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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Bern (awp/sda) – Montag, 11.07.2011
LONZA ERWEITERT SEIN PORTFOLIO: Der Pharma- und Biochemiekonzern Lonza übernimmt für 1,4 Mrd. Dollar den US-Biozidhersteller Arch Chemicals. Die Entwicklung und Produktion von Bioziden zur Bekämpfung von schädlichen Mikroben wird dadurch zum zweiten wichtigen Geschäftsfeld von Lonza. Gleichzeitig wird Lonza in diesem Bereich zum weltweiten Marktführer. Lonza rechnet damit, dass die Akquisition im laufenden Jahr abgeschlossen wird. Das Übernahmeangebot entspricht gemäss Lonza einer Prämie von 36,7 Prozent auf den durchschnittlichen Schlusskurs der Arch-Chemicals-Aktie der vergangenen 30 Tage. Die Übernahme werde komplett fremdfinanziert.
NESTLÉ GREIFT NACH CHINESISCHEM SÜSSWAREN-HERSTELLER: Nestlé expandiert im Wachstumsmarkt China. Für 1,4 Mrd. Franken will der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern 60 Prozent der Aktien des Süsswaren-Herstellers Hsu Fu Chi kaufen. Das Unternehmen mit Sitz in der südlichen Provinz Guangdong erzielte 2010 einen Umsatz von 669 Mio. Franken. Es hat 16’000 Angestellte. In einem ersten Schritt will Nestlé die unabhängigen Aktionäre der an der Börse von Singapur kotierten Firma auskaufen. Nestlé offeriert ihnen 4,35 Singapur-Dollar pro Aktie in bar. Nestlé-Chef Paul Bulcke erklärte, die vorgeschlagene Partnerschaft werde die Präsenz des Konzerns in China in grossem Masse verstärken.
BARRY CALLEBAUT VERKAUFT STOLLWERCK-GRUPPE: Der weltweit grösste Schokoladenproduzent Barry Callebaut trennt sich vom Geschäft mit Produkten für den europäischen Detailhandel. Käuferin des in der Stollwerck-Gruppe zusammengefassten Konzernbereichs ist die belgische Baronie-Gruppe. Über den Kaufpreis haben Barry Callebaut und Sweet Products, die Muttergesellschaft von Baronie, Stillschweigen vereinbart. Mit dem Verkauf geht auch die Alprose-Schokoladenfabrik in Caslano am Luganersee in neue Hände über.
SWISS MIT RÜCKENWIND: Swiss hat sich im ersten Halbjahr 2011 deutlich gesteigert: Die Fluggesellschaft transportierte 10,9 Prozent mehr Passagiere als in der Vorjahresperiode, als ein Vulkanausbruch auf Island das Geschäft überschattet hatte. Die Auslastung blieb praktisch unverändert. Die Auslastung sank leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 79,6 Prozent. Im Europaverkehr verbesserte sich der Wert um 1,1 Punkte auf 71,9 Prozent, bei den Langstreckenflügen sank die Auslastung um 1,3 Punkte auf 83,7 Prozent. Insgesamt flogen von Januar bis Ende Juni 7,37 Mio. Personen mit der Swiss.
KLEINER HOFFNUNGSSCHIMMER BEI SWISSMETAL: Für die Kupferprodukte-Herstellerin Swissmetal in Dornach SO hat sich beim Kanton Solothurn ein potenzieller Investor gemeldet. Über den möglichen Geldgeber ist noch nicht viel bekannt. Bei der Swissmetal droht in Dornach eine Massenentlassung von 290 Angestellten. Zugleich holen die Firma Altlasten ein: Der Kanton Solothurn arbeitet nach eigenen Angaben eine rechtliche Verfügung aus, um rund zwei Millionen Franken für Umweltschäden in Gärten rund um das Werk einzufordern.
