Zürcher Bevölkerung holt bei der Sportlichkeit die Goldmedaille
In keinem anderen Kanton macht die Bevölkerung so viel Sport wie im Kanton Zürich: Vier von fünf Einwohnerinnen und Einwohnern schwitzen mindestens einmal pro Woche.
(Keystone-SDA) Wie sportlich sind die Zürcherinnen und Zürcher?
In den vergangenen Jahren haben die Einwohnerinnen und Einwohner in Sachen Sportlichkeit noch einmal deutlich zugelegt. Während die Entwicklung in der Gesamtschweiz stagniert, sind die Zürcherinnen und Zürcher heute aktiver als noch im Jahr 2020, als die letzte Sport-Studie erstellt wurde. Vier von fünf treiben mindestens einmal pro Woche Sport. 57 Prozent sogar mehrmals wöchentlich während mindestens drei Stunden. Nur 13 Prozent sind komplette Couch-Potatoes.
Welche Sportarten machen sie am liebsten?
Am beliebtesten sind Wandern, Radfahren, Schwimmen, Jogging und Krafttraining. Aber auch auf der Yoga-Matte sind die Zürcherinnen und Zürcher häufig anzutreffen. In den letzten Jahren gewannen vor allem Krafttraining und Yoga an Beliebtheit. Es sind beides Sportarten, die gut auch in der heimischen Stube ausgeübt werden können – eine positive Spätfolge der Corona-Pandemie.
Wer ist sportlicher – Männer oder Frauen?
Männer sind nach wie vor sportlich aktiver als Frauen. Die Aufholjagd der Frauen ist etwas ausgebremst, allerdings nicht, weil sie inaktiver geworden wären. Die jungen Männer legten in Sachen Sportlichkeit aber noch einmal zu, insbesondere beim Krafttraining. Ab 45 Jahren machen Frauen und Männer dann aber gleich viel Sport, wobei beide Geschlechter über dem nationalen Schnitt liegen.
Wie aktiv sind die älteren Zürcherinnen und Zürcher?
«Es gibt eine Versportlichung der Gesellschaft», sagt Studienautorin Rahel Bürgi. Das führte unter anderem dazu, dass auch Seniorinnen und Senioren deutlich fitter seien als in früheren Generationen. «Auch im Pensionsalter wird viel Zeit in Sport investiert.»
Die Studie zeigt, dass die höchste Sportaktivität im Alter zwischen 60 und 74 Jahren stattfindet. Und ab 75 Jahren ist damit auch nicht Schluss: 52 Prozent der Befragten gaben an, mehrmals pro Woche Sport zu machen, insgesamt drei Stunden oder mehr.
«Es gibt ein starkes Bedürfnis, leistungsfähiger und fitter zu bleiben», sagte Regierungsrat Mario Fehr (parteilos). Je länger jemand Sport mache, desto länger bestehe die Chance, das zu machen, was er oder sie möchte. Er selber treibt ebenfalls aktiv Sport. Dass die Einwohnerinnen und Einwohner ähnliche Interessen haben, begrüsst er. «Es ist eine Freude, hier Sportminister zu sein.»
Profitieren die Vereine von der Sportbegeisterung?
Nein. Sport hat für die Zürcherinnen und Zürcher zwar einen hohen Stellenwert – aber sie trainieren vermehrt zeitlich flexibel und nicht im Verein. Die Zahl der Befragten mit Vereinsmitgliedschaft ging verglichen mit der letzten Studie vor sechs Jahren um 3 Prozent zurück. Aktuell sind 18 Prozent in einem Verein aktiv. 29 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher haben hingegen ein Fitness-Abonnement.
Wie wurde die Studie erstellt?
An der kantonalen Sportstudie nahmen knapp 3000 Zürcherinnen und Zürcher teil. Sie beantworteten entweder online oder am Telefon während 30 Minuten Fragen zu ihrem sportlichen Verhalten.
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