Navigation

Schweizer Energiepreis für zwei Weltneuheiten

Auf dem Lac des Toules im Kanton Wallis in einer Höhe von 1.810 Metern findet sich das erste schwimmende Hochgebirgssolarkraftwerk der Welt. Keystone / Valentin Flauraud

Das schwimmende Solarkraftwerk in den Walliser Alpen und ein Projekt zur Wasserstoff-Mobilität gehören zu den Gewinnern des Schweizer Energiepreises Watt d'Or 2021. Zwei Innovationen, die einen internationalen Standard setzen könnten.

Dieser Inhalt wurde am 07. Januar 2021 - 13:00 publiziert

Der Preis, der seit 2007 vom Bundesamt für Energie vergeben wird, soll "herausragende Leistungen im Energiebereich ins Bewusstsein rücken und damit Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit motivieren, die Vorteile modernster Energietechnologien zu entdecken".

Unter den Gewinnern des Watt d'Or 2021, die aus insgesamt 64 Projekten ausgewählt wurden, sind zwei Weltneuheiten im Bereich der erneuerbaren Energien und der nachhaltigen Mobilität.

Schwimmende Solarpaneele

Auf dem Lac des Toules, einem Stausee in 1800 Metern Höhe im Wallis, wurde das weltweit erste schwimmende Hochgebirgssolarkraftwerk errichtet.

Trotz der extremen Bedingungen mit Schnee, starken Winden und Temperaturen von -25°C bis +30°C kann die von Romande Energie und der ABB Schweiz Gruppe betriebene Anlage bis zu 50 Prozent mehr Strom produzieren als ein gleich grosses Kraftwerk im Flachland.

Im vergangenen Herbst trafen wir uns mit dem Projektleiter, Guillaume Fuchs, der uns die Vorteile der Photovoltaik-Produktion im alpinen Kontext erläuterte.

Laut Branchenvertretern stellen schwimmende Installationen die Zukunft der Solarenergie dar, da das Wasser die Paneele kühlt und so deren Effizienz erhöht. Am wichtigsten aber ist, dass sie Landnutzungskonflikte reduzieren.

Fahren mit Wasserstoff

Grüner Wasserstoff ist eine der vielversprechendsten Alternativen zu fossilen Brennstoffen. Aus erneuerbaren Quellen hergestellt, kann er einen entscheidenden Beitrag zur emissionsfreien Mobilität leisten - ein Bereich, in dem die Schweiz eine führende Rolle spielen will.

Dank eines einzigartigen Geschäftsmodells schaffen die Aktiengesellschaft Hydrospider, das private Unternehmen H2 Energy, der Verein Mobility H2 Switzerland und ein Joint Venture mit dem koreanischen Hersteller Hyundai den weltweit ersten kommerziellen Kreislauf für erneuerbaren Wasserstoff.

Zum Projekt gehören die Produktion von Wasserstoff in einem Wasserkraftwerk, der Aufbau eines Netzes von Tankstellen und die Einführung von LKWs, die mit Brennstoffzellen ausgestattet sind.

Die weltweit erste Flotte von wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen (1600 Fahrzeuge bis 2025) wird, sobald sie in Betrieb ist, die Freisetzung von rund 100'000 Tonnen CO2 pro Jahr in die Atmosphäre verhindern.

Ökologische Gebäude ausgezeichnet

Die weiteren Gewinner des Watt d'Or 2021 sind das Start-up-Unternehmen Adaptricity, das IT-Tools für ein besseres Management von Stromnetzen entwickelt hat, die Stiftung Umwelt Arena Schweiz und das Architekturbüro René Schmid - für den Bau eines mit erneuerbarer Energie betriebenen Gebäudekomplexes - sowie das Immobilienunternehmen Mettiss und der Ingenieur Beat Kegel - für die Renovierung eines alten Bürogebäudes.

Kommentare unter diesem Artikel wurden deaktiviert. Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch.

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.