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US-Fahrdienstleister Uber will Delivery Hero vollständig übernehmen

Keystone-SDA

Der US-Fahrdienstleister Uber ist an einer vollständigen Übernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero interessiert. Delivery Hero bestätigte ein Interesse durch den US-Konzern, der bereits ein Fünftel der Anteile hält und Zugriff auf weitere Aktien hat.

(Keystone-SDA) Uber sei mit einem Angebot von 33 Euro pro Aktie auf die Gesellschaft zugekommen, teilte Delivery Hero in Berlin mit. Das wäre weniger, als das Papier am Freitag zum Handelsschluss gekostet hatte.

Am Montag zog der Kurs mit der Spekulation auf einen möglichen Bieterkampf weiter kräftig an. Die Aktie gewann zwischenzeitlich gut 9 Prozent auf 36,69 Euro und kommt damit auf einen Börsenwert von etwas mehr als 11 Milliarden Euro.

Analyst Giles Thorne von der US-Investmentbank Jefferies betonte, das von Uber für eine Übernahme im Raum stehende Gebot von 33 Euro je Aktie reiche offenbar nicht aus. Einige Investoren wollten mehr als 40 Euro für ihre Anteilsscheine. Wie es jetzt weitergehe, sei schwer vorherzusagen.

Offenbar Interesse auch von Doordash

In der «Financial Times» hatte es unter Verweis auf informierte Personen geheissen, auch Ubers US-Rivale Doordash sei auf Anteilseigner der Berliner zugegangen. Doordash sei vorwiegend an den Delivery-Hero-Marken im Nahen Osten (Talabat und HungerStation) interessiert, aber auch am türkischen Geschäft der Marke Yemeksepeti.

Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Das Unternehmen zählt allerdings wegen der starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zu den weltweit grössten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst – unter anderem auch in vielen Städten Deutschlands.

Vor einer Woche hatte Delivery Hero mitgeteilt, Uber halte nun 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals von Delivery Hero, sowie weitere 5,6 Prozent in Form von Optionen. Zuletzt hatte Uber seine Beteiligung schon von gut 7 Prozent auf fast 18 Prozent aufgestockt. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus hatte sich im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway (Lieferando) dazu bereit erklärt, ihre Beteiligung an Delivery Hero zu reduzieren.

Uber spreche jetzt auch andere Anteilseigner an, hatte es in einem Bloomberg-Bericht vom Freitagabend unter Berufung auf Finanzkreise geheissen. Aktuell halten die Niederländer von Prosus demnach noch etwa 16,8 Prozent, gefolgt von Aspex Management mit 14,4 Prozent.

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