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Waldbrandgefahr in der ganzen Schweiz

Ein Feuerwehrmann bekämpft den Waldbrand im Wallis. Keystone

Die aussergewöhnlich hohen Temperaturen und eine lange Trockenperiode haben frühzeitig zu einer hohen Waldbrandgefahr geführt. Die Behörden mahnen zur Vorsicht.

Der Kanton Tessin hat bereits ein totales Feuerverbot erlassen. Aber auch auf der Alpennordseite steigt die Brandgefahr. Praktisch in allen Wäldern herrscht Trockenheit. Niederschläge sind vorerst nicht in Sicht.

Nach Warnungen und Feuerverboten in mehreren Kantonen hat am Freitag auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wegen der erhöhten Waldbrandgefahr zu Vorsicht im Umgang mit Feuer im Freien in der ganzen Schweiz aufgerufen.

«Wir sind 4 bis 5 Grad über den Normwerten, das hat es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben», sagte Lionel Fontana, Verantwortlicher für Wettervorhersagen bei MeteoSchweiz.

In den Schweizern Wäldern herrsche allgemein Trockenheit. Ausnahme seien zurzeit einzig noch verschiedene Kantone in der Zentralschweiz. Eine Entspannung sei vorderhand nicht in Sicht und erst nach intensiven Regenfällen zu erwarten.

«Wir befinden uns in einer Trockenperiode. Im Wallis beispielsweise hat die Messstation Sion seit 18. März keine signifikanten Niederschläge mehr gemessen. In anderen Regionen ist es ähnlich, und die Waldbrandgefahr ist sehr real», so Fontana.

Feuerverbote im Wald und in Waldesnähe haben bereits die Kantone Tessin, Graubünden und Jura erlassen. Wallis, Glarus und Schaffhausen haben die Bevölkerung vor der erhöhten Waldbrandgefahr gewarnt.

Keine Entwarnung

Und Fontana kann auch keine Entwarnung geben. «Zwar künden sich für nächste Woche einige Schauer an, doch es wird nicht genügend Niederschlag sein, um den Rückstand aufzuholen.»

Das BAFU rief dazu auf, den Anordnungen der Kantons- und Gemeindebehörden Folge zu leisten.

Brände in Graubünden…

Die Gefahr von Wald- und Flurbränden sei äusserst gross, hatte das Graubündner Amt für Wald am Donnerstag mitgeteilt. Zudem dürfen keine Raucherwaren weggeworfen werden. Das milde Frühlingswetter und die Trockenheit der letzten Wochen haben zu einer starken Austrocknung der Böden geführt.

Seit mehreren Wochen hat es im Kanton Graubünden nicht mehr ausgiebig geregnet. Durch unvorsichtigen Umgang mit Räumungsfeuern in der Landwirtschaft, durch Raucherwaren und Feuerstellen sind bereits mehrere Brände entfacht worden.

Eine Entspannung der Lage sei erst nach intensiven Regenfällen zu erwarten. Kurze Regenschauer und Gewitter genügten nicht, um die brenzlige Situation genügend zu entschärfen, schrieb das Amt für Wald.

…und im Wallis

Auch in anderen Schweizer Kantonen ist die Lage nach wie vor prekär. In den Kantonen Jura, Wallis, Schwyz, Tessin und Schaffhausen kam es vereinzelt zu Flur- und Waldbränden.

Bereits am Mittwoch war im Walliser Seitental des Trient ein Waldbrand ausgebrochen. Der Brand wütete auf einer Fläche von rund 9000 Quadratmetern.

Laut Feuerwehr hatte sich das Feuer vor allem dem Waldrand entlang ausgebreitet. Über die Ursache des Brandes konnte die Walliser Kantonspolizei keine Angaben machen.

swissinfo und Agenturen

Der Winter 2006/2007 war weltweit der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen 1880. Auch in der Schweiz wurden die höchsten Temperaturen seit den ersten Messungen 1864 festgestellt.

Im Durchschnitt lagen die Temperaturen zwischen 3 und 4 Grad über dem Mittel. In Basel beispielsweise lag die Durchschnittstemperatur zwischen Anfang Dezember und Mitte Februar bei 5 Grad.

Rekordtemperaturen brachte namentlich der Monat Januar. In Tessin stiegen die Temperaturen vereinzelt auf bis zu 24 Grad, in Altdorf wurden 18,4 Grad gemessen.

Weniger extrem war das Wetter in den Bergen. Hier fehlte zwar lange der Schnee, die Durchschnittstemperaturen erreichten aber keine Rekordwerte.

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