, während Italien jene der zwei auf seinem Territorium behandelten Schweizer tragen würde. «Unser Ziel ist es, die beste Lösung im Interesse der Opfer zu finden», betonte Parmelin.
Obwohl ein formeller Beschluss des Bundesrats noch aussteht, stösst der ins Auge gefasste Ansatz unter der Bundeshauskuppel bereits auf Kritik. «Man gibt den italienischen Sirenen nach und versucht, die Schweiz mehr bezahlen zu lassen, als Italien für uns bezahlen würde», empörte sich der freisinnige Nationalrat Cyril Aellen.
Aus politischen Gründen verzichten immer mehr US-Expats auf ihre Staatsbürgerschaft. Dieses Phänomen lässt sich auch in der Schweiz beobachten.
In der US-Botschaft in Bern häufen sich die Termine zur Aufgabe der Staatsbürgerschaft. Eine in Grossbritannien lebende Amerikanerin machte kürzlich den Umweg über Bern, da die Warteliste bei der Konsularvertretung in London inzwischen mehr als ein Jahr beträgt. In vielen europäischen Städten beträgt die Wartezeit mehrere Monate, wie die britische Zeitung The Guardian berichtet.
Die Beweggründe für diesen radikalen Schritt haben sich im Lauf der Jahre gewandelt. Während in der Vergangenheit häufig steuerliche Überlegungen im Vordergrund standen, sind es heute zunehmend politische Motive. Viele Befragte nennen die Polarisierung in den USA, innenpolitische Spannungen und die Rolle der Regierung.
Eine Gesetzesänderung, welche die automatische Registrierung junger US-Staatsbürger für den Militärdienst vorsieht, spielt ebenfalls eine Rolle. Zwar handelt es sich nur um eine Datenbank, doch im Ausland lebende Familien befürchten mögliche Einberufungen – besonders angesichts der geopolitischen Spannungen und des Kriegs im Iran.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards