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Ein Weltsozial-Forum auf drei Kontinenten

Vorfreude in Caracas auf das Weltsozial-Forum. Keystone

Die Schweizer Vertreter am Weltsozial-Forum begrüssen die Aufteilung des globalisierungskritischen und multikulturellen Anlasses auf drei Kontinente.

Ziel der diesjährigen Aktivitäten sei es, auf den weltweiten Kampf gegen die Armut aufmerksam zu machen.

Das Weltsozial-Forum (WSF) war im Jahr 2001 zu ersten Mal als Gegenveranstaltung der Globalisierungskritiker zum World Economic Forum (WEF) in Davos durchgeführt worden.

Dieses Jahr wartet das WSF mit einer Neuerung auf: Die Vertreter von globalisierungskritischen Organisationen und Initiativen führen ihre Treffen in drei verschiedenen Kontinenten durch: In Bamako in Mali, Caracas in Venezuela und im pakistanischen Karachi.

Die Eröffnung mit über 30’000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfolgte letzten Donnerstag in Bamako. Ab Dienstag schliesst sich Caracas an, während die letzte Runde in Pakistan im März über die Bühne geht.

Die Veranstalter hoffen, dass sie mit ihren koordinierten Aktionen auf drei Kontinenten mehr internationale Aufmerksamkeit auf das globale Problem der Armut lenken können.

Gleichbleibende Ziele

Die Ziele des Weltsozial-Forums hätten sich seit der Premiere vor sechs Jahren nicht geändert, sagt Paolo Gilardi. Der Vertreter des Schweizerischen Verbandes des Personals öffentlicher Dienste (vpod), einer Gewerkschaft im Bereich Service Public, nimmt im südamerikanischen Caracas an den Treffen teil.

«Es geht darum, die Kräfte zu vereinen, die sich einerseits gegen soziale Ungerechtigkeit wehren und andererseits alternative Strategien gegen den globalen Kapitalismus entwerfen», so Gilardi.

Das WSF sei eine Gelegenheit, die Lebensbedingungen der Menschen in den Ländern des Südens zu entdecken. «Wir als Vertreter der Schweizer Delegation stammen aus einem reichen Land, sind aber nicht gekommen, um in Caracas Lektionen zu erteilen.» Es ginge vielmehr darum, die sozialen und ökonomischen Probleme der Welt kennen zu lernen, so Gilardi weiter.

Die Dezentralisierung bedeutet für ihn keineswegs, dass die Idee eines einzigen, aber grossen WSF-Standortes gestorben ist. «Wenn 80’000 Menschen nach Caracas kommen, kann man nicht mehr von einem kleinen Event sprechen», findet der Schweizer.

Mit der Aufteilung auf drei Orte in drei Kontinenten könne der weltweite Fokus auf mehr Entwicklungs-Programme gelegt werden.

Migration

In Bamako steht die Diskussion über die Abwanderung aus Afrika und die Ungleichheit der Gesellschaft im Vordergrund, während es in Caracas um entwicklungsspezifische Themen und Perspektiven für Südamerika geht.

«Die Probleme der Menschen in Venezuela sind nicht dieselben wie in Afrika. Auch das ist ein Grund für die Dezentralisierung.» Eine Evaluierung der Neuerung sei aber erst nach Abschluss der Veranstaltungen möglich.

Der Auftakt zum WSF in Caracas erfolgt genau vor dem Start des diesjährigen WEF, wo sich Führer aus Wirtschaft und Politik treffen.

Die neue deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Mittwochabend in Davos die Eröffnungsrede halten.

«Mit dem Weltsozial-Forum wollen wir den WEF-Teilnehmern in Davos zeigen, dass es eine Alternative gibt, und dass eine Bereitschaft da ist, gegen die schlechten Auswirkungen der Globalisierung zu kämpfen», so Gilardi.

swissinfo, Ramsey Zarifeh
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)

Das Weltsozial-Forum (WSF) findet dieses Jahr zum sechsten Mal statt. Es wurde 2001 als Alternative zum Weltwirtschafts-Forum gegründet, das jeweils Ende Januar in Davos über die Bühne geht.
Dieses Jahr findet das WSF in drei Städten auf drei Kontinenten statt: Bamako in Mali (19. bis 23. Januar), Caracas (Venezuela, 24. bis 29. Januar).
Der Abschluss ist für den 24. bis 29. März in Pakistan geplant.

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