SOZIALPLAN FÜR ANGESTELLTE DER PAPIERFABRIK BIBERIST: Die Papierfabrik Biberist SO hat sich mit den Gewerkschaften und der Arbeitnehmervertretung auf einen Sozialplan geeinigt. Dieser gilt für die 134 bereits ausgesprochenen Kündigungen und für allfällige weitere Entlassungen bis Ende 2012. Wer entlassen wird, soll abhängig von Alters- und Dienstjahren eine Abgangsentschädigung von bis zu 60’000 Franken erhalten. Die traditionelle «Papieri» kündigte bisher 134 Angestellten, die gestrichenes Feinpapier hergestellt hatten. Für zwei weitere Produktionslinien mit rund 340 Mitarbeitenden wird bis Ende Juli ein Investor gesucht.
WENIGER OFFENE STELLEN IM BANKENSEKTOR: Die Zahl der offenen Stellen in der Schweizer Finanzbranche stagniert. Während die Versicherungen weiterhin Personal nachfragen, gibt es bei den Banken weniger offene Stellen als vor einem Jahr. Insgesamt hat der Finanzsektor Mitte 2011 mit über 4350 ausgeschriebenen Stellen zwar 7,6 Prozent mehr offene Stellen als vor Jahresfrist. Die Banken schreiben jedoch weniger Jobs aus. Dort sank die Zahl der ausgeschriebenen Stellen auf 1766, wie aus dem Finews-JobDirectory-Index hervorgeht. Das sind 1,5 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor.
ABB KAUFT TESSINER TRASFOR-GRUPPE: Der Energie- und Elektrotechnikkonzern ABB stärkt sein Transformatorgeschäft: Er übernimmt die Tessiner Firma Trasfor, eine führende Herstellerin von Trockentransformatoren und Drosseln für Niederspannungs- und Mittelspannungsanwendungen. Trasfor mit Sitz in Molinazzo di Monteggio TI erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von rund 130 Mio. Dollar. Zum Unternehmen gehören eine Fertigungsstätte in Lugano sowie zwei weitere Anlagen in Italien. Rund 380 Angestellte arbeiten für Trasfor. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
DRUCK AUF ITALIEN WÄCHST: Alarmiert durch den sinkenden Euro und Rekordzinsen für Italien und Spanien hat die Eurogruppe um die Eindämmung der Schuldenkrise gerungen. Vor dem Treffen der Ressortchefs in Brüssel unterzeichneten die EU-Finanzminister zudem den neuen ab 2013 gültigen permanenten Rettungsschirm ESM. Laut Diplomatenkreisen wurde darauf eine Erklärung vorbereitet, in der Italien zu einem klaren Bekenntnis zur Haushaltskonsolidierung gedrängt werden sollte. Italien ist seit vergangener Woche unter Beschuss der Märkte. Am Montag schossen die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen weiter von 5,3 auf 5,6 Prozent hoch.
RENAULT MIT REKORDABSATZ: Die Verkäufe des französischen Autobauers Renault sind seit Jahresbeginn in Europa deutlich um 7,4 Prozent auf rund 831’700 Wagen zurückgegangen. Gleichzeitig hat der Konzern jedoch Zuwächse in Schwellenländern wie Indien sowie in Russland registriert. Zwischen Januar und Juni legte Renault im aussereuropäischen Ausland bei der Zahl der verkauften Fahrzeuge um 1,9 Prozent auf 1,37 Mio. im Vergleich zum Vorjahr zu und setzte damit eine neue Bestmarke. Für das Gesamtjahr 2011 rechnet der Konzern mit einem weltweiten Absatzrekord von 2,6 Mio. Fahrzeugen.
ERSTE BÖRSE FÜR KAMBODSCHA: Kambodscha hat die erste Börse des Landes eingeweiht. Damit erklimme Kambodscha ein «neues Niveau» bei der Entwicklung seiner Finanzbranche, sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Keat Chhon. Es sei ein «historischer Tag». Der Handel mit Aktien soll allerdings erst «bis Ende des Jahres» starten. Die Regierung habe drei staatliche Unternehmen aufgefordert, sich darauf vorzubereiten.

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